15 Hausmittel gegen Sodbrennen
Sodbrennen fühlt sich an, als würde ein brennender Knoten hinter dem Brustbein sitzen – oft nach üppigen, fettigen oder sehr scharfen Mahlzeiten, beim Bücken oder im Liegen. Auslöser ist meist aufsteigende Magensäure, die die empfindliche Speiseröhre reizt. Die gute Nachricht: Du kannst viel selbst tun, um die Beschwerden schnell zu lindern und Rückfällen vorzubeugen. Neben kurzfristig wirksamen Hausmitteln helfen schonende Alltagsroutinen, deine Speiseröhre zu schützen und den Rückfluss zu bremsen. Achte dabei auf dein persönliches Muster: Wann tritt Sodbrennen stärker auf, welche Essen, Getränke oder Situationen verschlimmern es? Hausmittel sind keine Dauermedikation – wenn die Beschwerden häufig (mehrmals pro Woche), nachts oder mit Warnzeichen wie Schluckbeschwerden, Blut im Stuhl/Erbrechen, ungewolltem Gewichtsverlust oder Husten auftreten, gehört das ärztlich abgeklärt. Die folgenden 15 Maßnahmen kombinieren schnelle Linderung, sanfte Tees, bewährte Küchenhelfer und clevere Gewohnheiten. Sie lassen sich unkompliziert testen und an deinen Alltag anpassen. Probiere zuerst sanfte Optionen wie Wasser, Speichelbildung oder milde Tees – und steigere nur, wenn nötig. So findest du deine persönliche Anti-Sodbrennen-Strategie, die wirkt, ohne dich unnötig zu belasten.

15 Hausmittel gegen Sodbrennen
Inhaltsverzeichnis
- Langsam Wasser trinken
- Kaugummi kauen (Speicheltrick)
- Mandeln kauen
- Reife Banane
- Zwieback oder Haferflocken
- Fenchel-Anis-Kümmel-Tee
- Kamillentee (sanfte Rollkur)
- Ingwer – vorsichtig dosiert
- Heilerde
- Kartoffelsaft
- Verdünnter Apfelessig
- Natron – selten und niedrig dosiert
- Leichtes Abendessen & 3-Stunden-Regel
- Schlafposition: Oberkörper erhöht, linksseitig
- Trigger erkennen & Portionsgrößen anpassen
1) Langsam Wasser trinken
Klares, stilles Wasser ist oft der schnellste, sanfteste „Erste Hilfe“-Trick gegen Sodbrennen. Durch kleine, wiederholte Schlucke wird Säure aus der Speiseröhre zurück in den Magen gespült und gleichzeitig verdünnt. Achte darauf, nicht hastig zu trinken, denn große Mengen auf einmal können den Magen dehnen, den Druck im Bauchraum erhöhen und den Reflux kurzfristig sogar verschlimmern. Zimmertemperatur ist ideal: Eiskaltes Wasser kann bei empfindlichen Menschen krampfartig wirken, sehr heißes Wasser reizt zusätzlich. Praktisch im Alltag: Ein Glas Wasser nach potenziell reizenden Mahlzeiten (fettig, scharf, tomaten- oder Zitruslastig) oder nach Kaffee. Für unterwegs bewährt sich eine kleine Flasche, aus der du bei Bedarf schluckweise trinkst. Ergänzend kannst du mit einem aufrechten Stand, geöffneten Schultern und ruhiger Atmung entsäuern: Das entlastet den Magen-Zwerchfell-Bereich. Wenn nächtliches Sodbrennen dein Thema ist, stelle dir am Bett ein Glas bereit und nimm bei ersten Anzeichen zwei bis drei kleine Schlucke. Wasser ersetzt keine Ursachenarbeit – aber als unkomplizierte Sofortmaßnahme hilft es vielen spürbar, ohne Nebenwirkungen und ohne deine Verdauung aus dem Takt zu bringen.
