Ab welcher Außentemperatur sollte man heizen?

Die Frage ab welcher Außentemperatur man heizen sollte, taucht jedes Jahr wieder auf sobald es draußen kühler wird. Einerseits möchtest Du Heizkosten sparen und die Umwelt schonen, andererseits aber nicht frieren oder Deine Gesundheit riskieren. Dazu kommt die Sorge vor Schimmel, wenn die Wohnung lange auskühlt und die Luftfeuchtigkeit steigt. Viele suchen dann nach einer festen Gradzahl als klare Orientierung, doch so einfach ist es in der Praxis nicht. Entscheidend ist nämlich nicht nur die Temperatur draußen, sondern vor allem die tatsächliche Raumtemperatur, die Bauweise und Dämmung des Hauses, die Luftfeuchtigkeit, Deine persönliche Wohlfühlzone und die Bedürfnisse aller Bewohner. In diesem Artikel bekommst Du deshalb keine starre Zahl, sondern verständliche Regeln an die Hand wie Du aus Außentemperatur, Innenraumklima und Deinem Alltag sinnvolle Entscheidungen ableiten kannst. Du erfährst, welche Raumtemperaturen für verschiedene Zimmer empfohlen werden, ab wann Schimmelgefahr steigt, welche Rolle Mietrecht und Heizperiode spielen und wie Du energieeffizient heizt ohne Komfortverlust. Am Ende findest Du eine übersichtliche Tabelle mit Orientierungswerten zu Außentemperatur und Heizverhalten, an der Du Dich im Alltag gut orientieren kannst.

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Ab welcher Außentemperatur sollte man heizen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum es keine feste Außentemperatur zum Heizen gibt
  2. Wohlfühltemperatur im Wohnraum wie viel Wärme der Körper braucht
  3. Empfohlene Raumtemperaturen für verschiedene Zimmer
  4. Wie Außentemperatur und Raumtemperatur zusammenhängen
  5. Gebäudeart und Dämmung als wichtigster Faktor
  6. Luftfeuchtigkeit und Schimmelgefahr bei zu wenig Heizen
  7. Gesundheitliche Aspekte für empfindliche Personengruppen
  8. Heizkosten sparen ohne zu frieren
  9. Heizen bei wechselhaftem Herbstwetter
  10. Nachts heizen oder absenken was sinnvoll ist
  11. Heizen in Mietwohnungen rechtliche Rahmenbedingungen
  12. Heizen im Eigenheim praktische Startregeln
  13. Außentemperatur und Heizstart bei Fußbodenheizung und Wärmepumpe
  14. Häufige Fehler beim Heizen zum Saisonstart
  15. Eigene Heizstrategie entwickeln Schritt für Schritt

1. Warum es keine feste Außentemperatur zum Heizen gibt

Viele wünschen sich eine einfache Antwort wie ab zehn Grad draußen musst Du die Heizung einschalten. In der Realität hängt der richtige Zeitpunkt aber von viel mehr Faktoren ab als nur von der Anzeige des Außenthermometers. Ein gut gedämmtes Neubauhaus hält die Wärme im Inneren deutlich länger als ein unsanierter Altbau, selbst wenn die Außentemperatur identisch ist. Auch die Ausrichtung der Wohnung, große Fensterflächen mit Sonneneinstrahlung oder schattige Nordlage spielen eine Rolle. Entscheidend ist deshalb die Raumtemperatur und nicht die bloße Außentemperatur. Als grobe Orientierung gilt, dass Aufenthaltsräume dauerhaft etwa bei zwanzig Grad liegen sollten und nicht über viele Stunden deutlich darunter fallen sollten. Wird es draußen mehrere Tage hintereinander kühler und die Innentemperatur sinkt spürbar unter Dein Wohlfühlniveau, ist es Zeit die Heizung langsam hochzufahren statt zu warten bis man friert. Beobachte also am besten mit einem einfachen Thermometer die Temperaturen in Deinen wichtigsten Räumen und kombiniere dieses Wissen mit dem Blick auf die Außentemperatur und Wettervorhersage. So findest Du einen flexiblen Punkt an dem das Heizen sinnvoll beginnt ohne Energie zu verschwenden oder Deine Gesundheit zu gefährden.

