Heizung bzw. Heizkörper entlüften – Anleitung

Heizkörper bzw. Heizungen müssen regelmäßig gewartet werden. Oft ist aber kein Monteur von Nöten, denn wenn z.B. der Heizkörper nur sehr unregelmäßig warm wird, also oben am Regler schön warm bzw. heiß wird und auf der anderen Seiten oder allgemein oben am Heizkörper nur lauwarm bzw. kalt bleibt oder das Wasser in der Heizung gluckert, dann kann man sich mit einem Entlüften des Heizkörpers auch schnell selbst behelfen. Das Entlüften der Heizung ist in wenigen Minuten erledigt und spart das Geld für einen Heizungsmonteur.

Unser Ratgeber „Heizung bzw. Heizkörper entlüften – Anleitung“ gibt Ihnen Tipps und Tricks und eine genaue Schritt-für-Schritt Anleitung, wie Sie beim Heizung entlüften vorgehen sollten.

Heizung bzw. Heizkörper entlüften - Anleitung

Heizung bzw. Heizkörper entlüften – Anleitung

Mit welchen Hausmitteln und Haushaltstipps kann man Heizkörper bzw. Heizungen entlüften?

Mit unserer kleinen Anleitung und den passenden Tipps ist es an sich für jedermann möglich die Heizkörper in Haus oder Wohnung zu entlüften.

Gerade nach dem Sommer, wenn man die Heizung die ersten Male im Herbst wieder in Betrieb nimmt, hört man häufig ein nerviges Gluckern oder eine Art Klopfen. Dieses „Wasser gluckern“ oder Klopfen kommt von der Luft im Heizungssystem, die sich im Laufe einiger Monate so ansammelt. Diese Luft, die mit dem Wasser durchs System läuft, erzeugt dann dieses gluckern. Erstes stört das Geräusch, außerdem hat die Heizungsanlage dann nicht mehr ihre volle Leistung. Die Luft in der Anlage verhindert, dass das Wasser richtig zirkulieren kann und somit die Heizkörper nicht mehr richtig oder gar nicht mehr erwärmt werden. Dadurch stellt man automatisch den Temperaturregler unnötig hoch und verbraucht somit unnötig viel Energie (Gas oder Heizöl), was sich in der Jahresrechnung deutlich niederschlägt. Ein regelmäßiges Entlüften sorgt also auch für Energie sparen, nutzt also der Umwelt und schont ebenfalls das Geld im Portemonnaie. Gerade durch die geplante Energiewende (weg vom Atomstrom) wird der Strom künftig eher deutlich teurer. Da kann man mit solchen simplen Maßnahmen versuchen den einen oder anderen Euro zu sparen.

Folgendes benötigen wir zum Entlüften:

  • Vierkantschlüssel (Entlüftungsschlüssel) oder Schraubendreher
  • Alter Lappen oder Tücher von der Küchenrolle
  • Eimer oder altes Handtuch

Anleitung zum Heizkörper entlüften

Stellen Sie bitte im gesamten Haus bzw. Wohnung alle Heizkörper auf die Nullstellung, bis auf den, den sie gerade entlüften wollen. Dieser wird auf die höchste Stufe aufgedreht.

  • Sehen Sie bitte bei dem Heizkörper auf der anderen Seite vom Thermostat (auch Temperaturregler genannt) nach. Dort sollte sich (in der Regel oben) das Entlüftungsventil befinden. Meistens ist dieses Ventil mit einem Vierkantschlüssel bzw. Entlüftungsschlüssel zu öffnen. Hat man so einen Schlüssel nicht, besorgt man sich diesen, für wenige Euro, im Baumarkt, Sanitäts-Fachhandel oder im Internet im Online Shop. Seltener kann man das Entlüftungsventil auch mit einem normalen Schraubendreher öffnen.
  • Stellen Sie vor dem Öffnen des Ventils unbedingt einen Eimer (oder altes Handtuch) darunter, um heraustropfendes Wasser aufzufangen, damit es nicht den Teppich, Laminat oder Parkett verdreckt. Das Heizungswasser ist in der Regel recht schmutzig und kann einem schon mal den schönen hellen Teppich mit Flecken verunstalten.
  • Ebenfalls sollte man einen Lappen oder 1-2 Tuch von einer Küchenrolle parat halten. Denn erst entweicht die Luft beim Öffnen des Ventils und dann strömt auch schon das Wasser aus. Je nach Druck im System kann dieses dann auch im hohen Bogen aus der Heizung schießen. Im Handel gibt es mittlerweile anstatt eines simples Vierkantschlüssels auch kleine Plastikbehälter, die den Vierkantschlüssel schon enthalten und man beim Entlüften das Wasser gleich im Behälter landet und man sich den Lappen sparen kann.
  • Nun öffnen wir langsam und vorsichtig das Entlüftungsventil mit dem Vierkantschlüssel (oder Schraubendreher) und halten gleichzeitig schon mal den Lappen bzw. Kuchenrollentuch vor das Ventil. Nur so weit aufdrehen, bis man ein zischen hört. Wenn man das Ventil nämlich unnötig weit herausdreht, kann sich die Schraube aus dem Gewinde lösen und das Heizungswasser kann ungehindert herausspritzen. Die eingeschlossene Luft entweicht nun vom Heizkörper. Nach einiger Zeit (je nachdem wie viel Luft im Heizkörper ist) tritt dann das Wasser aus. Das Wasser kann sehr heiß sein, also bitte aufpassen, dass Sie sich damit nicht an den Händen verbrühen. Unbedingt darauf achten, dass von dem schmutzigen Wasser nichts auf den Teppich oder Tapete spritzt und gleich das Tuch vor den Strahl halten und es auffangen. Man sollte dann schnell das Ventil vollständig schließen. Unter Umständen kann man das Wasser ruhig 1-2 Sekunden herauslaufen lassen um sicher zu gehen, dass auch wirklich keine Luft mehr im Heizkörper ist.