2) Kaugummi kauen (Speicheltrick)
Zuckerfreier Kaugummi steigert die Speichelproduktion – und Speichel ist ein natürlicher „Puffer“ gegen Magensäure. Mehr Speichel bedeutet häufigeres Schlucken, wodurch säurehaltiger Reflux schneller aus der Speiseröhre entfernt wird. Wähle am besten milde Sorten ohne Menthol-„Kick“, da sehr starke Minze manche Schleimhäute reizt und bei empfindlichen Personen Reflux triggern kann. Xylit als Zuckeraustauschstoff ist zahnfreundlich und fördert die Speichelbildung, kann aber in größeren Mengen blähend wirken – taste dich heran. Gute Zeitpunkte: 15–20 Minuten nach Mahlzeiten, wenn ein Druckgefühl im Oberbauch entsteht, unterwegs nach Kaffee oder wenn du längere Zeit sitzt. Kaugewohnheiten sollten bewusst dosiert sein: Zu langes oder hektisches Kauen lässt Luft in den Magen, was Aufstoßen fördern kann. Kaugummi ist kein Ersatz für Ernährungstuning, aber ein cleveres, diskretes Tool in Situationen, in denen du nicht sofort Tee kochen oder essen willst. Tipp für Abends: Kurz kauen, dann entfernen – dauerhaftes Kauen kurz vor dem Schlafen ist keine gute Idee. Wer Kieferbeschwerden hat, setzt lieber auf alternative Speichel-Booster wie langsam lutschen (zuckerfreie Pastillen) oder bewusstes Schlucken mit etwas Wasser.
3) Mandeln kauen
Gehackte oder gut gekaute Mandeln wirken bei vielen als milder Säurepuffer. Ihr Öl und die Mineralstoffe können den brennenden Reiz in der Speiseröhre beruhigen, während die feste Konsistenz das Speichelaufkommen erhöht. Wichtig ist die Menge: 5–10 Mandeln langsam kauen, nicht hastig herunterspülen. So entfalten sich die Öle im Mund, und du schluckst mehr Speichel – beides zusammen lindert. Achte auf dein Gefühl: Nüsse sind energiereich; zu viel kurz vor dem Schlafen kann den Magen belasten. Bei Nussallergien oder Unverträglichkeiten ist dieser Tipp natürlich tabu. Du kannst Mandeln auch klein hacken und über milden Haferbrei streuen, wenn dir das pur zu trocken ist. Geröstete, stark gesalzene oder gewürzte Varianten sind weniger geeignet, da Salz, Aromen und Röststoffe reizen können. Mandeldrink kann funktionieren, wenn er ungesüßt ist – Zucker fördert bei manchen Reflux über Gärung und Druckaufbau. Mandeln sind kein pharmazeutisches Antazidum, aber als schonender Küchenhelfer mit gutem Nebenwirkungsprofil werden sie von vielen Betroffenen als angenehm empfunden, gerade tagsüber zwischen Terminen, wenn keine Zeit für Tee oder warme Mahlzeiten bleibt und du eine kleine, diskrete Linderung brauchst.
4) Reife Banane
Reife Bananen sind magenschonend, liefern Pektin und resistente Stärke und werden häufig gut vertragen. Das weiche Fruchtfleisch legt sich sanft an die Schleimhäute, während die Ballaststoffe Wasser binden und die Magenentleerung harmonisieren können – beides reduziert das Risiko, dass Säure nach oben steigt. Wichtig: Wähle reife, gelbe Bananen mit ersten braunen Punkten; sehr grüne Bananen sind stärkehaltiger und können bei empfindlichen Menschen Blähungen begünstigen. Eine halbe bis ganze Banane langsam essen, gut kauen und nicht mit großen Flüssigkeitsmengen „nachspülen“, damit der Magen nicht zusätzlich gedehnt wird. Banane passt ideal als kleiner Snack zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen, wenn dich spätes Sodbrennen plagt. In Smoothies gilt: schlicht halten – Milch, Zitrus, Kakao und viel Fett können triggern. Mit Haferdrink (ungesüßt) und etwas Haferflocken bleibt der Mix magenfreundlich. Natürlich reagiert jeder unterschiedlich: Wenn du feststellst, dass Banane dir schwer im Magen liegt, probiere stattdessen Zwieback oder Haferbrei. Bananen punkten mit Kalium und sanfter Süße, ohne Säurekick – ein unkomplizierter, alltagstauglicher Helfer, der oft schon nach Minuten wohltut und sich problemlos in jede Tasche packen lässt.