2. Wohlfühltemperatur im Wohnraum wie viel Wärme der Körper braucht

Damit Du die Frage nach der richtigen Außentemperatur besser einordnen kannst, lohnt sich zuerst der Blick auf den Körper. Die meisten Menschen fühlen sich bei einer Raumtemperatur von etwa zwanzig bis zweiundzwanzig Grad in Wohnräumen am wohlsten. Der Körper muss dann nur wenig nachheizen, Muskeln entspannen besser und Du kannst Dich ohne dicke Pullover normal bewegen. Wird es deutlich kühler, reagiert Dein Kreislauf mit vermehrter Muskelanspannung und leichtem Zittern, um Wärme zu erzeugen. Das kostet Energie und kann bei empfindlichen Menschen auf Dauer den Körper belasten. Gleichzeitig empfinden manche Menschen, etwa sportliche Personen oder solche mit höherem Stoffwechsel, etwas geringere Temperaturen als angenehm, während Ältere oder sehr schlanke Menschen schnell frieren. Wichtig ist, auf Dein persönliches Empfinden zu achten, dabei aber geprüfte Orientierungswerte im Hinterkopf zu behalten. Wenn Du langfristig versuchst Räume deutlich unter achtzehn Grad zu nutzen, nur um Heizkosten zu sparen, kann das zu Verspannungen, Erkältungsanfälligkeit und einem insgesamt ungemütlichen Wohngefühl führen. Nimm Dir daher die Freiheit, Deine Wohlfühltemperatur im Rahmen vernünftiger Werte zu finden und nutze sie als Maßstab, ab wann das Heizen bei sinkender Außentemperatur sinnvoll wird.

3. Empfohlene Raumtemperaturen für verschiedene Zimmer

Nicht jeder Raum braucht gleich viel Wärme. Für das Wohnzimmer in dem Du Dich lange aufhältst, werden in der Regel etwa zwanzig bis zweiundzwanzig Grad empfohlen. Hier sitzt Du oft ruhig auf dem Sofa, liest oder schaust einen Film und bewegst Dich wenig, weshalb ein etwas höheres Temperaturniveau angenehm ist. Im Schlafzimmer dagegen darf es kühler sein, viele schlafen bei sechzehn bis achtzehn Grad besser und empfinden frische Luft als angenehm. Wichtig ist aber, dass der Raum nicht komplett auskühlt und tagsüber nicht stundenlang im Bereich von zwölf oder dreizehn Grad bleibt, sonst steigt die Gefahr von Kondenswasser an kühlen Wänden. In der Küche sorgen Herd und Ofen zeitweise für zusätzliche Wärme, hier reichen meist achtzehn bis zwanzig Grad. Im Bad werden oft zweiundzwanzig Grad oder etwas mehr als angenehm empfunden, da Du Dich dort unbekleidet aufhältst und schnell frieren kannst. Für Flure und wenig genutzte Zimmer sind sechzehn bis achtzehn Grad meist ausreichend. Diese unterschiedlichen Zieltemperaturen helfen Dir, beim Blick auf die Außentemperatur sinnvoll zu entscheiden ab wann Du in welchem Raum heizen solltest. Denn nicht die gesamte Wohnung muss gleich warm sein, eine abgestufte Strategie ist oft deutlich effizienter.