Weitere Hinweise zum Entlüften von Heizkörpern

Immer wenn Sie wieder bemerken, dass es in der Heizung gluckert und/oder der Heizkörper sich nicht richtig erwärmt und nicht richtig heizt, sollten Sie diesen entlüften. Das spart wie gesagt Energie und somit bares Geld. Ältere Heizkörper bzw. Heizungsanlagen erfordern ein häufigeres Entlüften als moderne Anlagen.

Bei mehreren Heizkörpern auf mehreren Etagen, also bei mehrstöckigen Häusern, sollten Sie, wenn Sie ein Mal komplett alle Heizkörper entlüften wollen, bei der am tiefstgelegenen Heizung anfangen. Die Luft im System steigt immer nach oben, von daher haben Sie es einfach und sind meist in einem Durchgang fertig, wenn sie die Heizkörper von unten nach oben im Haus entlüften. Wenn Sie also z.B. ein Haus mit Keller haben und auch dort Heizkörper sitzen, dann fangen Sie unten im Keller an, arbeiten sich dann im Erdgeschoss weiter vor und entlüften dann ganz zum Schluss die Heizungen im Dachgeschoss. Auch wieder darauf achten, dass die alle Heizungen abdrehen und immer nur den Heizkörper komplett aufdrehen, den sie gerade entlüften wollen. Nach dem Entlüften eines Heizkörpers also unbedingt diesen dann wieder komplett herunter drehen, bevor Sie sich an die nächste Heizung zum Entlüften heran machen.

Entlüften Sie häufig, weil oft Luft in der Anlage ist oder ging Ihnen beim Entlüften recht viel Wasser verloren, dann sollten Sie unbedingt regelmäßig auch den Wasserdruck im Heizkessel kontrollieren. Ist dieser zu niedrig, sollten Sie ihn mit Wasserzufuhr erhöhen. Andernfalls kann es sein, wenn der Druck zu niedrig ist, dass weit entfernte Heizkörper nicht mehr richtig heiß werden oder unnötig lange brauchen sich zu erwärmen. In einem Mehrfamilienhaus oder Wohnblock sollten Sie in diesen Fällen den Hausmeister oder Wohnverwaltung ansprechen, wenn Sie das Gefühl haben, dass der Druck im Heizkessel zu niedrig ist.
Wenn Sie also meinen die Heizkörper müssen entlüftet werden, weil sie nicht richtig heiß werden, es aber kaum Luft aus dem Ventil kommt, dann sollten Sie überprüfen ob der Druck zu niedrig ist und Wasser nachfüllen.

Wer ein eigenes Haus hat und es sich zutraut und das Entlüften perfekt durchführen möchte, sollte von der Heizungsanlage die Umwälzpumpe für gut 1 Stunde abstellen. So sammelt sich die Luft in den Rohren an einer Stelle und wird durch das ständige Umwälzen des Heizungswasser nicht ständig im System hin und her bewegt.

Inzwischen gibt es im Fachhandel und Baumarkt auch schon vollautomatische Heizkörperentlüfter. Diese kann jeder Laie mit wenig Aufwand am Heizkörper montieren und man kann sich das manuelle Entlüften künftig sparen. Man muss nur einmalig die Heizkörper damit umrüsten. Diese kosten im 5er Set ungefähr 25 EUR.

Müssen Sie ihre Heizkörper sehr häufig (also mehrfach pro Jahr) entlüften, weil es immer wieder gluckert und die Heizkörper schlecht warm werden, kann auch das Ausdehngefäß der Heizanlage defekt sein. Diese halten meist nur einige Jahre und sind nichts für die Ewigkeit. Das Ausdehngefäß kann man dann von einem Heizungsmonteur tauschen lassen.

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