5) Zwieback oder Haferflocken
Zwieback und Haferflocken gelten als klassische „Bauchschmeichler“. Sie sind mild, gut verträglich und binden überschüssige Säure. Ein kleines Stück Zwieback langsam lutschen oder gründlich kauen regt den Speichelfluss an und polstert die gereizte Speiseröhre. Haferflocken – als zarter Porridge mit Wasser oder ungesüßtem Pflanzendrink – beruhigen dank löslicher Ballaststoffe (u. a. Beta-Glucane) und sanfter Textur. Wichtig ist die Zubereitung: Wenig Zucker, keine scharfen Gewürze, keine schwer verdaulichen Fette. Ein Teelöffel Mandelmus ist oft okay, während reichlich Nussbutter oder Sahne den Magen belasten. Wer Gluten meidet, wählt zertifizierte glutenfreie Haferflocken. Tipp bei akutem Brennen: Ein paar Löffel trockene Haferflocken gut kauen und mit kleinen Schlucken Wasser nachtrinken – simpel, aber für viele effektiv. Zwieback ist besonders praktisch unterwegs oder bei Krankheitstagen, wenn die Verdauung ohnehin sensibel ist. Beachte die Portionsgröße: Große Mengen Brot, Gebäck oder Müsli blähen und können Druck erzeugen. Als Nothelfer ist eine kleine, trockene Portion ideal. So gibst du deiner Speiseröhre schnell Ruhe, ohne die Verdauung mit schwerem Essen weiter zu fordern.
6) Fenchel-Anis-Kümmel-Tee
Die klassische Kräutermischung aus Fenchel, Anis und Kümmel ist ein echter Allrounder für sensible Bäuche. Fenchel und Anis wirken wohltuend auf Krämpfe und Gasbildung, Kümmel unterstützt die Magenentleerung und lindert Druck im Oberbauch – alles Faktoren, die Reflux fördern können. Für die Zubereitung 1–2 Teelöffel der Mischung (zerstoßene Samen oder Teebeutel) mit heißem, nicht kochendem Wasser überbrühen, 8–10 Minuten ziehen lassen und in kleinen Schlucken trinken. Zu heißer Tee reizt, also kurz abkühlen lassen. Ideal nach schweren Mahlzeiten oder als Abendritual eine Stunde vor dem Schlafen. Süßen möglichst vermeiden; Honig in kleinen Mengen ist okay, doch Zucker kann Gärung begünstigen. Wer Blähungen stark spürt, trinkt den Tee sehr langsam und warm. Bei Allergien auf Doldenblütler (z. B. Sellerie, Fenchel) bitte nicht verwenden. Der Tee ersetzt keine Ursachenanalyse, harmonisiert aber sanft die Verdauung, reduziert Gasdruck und entlastet damit den Magen-Speiseröhren-Übergang. Viele kombinieren ihn im Alltag mit Esspausen und einer leicht verdaulichen, fettarmen Küche – so entsteht ein wirksames, gut verträgliches Paket, das sich ohne großen Aufwand in jede Routine einfügt.