4. Wie Außentemperatur und Raumtemperatur zusammenhängen

Die Außentemperatur ist der wichtigste äußere Faktor dafür wie schnell ein Gebäude Wärme verliert. Je größer der Unterschied zwischen innen und außen ist, desto schneller strömt Wärme nach draußen. An einem milden Tag kann ein gut gedämmtes Haus selbst ohne Heizung lange auf etwa zwanzig Grad bleiben, weil die Außenwände und Fenster wenig Energie verlieren. Fällt die Außentemperatur dagegen in den einstelligen Bereich, kühlen schlecht gedämmte Wände, undichte Fenster und schlecht isolierte Dächer deutlich schneller aus. Besonders in Altbauten merkst Du dann, dass Räume innerhalb weniger Stunden spürbar kühler werden, obwohl die Heizung nur wenig heruntergedreht war. Aus diesem Grund orientieren sich viele an einer groben Marke von etwa zwölf bis fünfzehn Grad Außentemperatur als Beginn der Heizsaison. Sinkt die Temperatur mehrere Tage am Stück unter diesen Bereich und werden Räume trotz Sonneneinstrahlung immer kühler, ist der Moment gekommen die Heizung schrittweise hochzudrehen. Beobachte gleichzeitig die Innentemperatur in den wichtigsten Zimmern. Sobald diese deutlich unter achtzehn bis neunzehn Grad fällt, obwohl Du normale Kleidung trägst, ist es meist sinnvoll zu heizen statt nur mit Decken und Pullover zu reagieren. So verknüpfst Du Außentemperatur und Innenthermometer sinnvoll.

5. Gebäudeart und Dämmung als wichtigster Faktor

Ob Du bei zwölf Grad Außentemperatur schon heizen musst oder noch problemlos warten kannst, hängt stark von der Bauweise Deines Hauses ab. In einem modernen Neubau mit sehr guter Dämmung, dreifach verglasten Fenstern und dichten Türen bleibt die gespeicherte Wärme viel länger im Gebäude. Hier erreichst Du oft, dass Wohnräume auch bei Außentemperaturen im einstelligen Bereich ohne Heizung noch angenehm temperiert sind, besonders wenn tagsüber die Sonne durch große Fenster scheint. In einem älteren Altbau mit ungedämmten Außenwänden sieht das anders aus. Hier kühlen Wände und Fensterflächen schneller ab, Zugluft und kleine Undichtigkeiten sorgen für zusätzliche Verluste. Räume können schon bei moderaten Außentemperaturen unter achtzehn Grad fallen, wenn nicht beheizt wird. In diesem Fall solltest Du früher heizen, weil eine zu stark ausgekühlte Bausubstanz mehr Energie benötigt, um wieder auf ein gutes Niveau gebracht zu werden. Auch Dachgeschosswohnungen reagieren empfindlicher, da das Dach mehr Wärme abgibt als eine mittlere Etage. Wenn Du Dein Gebäude kennst, kannst Du aus der Außentemperatur viel besser ableiten was sinnvoll ist. Wer gerade eingezogen ist, sollte einige Übergangstage nutzen, um zu beobachten wie schnell die Wohnung bei verschiedenen Außentemperaturen auskühlt und daraus eine persönliche Heizgrenze ableiten.

6. Luftfeuchtigkeit und Schimmelgefahr bei zu wenig Heizen

Beim Thema Heizen geht es nicht nur um Wärme, sondern immer auch um die richtige Luftfeuchtigkeit. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Kühlt ein Raum stark aus, steigt die relative Luftfeuchtigkeit und die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit an kalten Stellen niederschlägt. Besonders gefährdet sind schlecht gedämmte Außenwände, Fensterlaibungen, Möbelrückseiten und Raumecken. Wenn Du aus Sparsamkeit bei niedrigen Außentemperaturen kaum heizt und gleichzeitig normale Alltagsfeuchte aus Kochen, Duschen, Atmen und Wäsche trocknen dazu kommt, kann sich an diesen Stellen schnell Kondenswasser bilden. Bleibt das über längere Zeit unbemerkt, droht Schimmelbefall. Um das zu vermeiden, solltest Du Wohnräume dauerhaft zumindest im Bereich von etwa achtzehn Grad halten und regelmäßig stoßlüften. In weniger genutzten Räumen genügen sechzehn Grad, aber noch niedrigere Werte solltest Du nur kurzfristig zulassen. Ein Hygrometer hilft Dir, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Werte zwischen vierzig und sechzig Prozent sind in der Regel optimal. Steigt die Feuchte trotz Lüften regelmäßig höher und die Außentemperatur liegt schon im einstelligen Bereich, ist es höchste Zeit, den Heizbetrieb anzupassen. So schützt Du Gesundheit und Bausubstanz auch dann, wenn Du grundsätzlich sparsam heizen möchtest.

