Pflegekräfte aus Osteuropa

Sinkende Renten und immer weniger Reallohn lassen mehr und mehr Menschen nachdenken, wie sie die Pflege ihrer Angehörigen (Eltern, Großeltern, Tanten und Onkels) realisieren können und mit dem zur Verfügung stehendem Geld auskommen können. Alten- und Pflegeheime sind mittlerweile wirklich teuer und für manchen ist die Pflege dort gar nicht mehr zu realisieren. Das hat mittlerweile auch die Politik erkannt und seit Mai 2011 die bürokratischen Hürden, für die Beschäftigung von Pflegekräften aus osteuropäischen Staaten, abgebaut. Vorher wurden viele illegale Pflegekräfte aus Polen und aus anderen osteuropäischen Ländern beschäftigt.

Pflegekräfte aus Osteuropa

Pflegekräfte aus Osteuropa

Viele haben bei Pflegekräften aus Polen, Ungarn usw. schnell einige Vorurteile zur Hand, die aber gegenüber deutschen Pflegekräften nicht stimmen. Die Politik hat mit dem Gesetz zur Arbeitnehmerfreizügigkeit ebenfalls daran gearbeitet diese unhaltbaren Vorurteile abzubauen. Diese verbietet nämlich Diskriminierung der osteuropäischen Pflegekräfte. Egal aus welcher Nation der Arbeitnehmer stammt, muss vorbehaltlos das gleiche Entgelt bezahlt werden, er muss dieselben Arbeitsbedingungen usw. erhalten. Er hat somit die gleichen Rechte und Pflichten wie ein deutscher Arbeitnehmer und ist ihm gleichgestellt.

Gegenüber der Unterbringung der Pflegebedürftigen in einem recht fremden und anonymen Pflegeheim in der Nähe, bietet sich nämlich, durch die Pflegekräfte aus Osteuropa, eine Pflege zu Hause, also in den eigenen vier Wänden an. Jeder Angehörige und auch der zu Pflegende selbst, möchte sicher seine letzten Lebensjahre im pflegebedürftigen Alter zu Hause, in der gewohnten Umgebung, verbringen. Zumal es in Pflegeheimen, aufgrund der immer älter werdenden Menschen, in manchen Regionen bereits einen Platzmangel gibt. Ein Pflegeplatz im Heim ist auch immer teurer, als eine mobile Pflege vor Ort, die pro Tag stundenweise ausgeübt wird. Oft sind die zu Pflegenden noch so weit gesund, dass sie bis auf Einkaufen, Essen kochen, Haushalt, Körperhygiene und Anziehen noch fast alles machen können. In diesen Fällen ist also nicht unbedingt eine 100%ige Pflege rund um die Uhr von Nöten. Diese erhalten Sie aber in einem Pflegeheim und müssen auch dafür zahlen. Oft können die Verwandten einen Teil der Pflege, aber oft nicht die komplette Betreuung übernehmen, so dass oft eine stundenweise Pflege, Haushaltshilfe und Betreuung durch Pflegekräfte ausreicht.

Da die Pflegekräfte aus Deutschland, die die Pflegebedürftige direkt zu Hause betreuen immer seltener werden, können diese, mit Hilfe der osteuropäischen Ländern, trotzdem stundenweise oder sogar rund um die Uhr versorgt werden. Gerade bei der Run-um-die-Uhr Betreuung bietet es sich an, dass die Pflegekraft direkt im Haus oder Wohnung des pflegebedürftigen Menschen wohnt und somit immer für ihn da ist, wenn Hilfe gebraucht wird. Dadurch entsteht eine viel engere Beziehung zwischen Pflegekraft und dem zu Pflegenden, als in einem Heim, wo teilweise nur wenige Pflegekräfte für 10 oder mehr Personen zuständig sind. Sie können hier also erwarten, dass es für Ihren Angehörigen keine Massenabfertigung gibt. Auf den zu Betreuenden wirkt das Ganze beruhigend, weil er so immer jemanden im Haus hat, der ihm von morgens bis abends und auch nachts in Notfällen zur Verfügung steht. Ein Pflegefall, der tagtäglich immer die selbe Pflegepkraft als Ansprechpartner hat und nach und nach Vertrauen aufbaut, wird sich meist, trotz seiner Krankheit und Gebrechen, wohler fühlen, als jemand der im Heim nur einer von vielen ist oder wo bei der mobilen Krankenpflege jeder Tag ein anderer Pfleger nur kurz vorbeischaut. In der Regel kann man auch ein Probearbeiten mit der Agentur vereinbaren. So kann man vorab gut austesten ob die Pflegekraft und der zu Betreuende gut zusammen passen und Sympathie füreinander empfinden. Gerade, wenn die Pflegekraft im Haus oder Wohnung zusammen mit dem zu Pflegenden lebt, sind beide voneinander abhängig. Da sollte das Vertrauensverhältnis schon funktionieren.

Wegen der Sprachbarriere brauchen Sie sich in der Regel keine Sorgen machen. Die Deutschkenntnisse der Betreuungskräfte sind in der Regel gut. Da die Pflegekräfte oftmals schon in Deutschland gearbeitet haben, sind Sie mit der deutschen Sprache gut vertraut. Deutsch ist an polnischen Schulen oft Unterrichtsfach (neben Französisch oft Sprach-Wahlpflichtfach). Somit beherrschen die Polen die deutsche Sprache, nach dem Verlassen der Schule, oft recht gut.

Viele deutsche Pflegedienste arbeiten mit osteuropäischen Pflegediensten eng zusammen und haben somit in ihrer Pflegekräfte-Kartei neben den deutschen Mitarbeitern, auch viele aus den osteuropäischen Ländern. Sämtliche Anmeldeprozeduren bei deutschen Ämtern werden mit Hilfe des deutschen Pflegedienstvermittlers durchgeführt. Von daher benötigen Sie selbst keine umfassenden Kenntnisse dazu. In der Regel sind Sie bei einer Vermittlungsagentur, die seriös arbeitet, besser aufgehoben, als wenn Sie direkt eine selbständige Pflegekraft beschäftigen wollen. Das ist zwar ein wenig teurer, aber Sie haben so immer einen Ansprechpartner bei Problemen und Fragen und können selbst bei der ordnungsgemäßen Anmeldung bei Krankenkasse, Unfallversicherung, Bundesagentur für Arbeit usw. nicht falsch machen, weil die Agentur sämtliche bürokratische Arbeiten für Sie übernimmt.

Beachten Sie, dass diese Maßnahmen meist nur bei leicht bis mittel pflegebedürftigen Menschen möglich sind. Sehr kranke und pflegebedürftige Menschen, die intensiver medizinischer Behandlung durch Ärzte und Krankenschwestern bedürfen, müssen zwangsweise in einer Pflegeheim untergebracht werden, weil nur dort die ausreichende und kompetente Versorgung sichergestellt ist. Pflegekräfte dürfen selber keine Spritzen geben und auch keine medizinischen Verbände wechseln. Das ist dem Krankenhauspersonal oder Arztpraxen gesetzlich vorbehalten. Manchmal ist aber eine halb/halb Lösung möglich, wenn die Pflegekraft sich um den kranken Menschen kümmert und ihn bei Bedarf zum Arzt oder Krankenhaus fährt, um dort die medizinische Versorgung zu erhalten.

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