7) Kamillentee (sanfte Rollkur)
Kamille beruhigt gereizte Schleimhäute und gilt als mild entzündungshemmend – ideal, wenn Sodbrennen mit einem rauen, wunden Gefühl einhergeht. Für die „sanfte Rollkur“ eine große Tasse Kamillentee zubereiten (5–10 Minuten ziehen lassen, dann etwas abkühlen). Trinke die Tasse in vier Etappen und wechsle dazwischen langsam die Lage: Zuerst auf dem Rücken, dann auf der rechten, anschließend auf der linken Seite und zuletzt in Bauchlage – jeweils etwa 5 Minuten. So kann der Tee die Magenwände gleichmäßig benetzen. Diese milde Variante ist alltagstauglich und weniger strikt als die klassische medizinische Rollkur. Wichtig: Nicht anwenden, wenn dir beim Lagern unwohl wird oder dir häufig schwindelig ist. Kamille kann in seltenen Fällen Allergien auslösen (Korbblütler). Verwende reine, hochwertige Tees ohne Aromen; Zusätze wie Zitrone sind ungeeignet. Kamille wirkt nicht sofort wie ein Antazidum, aber viele spüren schnell ein Nachlassen des Brennens und eine wohltuende Entspannung in der Speiseröhre. Abends angewendet, fördert sie ruhigeres Einschlafen – besonders in Kombination mit erhöhtem Oberkörper. So gibst du der Schleimhaut Zeit zur Regeneration, während du auf Reizstoffe im Essen vorübergehend verzichtest.
8) Ingwer – vorsichtig dosiert
Ingwer ist ein bewährtes Mittel gegen Übelkeit und Völlegefühl, doch bei Reflux reagiert jeder anders. In kleinen Mengen kann er die Magenpassage fördern und Gasdruck reduzieren; zu scharf dosiert reizt er die Speiseröhre und verstärkt Brennen. Starte deshalb sanft: Dünne 2–3 Scheiben frischen Ingwer mit heißem Wasser übergießen, 5–7 Minuten ziehen lassen, lauwarm in kleinen Schlucken trinken. Wenn du dich wohl fühlst, kannst du die Ziehzeit leicht erhöhen – aber nicht brennend-scharf werden lassen. Kombis mit Zitrone sind bei Sodbrennen keine gute Idee. Auch Ingwerbonbons können funktionieren, wenn sie mild sind und nicht viel Zucker enthalten. Beobachte dein persönliches Muster: Wenn Ingwer dir wiederholt Brennen macht, streiche ihn von deiner Liste und bleibe bei Fenchel-Anis-Kümmel oder Kamille. Ingwer ist besonders dann hilfreich, wenn Sodbrennen im Paket mit Übelkeit, Reisekrankheit oder „nervösem Magen“ auftritt. Er gehört in die Toolbox, aber mit Respekt vor seiner Schärfe. Als Küchenzutat passt er in milden, fettarmen Gerichten; frittiert, scharf angebraten oder mit Chili kombiniert ist er bei Reflux eher ungeeignet und gehört dann nicht in die Akutphase.
9) Heilerde
Heilerde (z. B. aus Löss) bindet überschüssige Säuren und Gase und wird traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Für akutes Sodbrennen rühren viele 1–2 Teelöffel Pulver in ein Glas stilles Wasser, kurz quellen lassen und langsam trinken. Der erdige Geschmack ist gewöhnungsbedürftig; wer mag, nimmt die Variante in Kapseln. Achte auf Produkte, die ausdrücklich für die innerliche Anwendung zugelassen sind. Heilerde wirkt mechanisch-adsorptiv, nicht pharmakologisch – deshalb ist sie für viele gut verträglich, kann aber die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen; Abstand von mindestens 2 Stunden einhalten. Nicht gleichzeitig mit eisen- oder schilddrüsenhormonen nehmen. Trinke zusätzlich etwas Wasser, damit die Masse gut weitertransportiert wird, und übertreibe die Menge nicht, um Verstopfung zu vermeiden. Heilerde eignet sich als intermittierende Hilfe – etwa an Tagen mit üppigen Mahlzeiten oder wenn du weißt, dass du unterwegs auf reizärmere Kost keinen Einfluss hast. Daueranwendungen sind nicht sinnvoll; parallel solltest du Auslöser reduzieren. In Kombination mit Oberkörperhochlagerung in der Nacht und einem leichten Abendessen berichten viele von deutlich ruhigerem Schlaf und weniger brennenden Aufwachphasen.