7. Gesundheitliche Aspekte für empfindliche Personengruppen

Die Frage ab wann geheizt werden sollte stellt sich besonders deutlich, wenn Kinder, ältere Menschen oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen im Haushalt leben. Ihr Organismus reagiert empfindlicher auf Temperaturschwankungen und Kälte. Bei Babys und Kleinkindern ist die Fähigkeit zur Temperaturregulation noch nicht so ausgeprägt, sie verlieren über Kopf und Füße schneller Wärme. Ältere Menschen frieren oft leichter, weil Muskelmasse und Kreislaufleistung abgenommen haben. Wer Herz Kreislauf Probleme, Rheuma oder Atemwegserkrankungen hat, kann ebenfalls negativ auf kalte Wohnräume reagieren. Für diese Gruppen ist es wichtig, dass Aufenthaltsräume nicht dauerhaft unter etwa neunzehn bis zwanzig Grad fallen. Spätestens wenn die Außentemperatur über mehrere Tage unter zehn bis zwölf Grad liegt und die Innentemperatur merklich sinkt, solltest Du daher nicht nur auf extra Decken setzen, sondern gezielt heizen. Achte darauf, dass die Luft nicht zu trocken wird, etwa durch Wasserschalen auf der Heizung oder Zimmerpflanzen, denn sehr trockene Luft kann Schleimhäute zusätzlich reizen. Die richtige Balance zwischen ausreichend warmem, aber nicht überheiztem Wohnraum ist gerade für empfindliche Menschen ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge in der kalten Jahreszeit.

8. Heizkosten sparen ohne zu frieren

Viele warten aus Angst vor hohen Heizkosten sehr lange mit dem Start der Heizperiode und sitzen dann mit Pulli und Decke in kühlen Zimmern. Sinnvoller ist es, moderat zu heizen und gleichzeitig alle Einsparmöglichkeiten im Alltag auszuschöpfen. Zunächst lohnt sich ein Blick auf die Thermostatventile. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur kann spürbar Energie sparen. Statt auf zweiundzwanzig Grad aufzudrehen, reichen im Wohnzimmer oft zwanzig Grad, im Schlafzimmer etwas weniger. Dichte Fenster und Türen ab, damit keine Zugluft entsteht, nutze schwere Vorhänge in der Nacht und ziehe Rollos oder Jalousien abends zu, um Wärmeverluste zu verringern. Halte Heizkörper frei, damit die Luft ungehindert zirkulieren kann. Dicke Gardinen direkt vor dem Heizkörper oder Möbel direkt davor verhindern, dass die Wärme in den Raum gelangt. Stoßlüften ist wesentlich effizienter als dauerhaft gekippte Fenster. Mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten weites Öffnen bei ausgeschaltetem Heizkörper sorgt für frische Luft, ohne den Raum unnötig auszukühlen. Mit diesen Maßnahmen kannst Du schon bei moderaten Außentemperaturen für behagliche Wärme sorgen und musst die Heizung nicht auf hohe Stufen stellen, sobald es draußen kälter wird.

