Informatives zu Kleinkläranlagen

Jeder „Häuslebauer“ muss sich bei der Planung des Eigenheims Gedanken über die Abwasserentsorgung machen. Es gilt zu klären, ob beim Neubau eines Hauses der Anschluss an die Kanalisation an die kommunale Kläranlage möglich ist. Dieses ist meistens der Fall, vor allem in neu erschlossenen Neubaugebieten. Es gibt allerdings auch Standorte, besonders im ländlichen Bereich, wo ein Anschluss an die zentrale Kanalisation aus finanziellen oder technischen Gründen nicht machbar ist. Diese Gebiete werden von den Gemeinden mit dem Abwasserbeseitigungskonzept festgelegt. Hier muss der Grundstückseigentümer selbst für eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung durch eine abflusslose Grube oder eine Kleinkläranlage sorgen. Da eine Kleinkläranlage eine recht große Investition darstellt, sollten Sie sich unbedingt gut beraten lassen und mehrere Angebote einholen bzw. auf diversen Internetseiten einen Kleinkläranlagen Preisvergleich nutzen.
Unser Ratgeber „Informatives zu Kleinkläranlagen“ gibt Ihnen zu diesem Thema viele wertvolle Tipps und Infos.

Informatives zu Kleinkläranlagen

Informatives zu Kleinkläranlagen

Was ist eine Kleinkläranlage?

Ab 2016 müssen Abwässer biologisch gereinigt werden. Eine Kleinkläranlage sorgt für die Reinigung von Abwasser mit einem Bemessungswert von 4 bis 50 Einwohnerwerten. Somit kommt Sie nicht nur in Einzelhäusern zum Einsatz, sondern auch in kleineren Siedlungen, wenn eine Abwasserentsorgung durch den Anschluss an die zentrale kommunale Kläranlage aus technischen, satzungsrechtlichen oder finanziellen Gründen nicht möglich ist.

Eine Kleinkläranlage besteht zumeist aus einem Absetzbecken (zum Beispiel Dreikammerabsetzgrube). In diesem werden die im eingeleiteten Abwasser enthaltenen Feststoffe und aufschwimmenden Fette abgetrennt. In der Folge wird das Abwasser biologisch gereinigt. Bei den Kleinkläranlagen kommen praktisch die gleichen Methoden zum Einsatz wie bei den großen Anlagen der Kommune:

  • Belebtschlammverfahren im Durchlaufbetrieb oder intermittierend SBR
  • diverse Verfahren mit Festbetten (Pflanzenkläranlage, Tropfkörper, getauchtes Festbett, Sandfilterkläranlagen, Abwasserverrieselung)
  • nichttechnische Anlagen, die im Regelfall ohne technische Bauteile auskommen (zum Beispiel Pflanzenbeet, Abwasserteich und Bodenkörperfilteranlage – siehe auch Pflanzenkläranlage)
    Membranbelebungsreaktoren (MBR)

Auf was ist bei der Anschaffung der Kleinkläranlage zu achten?

Der Eigentümer kann unter vielen verschiedenen zugelassenen Kleinkläranlagen wählen. Sie müssen allerdings darauf achten, dass es sich um ein zugelassenes System handelt und eine gültige allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für die Verwendung als Kleinkläranlage bzw. eine „Anwendungszulassung für Kleinkläranlagen nach DIN EN 12566-3 mit CE-Kennzeichnung“ des DIBt (Deutschen Instituts für Bautechnik) besitzt. Wird das durch die Kleinkläranlage gereinigte Abwasser in ein Gewässer eingeleitet, muss der Eigentümer über eine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß Wasserhaushaltsgesetz verfügen oder über eine Einleiterlaubnis des Kanalnetzbetreibers, falls der Überlauf an einen Abwasserkanal angeschlossen wird.

Kosten für die Abwasserbeseitigung

Grundsätzlich gilt zu klären, welche Art der Abwasserentsorgung für den Bauherren die kostengünstigere ist. Entweder der „normale“ Anschluss an die kommunale Abwasserentsorgung oder die Entsorgung über eine biologische Kleinkläranlage. Den Anschluss an die öffentliche Abwasserentsorgung gibt es nämlich leider nicht umsonst. Die Gemeinde lässt sich die Abwasserentsorgung natürlich auch bezahlen. Da die Kosten, je nach Gemeinde, hier sehr unterschiedlich ausfallen können, sollten Sie bei Ihrer Gemeinde nachfragen. Für die Anschaffung, Einbau und Transport einer Kleinkläranlage für 4 Personen können Sie z.B. mit Kosten von mindestens 5.000-10.000 Euro rechnen. Je nach Modell und Größe können die Preise um einige 1.000 Euro darunter und auch darüber liegen. Bedenken Sie auch, dass eine moderne vollbiologische Kleinkläranlage zwei Mal pro Jahr gewartet werden muss. Hier liegen die Kosten jährlich bei ca. 200-300 Euro. Außerdem fallen Stromkosten, früher oder später eventuell Reparaturen und Entsorgungskosten für den Klärschlamm an.
Sie sehen schon, die Kosten sind nicht unerheblich und können je nach Modell deutlich variieren. Eine fachgerechte Beratung ist unbedingt von Nöten. Holen Sie sich am besten mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese.
In verschiedenen Bundesländern werden für die Anschaffung und Installation von Kleinkläranlagen Fördermittel bis zu 1.500 Euro zur Verfügung gestellt.

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