10) Kartoffelsaft
Frischer Kartoffelsaft ist ein traditionelles Hausmittel, das die Magensäure durch seinen basenreichen Saft mildern kann. Wichtig ist die Zubereitung: Nur rohe, festkochende, keimfreie, nicht grüne Kartoffeln verwenden. Schälen, gründlich waschen und mit einem Entsafter pressen oder fein reiben und durch ein sauberes Tuch drücken. 50–100 ml langsam trinken, nicht hastig hinunterstürzen. Der Geschmack ist neutral-erdig; auf keinen Fall salzen oder würzen. Kartoffelsaft eignet sich besonders bei Brennen nach sehr sauren Speisen oder Kaffee. Wegen hygienischer Aspekte sollte der Saft frisch zubereitet und sofort getrunken werden; Reste gehören nicht in den Kühlschrank für „später“. Menschen mit empfindlicher Verdauung starten mit kleinen Mengen und beobachten die Verträglichkeit. Kartoffelsaft ist kein Allheilmittel, fügt sich aber gut in ein sanftes Anti-Reflux-Programm ein: leichte, fettarme Kost, ausreichende Esspausen und kein spätes Naschen. Wer keinen Entsafter hat, kann auf hochwertige Fertigprodukte zurückgreifen – achte auf kurze Zutatenliste ohne Zusätze. Als gelegentliche Maßnahme hilft er vielen, vor allem wenn Brennen und Völlegefühl zusammen auftreten und du gleichzeitig auf Medikamente verzichten möchtest.
11) Verdünnter Apfelessig
Apfelessig ist umstritten: Manche berichten von besserem Magengefühl, andere erleben mehr Brennen. Wenn du ihn testen willst, dann nur verdünnt und vorsichtig. Mische 1 Teelöffel naturtrüben Apfelessig in ein großes Glas stilles Wasser, trinke langsam und stoppe bei Unbehagen. Die Idee dahinter: Bei manchen entsteht Brennen durch eine träge Magenentleerung und Gärung; milde Säure kann Reflexe anregen. Wichtig: Nie unverdünnt trinken – das reizt und kann die Zähne angreifen. Nicht geeignet bei akuten Entzündungen der Speiseröhre, offenen Stellen, starken Schmerzen oder wenn du schon beim Gedanken an Essig Brennen spürst. Teste Apfelessig besser tagsüber, nicht vor dem Schlafen. Wenn er dir guttut, nutze ihn selten als Stellschraube, nicht täglich. Alternativen sind milde, nicht saure Hausmittel wie Zwieback, Heilerde oder Fencheltee. Apfelessig gehört zu den „Kann-helfen-muss-nicht“-Optionen; setze ihn bewusst und sehr moderat ein, dokumentiere deine Reaktion und lasse ihn weg, sobald du eine Verschlechterung bemerkst. So bleibst du auf der sicheren Seite und vermeidest unnötige Reize für deine ohnehin empfindliche Speiseröhre.
12) Natron – selten und niedrig dosiert
Natriumhydrogencarbonat (Natron) neutralisiert Säure direkt, wirkt also schnell – ist aber kein Mittel für die Dauer. Löse eine Messerspitze bis maximal ½ Teelöffel in einem großen Glas Wasser, trinke langsam und höre auf deinen Körper. Zu viel Natron kann Blähungen erzeugen (CO₂-Entwicklung), die wiederum Reflux fördern, außerdem liefert es Natrium – ungünstig bei Bluthochdruck oder natriumarmen Diäten. Nie kurz nach sehr großen Mahlzeiten einsetzen: Der Gasdruck steigt, und der Magen dehnt sich. Nicht geeignet bei Nierenerkrankungen, Ödemen oder wenn dir Ärzt:innen zu natriumarmer Kost geraten haben. Als „Plan B“ für seltene, besonders lästige Episoden kann Natron sinnvoll sein, wenn sanftere Mittel nicht genügen. Dabei gilt: so wenig wie möglich, so kurz wie nötig. Parallel solltest du an Auslösern arbeiten (fette, sehr scharfe, säurelastige Speisen; Alkohol; üppige Portionen; spätes Essen). Wenn du Natron häufiger brauchst, ist das ein Zeichen, die Strategie zu verändern oder professionellen Rat einzuholen. Kurzfristige Linderung ist gut – aber am nachhaltigsten ist ein ruhiger, nicht überfüllter Magen mit entspannter Speiseröhre.