9. Heizen bei wechselhaftem Herbstwetter

Besonders schwierig wird die Entscheidung ab wann geheizt werden sollte in den Übergangszeiten. An manchen Herbsttagen ist es morgens kalt, mittags angenehm mild und abends wieder kühl. Hier zahlt es sich aus, nicht nur auf eine starre Heizperiode zu vertrauen, sondern flexibel zu reagieren. Wenn die Außentemperatur morgens deutlich im einstelligen Bereich liegt, kannst Du die Heizung für einige Stunden moderat laufen lassen, um die Räume auf ein angenehmes Niveau zu bringen, und sie tagsüber wieder etwas reduzieren, wenn die Sonne scheint. Programmierbare Thermostate sind hier sehr hilfreich, weil sie bestimmte Zeiten automatisch steuern. Du kannst etwa festlegen, dass die Heizung früh am Morgen leicht hochfährt und am späten Vormittag wieder herunterregelt. Beobachte in dieser Phase besonders genau die Raumtemperaturen und Dein eigenes Empfinden. Wenn Du feststellst, dass Räume trotz milderer Mittagswerte dauerhaft unter achtzehn Grad bleiben, sollte die Heizung auch tagsüber etwas mehr leisten. So findest Du im Herbst eine gute Balance, bei der die Wohnung nicht auskühlt und trotzdem keine unnötige Energie verschwendet wird.

10. Nachts heizen oder absenken was sinnvoll ist

Nachts ist der Wärmebedarf geringer, da Du im Bett unter Decken liegst und Dich wenig bewegst. Viele möchten hier Energie sparen und fragen sich, wie stark sie die Heizung absenken können. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Raumtemperatur in der Nacht etwas zu reduzieren, meist um zwei bis drei Grad. Vollständig auf null sollte die Heizung in der kalten Jahreszeit jedoch nicht gestellt werden. Wenn Räume zu stark auskühlen, kostet das morgendliche Aufheizen mehr Energie und die Bausubstanz wird unnötig belastet. Sobald die Außentemperatur sich dem einstelligen Bereich nähert oder darunter liegt, ist eine sanfte Nachtabsenkung statt völliger Abschaltung die bessere Wahl. In wenig genutzten Räumen kann die Temperatur nachts auf sechzehn Grad sinken, in Schlafzimmern ebenfalls, während Wohnräume nicht dauerhaft kälter als etwa achtzehn Grad werden sollten. Programmierbare Thermostate oder zentrale Heizungssteuerungen helfen Dir, diese Nachtabsenkung automatisch umzusetzen. So bleibt die Wohnung auch bei niedrigen Außentemperaturen ausreichend temperiert, ohne dass Du wertvolle Energie verschwendest.

11. Heizen in Mietwohnungen rechtliche Rahmenbedingungen

Wenn Du zur Miete wohnst, spielt beim Thema Heizen nicht nur Dein persönliches Empfinden und die Außentemperatur eine Rolle, sondern auch rechtliche Vorgaben und der Inhalt des Mietvertrags. In vielen Verträgen ist eine Heizperiode definiert, die grob zwischen Anfang Oktober und Ende April liegt. In dieser Zeit muss der Vermieter in der Regel sicherstellen, dass eine bestimmte Mindesttemperatur in der Wohnung erreicht werden kann, meist etwa zwanzig Grad in Wohnräumen tagsüber. Auch außerhalb dieser Heizperiode kann ein Anspruch entstehen, wenn die Außentemperatur ungewöhnlich niedrig ist und die Raumtemperatur ohne Heizen deutlich unter ein gesundes Niveau fällt. Für Dich als Mieter bedeutet das, dass Du bei längeren Kältephasen nicht frieren musst, nur weil der Kalender noch einen Herbstmonat anzeigt. Gleichzeitig bist Du verantwortlich für ein korrektes Heiz und Lüftungsverhalten, um Schimmel zu vermeiden. Wenn Du aus Sparsamkeit nicht heizt, obwohl es draußen sehr kalt ist, und später Feuchtigkeitsschäden auftreten, kann das zu Streit mit dem Vermieter führen. Eine sinnvolle Nutzung orientiert sich daher sowohl an Außentemperatur und persönlicher Wahrnehmung als auch an den Regelungen im Vertrag und den allgemein anerkannten Temperaturempfehlungen.

12. Heizen im Eigenheim praktische Startregeln

Im Eigenheim entscheidest allein Du, ab welcher Außentemperatur Du mit dem Heizen beginnst. Hier zahlt sich eine praktische Regel aus, die Außentemperatur, Innentemperatur und Wetterprognose kombiniert. Beobachte im frühen Herbst zunächst einige Tage, wie sich die Räume ohne Heizung verhalten. Bleiben Wohnzimmer und wichtige Aufenthaltsräume auch bei zwölf bis fünfzehn Grad draußen noch bei etwa neunzehn bis zwanzig Grad und fühlst Du Dich wohl, kannst Du mit dem Heizstart noch warten. Sinkt die Innentemperatur jedoch mehrere Tage hintereinander unter achtzehn Grad und ist für die nächsten Tage eher kühlere Witterung angesagt, solltest Du die Heizung aktivieren und auf eine moderate Grundtemperatur einstellen. Eine weitere praktische Faustregel ist, dass Du spätestens dann heizen solltest, wenn Du trotz normaler Kleidung und leichter zusätzlicher Schicht dauerhaft frierst oder kalte Hände und Füße hast. Denn ständiges Frieren bedeutet Stress für den Körper und schmälert die Lebensqualität. Miss außerdem Luftfeuchtigkeit und Temperatur mit einfachen Geräten. Wenn die Feuchte steigt und sich Wände kühl anfühlen, ist es sinnvoll, mit dem Heizen zu beginnen, auch wenn die Außentemperatur noch nicht sehr niedrig ist.

13. Außentemperatur und Heizstart bei Fußbodenheizung und Wärmepumpe

Wenn Dein Haus mit einer Fußbodenheizung oder einer Wärmepumpe arbeitet, gelten etwas andere Regeln als bei klassischen Heizkörpern. Beide Systeme sind auf niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt und reagieren langsamer. Das bedeutet, dass es länger dauert, bis ein ausgekühlter Raum wieder angenehm warm ist. Gerade bei Fußbodenheizung spürst Du den Komfort vor allem über warme Bodenflächen, die nicht innerhalb weniger Minuten aufgeheizt werden können. Deshalb ist es bei solchen Systemen sinnvoll, die Heizung etwas früher zu aktivieren, sobald die Außentemperaturen dauerhaft sinken. Statt bei plötzlichem Kälteeinbruch rapide aufzudrehen, arbeitest Du besser mit einer gleichmäßigen, leicht abgesenkten Temperatur, die rund um die Uhr gehalten wird. Wenn die Außentemperatur über Tage im Bereich von zehn bis zwölf Grad liegt und weiter fällt, empfiehlt es sich, die Heizkurve so zu justieren, dass die Räume konstant auf etwa neunzehn bis einundzwanzig Grad kommen. Kurzzeitige vollständige Abschaltungen etwa über die Nacht bringen bei träge reagierenden Systemen meist keinen Vorteil, da das anschließende Aufheizen mehr Energie fordert. Eine intelligente Steuerung, die auch die Wetterprognose berücksichtigt, hilft Dir, Komfort und Effizienz bei wechselnden Außentemperaturen unter einen Hut zu bringen.

14. Häufige Fehler beim Heizen zum Saisonstart

Zum Beginn der Heizsaison passieren immer wieder ähnliche Fehler, die Komfort kosten oder Energie verschwenden. Viele warten sehr lange mit dem Heizen, lassen die Wohnung bei niedrigen Außentemperaturen stark auskühlen und drehen dann spontan alle Thermostate auf die höchste Stufe. Das führt kurzfristig zu hohen Verbräuchen und ungleichmäßig warmen Räumen, weil Möbel und Wände noch kalt sind. Auch dauerhaft gekippte Fenster in der Übergangszeit sind problematisch. Sie sorgen zwar für etwas Frischluft, kühlen aber besonders den Bereich um den Heizkörper aus und lassen viel Energie nach draußen entweichen. Besser ist konsequentes Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern bei ausgeschaltetem Heizkörper. Ein weiterer Fehler besteht darin, Heizkörper mit Möbeln oder langen Vorhängen zu verdecken, sodass die Wärme nicht frei in den Raum gelangt. Manche unterschätzen zudem die Bedeutung der Luftfeuchtigkeit und wundern sich über beschlagene Fenster oder Schimmelflecken, wenn sie bei kalter Witterung kaum heizen, aber viel Feuchtigkeit durch Kochen und Duschen eintragen. Wenn Du diese typischen Fehler vermeidest und stattdessen frühzeitig auf moderates, kontinuierliches Heizen setzt, wird der Übergang in die kalte Jahreszeit deutlich angenehmer.