13) Leichtes Abendessen & 3-Stunden-Regel
Spätes, schweres Essen zählt zu den häufigsten Reflux-Treibern. Plane das Abendessen leicht, fettarm und frei von starken Reizen, und beende es idealerweise 2½–3 Stunden vor dem Schlafen. Diese „3-Stunden-Regel“ gibt dem Magen genug Zeit zur Vorverdauung, senkt Druck und reduziert nächtliches Brennen. Geeignet sind z. B. mild gegartes Gemüse, Reis oder Kartoffeln, etwas mageres Eiweiß (Fisch, Geflügel, Tofu) und kleine Portionen. Vermeide große Rohkostberge abends, frittierte Speisen, schwere Saucen, scharfe Chilis, viel Knoblauch, Zwiebeln, Tomatensoßen, Zitrus und Schokolade. Auch Alkohol und Nikotin lockern den unteren Speiseröhrenschließmuskel – für die Nacht kontraproduktiv. Wenn du hungrig ins Bett gehst, wähle eine kleine, trockene Kohlenhydratportion (z. B. Zwieback) und trinke ein paar Schlucke Wasser. Iss langsam, kaue gut und lege Besteckpausen ein – das senkt Luftschlucken und Völlegefühl. Wer Schichtarbeit leistet, profitiert von mehreren kleineren, reizarmen Snacks über den Abend verteilt statt einer großen Hauptmahlzeit. Die Wirkung ist oft schon nach wenigen Nächten spürbar: weniger Aufstoßen im Liegen, ruhigere Schlafphasen und morgens keine „Säurekehle“.
14) Schlafposition: Oberkörper erhöht, linksseitig
Im Liegen fließt Säure leichter nach oben. Eine Erhöhung des Oberkörpers um 10–15 cm (Keilkissen, verstellbares Lattenrost, zusätzliche Matratzenauflage) nutzt die Schwerkraft: Magensaft bleibt eher unten, und mikroskopische Reflux-Episoden nehmen ab. Stapel keine flachen Kissen – das knickt den Bauch ab und presst den Magen. Besser ist eine stabile, gleichmäßige Schräge der gesamten Liegefläche vom Becken aufwärts. Die Linksseitenlage kann zusätzlich helfen, weil der Magen-Ausgang anatomisch rechts liegt; links liegt der Magen tiefer als die Speiseröhre. Trinke in der Stunde vor dem Schlafen nur kleine Schlucke, meide Alkohol und Nikotin und verzichte auf enge Nachtwäsche, die den Bauch einschnürt. Wenn nächtlicher Husten, Heiserkeit oder ein „Säuregeschmack“ dich häufig wecken, kombiniere diese Position mit einem leichten Abendessen und ggf. einem milden Tee. Viele spüren schon nach wenigen Nächten eine deutliche Erleichterung. Auch ein Glas Wasser am Bett kann helfen: Bei erstem Brennen zwei kleine Schlucke nehmen, kurz aufsetzen, dann wieder zur linken Seite drehen. So unterstützt du die Anatomie, statt gegen sie zu schlafen.