15. Eigene Heizstrategie entwickeln Schritt für Schritt

Am Ende geht es darum, aus allgemeinen Empfehlungen eine Heizstrategie abzuleiten, die zu Dir, Deinem Haus und Deinem Alltag passt. Notiere Dir einige Tage lang Außentemperatur, Raumtemperatur in den wichtigsten Räumen und Dein persönliches Empfinden. Du wirst schnell ein Gefühl dafür entwickeln, bei welchen Außentemperaturen Deine Wohnung ohne Heizung noch behaglich bleibt und ab wann sie spürbar auskühlt. Kombiniere diese Beobachtungen mit den empfohlenen Temperaturbereichen für unterschiedliche Zimmer. Lege Dir persönliche Zielwerte fest, etwa zwanzig Grad im Wohnzimmer und achtzehn Grad im Schlafzimmer. Sobald die Außentemperatur mehrere Tage in Folge dazu führt, dass diese Werte deutlich unterschritten werden, ist es Zeit, die Heizung dauerhaft einzuschalten. Nutze programmierbare Thermostate, um typische Tagesabläufe abzubilden, etwa höhere Temperaturen am Morgen und Abend und leichte Absenkung tagsüber und nachts. Achte außerdem darauf, die Luftfeuchtigkeit im optimalen Bereich zu halten, regelmäßig stoßzulüften und Heizkörper frei zu halten. Mit der Zeit entsteht so eine individuelle Heizstrategie, bei der Du Dich wohlfühlst, Schimmel vermeidest und trotzdem nicht mehr Energie verbrauchst als nötig. Die Außentemperatur dient Dir dann als hilfreiche Orientierung, ist aber nicht mehr die einzige Entscheidungsgrundlage.

Tabelle Orientierung für Außentemperatur und Heizstart

Außentemperatur draußen Typische Innentemperatur ohne Heizen* Empfehlung Heizen Hinweis
Über 18 Grad Meist über 21 Grad Heizung aus Lüften und Sonneneinstrahlung nutzen
15 bis 18 Grad Etwa 19 bis 21 Grad Je nach Empfinden Kurzzeitiges morgendliches Heizen kann reichen
12 bis 15 Grad Etwa 18 bis 20 Grad Leicht heizen Wohnräume auf etwa 20 Grad bringen, Schlafzimmer kühler lassen
10 bis 12 Grad Etwa 17 bis 19 Grad Heizen sinnvoll Dauerhaftes Auskühlen der Wände vermeiden, Luftfeuchte beobachten
5 bis 10 Grad Etwa 16 bis 18 Grad Dauerhaft heizen Wohnräume auf rund 20 Grad, andere Räume mindestens 16 Grad
0 bis 5 Grad Unter 17 Grad Deutlich heizen Nachtabsenkung moderat halten, Stoßlüften konsequent durchführen
Unter 0 Grad Unter 16 Grad Durchgehend heizen Keine vollständige Abschaltung, empfindliche Personen besonders schützen
Feuchteprobleme unabhängig von Temperatur Unterschiedlich Heizen und Lüften Auf Hygrometer achten, Schimmelgefahr reduzieren
Sonnige Tage bei kühler Luft Unterschiedlich Flexibel regeln Tagsüber Sonne nutzen, abends früh moderat heizen
Längerer Kälteeinbruch Deutlich sinkende Innentemperatur Heizniveau anheben Stabilere Grundtemperatur wählen statt ständigen Änderungen

* Die tatsächlichen Innentemperaturen ohne Heizen hängen stark von Dämmung, Gebäudeart und Nutzung ab. Die Werte dienen nur als grobe Orientierung.

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