15) Trigger erkennen & Portionsgrößen anpassen
Sodbrennen hat oft persönliche Muster. Führe für zwei Wochen ein Mini-Protokoll: Was, wann, wie viel gegessen oder getrunken, Situation (Stress, Eile, Sitzen, Liegen), Symptome und Stärke. Häufige Trigger sind sehr große Portionen, viel Fett, Schärfe, Tomaten, Zitrus, Schokolade, Kaffee, Kohlensäure, Alkohol und sehr süße Desserts. Auch hastiges Essen, enge Kleidung und langes Sitzen nach Mahlzeiten fördern Reflux. Die Stellschrauben: kleinere Portionen, langsam essen, gründlich kauen, Esspausen von 3–4 Stunden, Fett sparsam verwenden, Getränke ohne Kohlensäure bevorzugen und potenzielle Reize schrittweise testen statt pauschal alles zu verbannen. Plane „sichere“ Basics: mild gegartes Gemüse, Kartoffeln/Reis, mageres Eiweiß, reife Banane, Zwieback/Porridge. In stressigen Phasen helfen Essensroutinen und kleine, planbare Snacks, damit du nicht abends übergroß nachholst. Beobachte auch Körperhaltung: aufrecht sitzen, nach dem Essen 20–30 Minuten spazieren, erst dann hinsetzen. Diese pragmatische Feinarbeit reduziert nicht nur akutes Brennen, sondern auch die Häufigkeit neuer Episoden – und du gewinnst Sicherheit im Alltag, ohne dich übermäßig einzuschränken.
Tabelle: Hausmittel & Anwendung (Überblick)
| Hausmittel | Anwendung | Wirkprinzip | Typische Portion | Achtung/Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Apfelessig (verdünnt) | 1 TL in großem Glas Wasser, langsam trinken | Anregung der Magenpassage | 1× gelegentlich | Nur verdünnt; absetzen bei Brennen; nicht vor dem Schlafen |
| Banane (reif) | Langsam essen, gut kauen | Schleimhautberuhigend, Pektin | ½–1 Frucht | Grüne Bananen blähen eher |
| Fenchel-Anis-Kümmel | Warm, in kleinen Schlucken | Entblähend, krampflösend | 1 Tasse | Allergie auf Doldenblütler beachten |
| Heilerde | In Wasser eingerührt | Bindet Säure/Gase | 1–2 TL | Abstand zu Medikamenten (≥2 h) |
| Ingwer mild | Kurz ziehen lassen, lauwarm trinken | Fördert Magenpassage | 2–3 Scheiben | Bei Reizung weglassen |
| Kamille (Rollkur) | In vier Lagen je ~5 Min | Schleimhautberuhigend | 1 große Tasse | Korbblütler-Allergie möglich |
| Kartoffelsaft | Frisch gepresst, langsam trinken | Basenreich, puffernd | 50–100 ml | Nur frisch; hygienisch arbeiten |
| Kaugummi (zuckerfrei) | 10–20 Min nach Mahlzeit | Mehr Speichel, schnellere Klärung | 1 Stück | Nicht zu lang kauen; Luftschlucken |
| Leichtes Abendessen | Fettarm, reizarm, früh | Senkt nächtlichen Reflux | – | 3-Stunden-Regel vor Schlafen |
| Mandeln | 5–10 Stück gründlich kauen | Puffernd, mehr Speichel | Kleine Handvoll | Nicht bei Nussallergie |
| Natron | In viel Wasser, langsam | Neutralisiert Säure | Messerspitze–½ TL | Selten nutzen; Natrium beachten |
| Oberkörper erhöht | Keilkissen/Lattenrost | Schwerkraft nutzt | – | Keine Kissenstapel |
| Wasser (still) | Schluckweise | Spült/verdünnt Säure | 1 Glas | Nicht hastig, Zimmertemperatur |
| Zwieback | Langsam lutschen/kauen | Bindet Säure, mehr Speichel | 1–2 Stück | Große Mengen blähen |
| Haferflocken | Als milder Porridge | Beta-Glucane, sanft | 3–5 EL | Wenig Zucker/Fett, langsam essen |
Hinweis: Bei häufigem, starkem oder nächtlichem Sodbrennen, Begleitsymptomen wie Schluckstörungen, Bluterbrechen, Blut im Stuhl, Heiserkeit oder hartnäckigem Husten: ärztlich abklären. Medikamente niemals eigenmächtig absetzen; bei Dauermedikation Wechselwirkungen beachten.









