Extreme Hitze belastet ein Bienenvolk erheblich, denn im Bienenstock muss auch an heißen Sommertagen ein möglichst stabiles Klima herrschen. Steigen die Außentemperaturen deutlich über 30 Grad Celsius, benötigen Honigbienen zusätzliches Wasser, um die Brut zu schützen, den Stock zu kühlen und ihren eigenen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Wasserholerinnen fliegen gezielt zu geeigneten Quellen, nehmen dort Flüssigkeit auf und verteilen sie im Volk. Die Arbeiterinnen bringen das Wasser in feinen Tropfen auf die Waben und erzeugen durch Flügelschlagen einen kühlenden Luftstrom. Durch die Verdunstung sinkt die Temperatur im Bienenstock. Fehlt eine sichere Bienentränke, nutzen die Tiere möglicherweise Regentonnen, Pools, Vogeltränken, Teiche oder Pfützen. Dort drohen Ertrinken, belastetes Wasser und Konflikte mit Nachbarn. Du kannst Deine Bienenvölker unterstützen, indem Du rechtzeitig eine saubere, flache und dauerhaft erreichbare Wasserstelle einrichtest. Entscheidend sind schwimmende Landeflächen, ein standsicherer Standort, regelmäßige Reinigung und ein ausreichender Abstand zum Flugloch. Die Tränke sollte bereits vor einer Hitzewelle bekannt sein, denn Bienen bleiben einer einmal gewählten Wasserquelle häufig treu. Mit einer gut vorbereiteten Wasserversorgung erleichterst Du ihnen die Klimatisierung des Stocks und verringerst unnötig lange Sammelflüge.

1. Warum Bienen bei extremer Hitze mehr Wasser brauchen
Wasser ist für Honigbienen nicht nur zum Trinken wichtig. Im Sommer nutzen sie es vor allem zur Kühlung des Brutnestes. Arbeiterinnen verteilen kleine Tropfen auf den Waben, während andere Bienen am Flugloch und im Inneren kräftig mit den Flügeln fächeln. Die entstehende Verdunstungskälte hilft, die Temperatur im Bienenstock zu regulieren. Das ist besonders wichtig, weil sich Brut und Wachs bei anhaltender Hitze nicht beliebig erwärmen dürfen. Zusätzlich benötigen Ammenbienen Wasser zur Herstellung des Futtersaftes für die Larven. Je heißer und trockener das Wetter ist, desto mehr Wasserholerinnen muss das Volk einsetzen. Eine nahe gelegene Bienentränke verkürzt ihre Flugwege und lässt mehr Sammelbienen für Nektar, Pollen und andere Aufgaben verfügbar.
2. Wassermangel und Überhitzung frühzeitig erkennen
An heißen Tagen sitzen häufig viele Bienen vor dem Flugloch oder bilden einen sogenannten Bienenbart an der Beute. Dieses Verhalten kann der Entlastung des Innenraums dienen und ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Auffällig wird es, wenn die Tiere dauerhaft stark fächeln, hektisch nach Wasser suchen oder ungewöhnlich viele Bienen an ungeeigneten Wasserstellen erscheinen. Auch eine stark aufgeheizte Beute in voller Sonne erhöht die Belastung. Öffne den Bienenstock jedoch nicht ständig zur Kontrolle, denn dadurch störst Du die Klimaregulierung und lässt zusätzliche Wärme eindringen. Prüfe stattdessen Flugloch, Beschattung, Wasserangebot und Luftzirkulation von außen. Eine verlässliche Tränke sollte spätestens vor angekündigten Hitzeperioden gefüllt und den Bienen bereits bekannt sein.
3. Eine sichere Bienentränke richtig aufbauen
Eine Bienentränke darf keine offene, tiefe Wasserfläche ohne Halt bieten. Bienen können auf glatten Oberflächen leicht abrutschen und ertrinken. Verwende eine flache Schale, einen Untersetzer oder einen geeigneten Behälter und fülle ihn mit Steinen, Kies, Korkstücken, Holz, Moos oder schwimmenden Pflanzen. Zwischen diesen Materialien sollen kleine Wasserbereiche entstehen, die von sicheren Landeflächen aus erreichbar sind. Besonders praktisch ist ein leicht geneigter Aufbau, bei dem nur ein Teil der Steine im Wasser liegt. So finden die Bienen trockene Sitzplätze und können Flüssigkeit am feuchten Rand aufnehmen. Die Tränke muss stabil stehen und darf bei Wind nicht umkippen. Fülle lieber regelmäßig nach, als einen tiefen Behälter ohne ausreichende Ausstiegshilfen zu verwenden.
4. Den besten Standort für die Wasserstelle wählen
Platziere die Bienentränke nicht unmittelbar vor dem Flugloch. Dort herrscht reger Flugbetrieb, und ausfliegende oder heimkehrende Bienen könnten gestört werden. Ein Standort in einigen Metern Entfernung ist meist geeigneter. Morgensonne hilft, das Wasser früh erreichbar zu machen, während leichter Schatten am Nachmittag eine starke Erwärmung und schnelle Verdunstung bremst. Stelle die Tränke möglichst windgeschützt und auf einer gut sichtbaren, frei anfliegbaren Fläche auf. Vermeide Plätze direkt an häufig benutzten Sitzbereichen, Kinderspielplätzen oder Gartenwegen. Besonders wichtig ist, die Wasserstelle frühzeitig einzurichten. Haben sich die Bienen erst an Nachbars Pool oder eine Regentonne gewöhnt, lässt sich ihre bevorzugte Flugroute oft nur schwer auf eine neue Tränke umlenken.
5. Geeignetes Wasser bereitstellen und sauber halten
Für eine Bienentränke eignet sich sauberes Leitungswasser oder unbelastetes Regenwasser. Regenwasser darf nicht aus Behältern stammen, in denen sich Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel oder andere Schadstoffe befinden. Bienen bevorzugen teilweise Wasser mit einem leichten mineralischen oder natürlichen Geruch gegenüber völlig geruchsneutralem Wasser. Einige feuchte Steine, Moosstücke oder eine kleine Menge sauberes Naturmaterial können die Wasserstelle attraktiver machen. Verzichte jedoch auf Zucker, Honig oder Sirup. Süße Zusätze fördern Räuberei, locken Wespen an und können Krankheiten zwischen verschiedenen Bienenvölkern übertragen. Entferne Algen, tote Insekten und Verschmutzungen regelmäßig. Spüle den Behälter gründlich aus, ohne aggressive Reiniger oder duftende Rückstände zu hinterlassen, und fülle anschließend frisches Wasser ein.
6. Mehrere Bienenvölker zuverlässig mit Wasser versorgen
Stehen mehrere Bienenstöcke an einem Standort, steigt der Wasserbedarf während einer Hitzewelle deutlich. Eine einzelne kleine Schale kann dann innerhalb kurzer Zeit leer sein. Richte lieber mehrere Tränken oder einen größeren Behälter mit vielen sicheren Landemöglichkeiten ein. Dadurch verteilen sich die Tiere besser, und schwächere Bienen werden nicht von dichtem Gedränge verdrängt. Kontrolliere den Wasserstand morgens und an extrem heißen Tagen zusätzlich am Nachmittag. Automatische Nachfüllsysteme können hilfreich sein, müssen aber so eingestellt werden, dass keine tiefen offenen Wasserflächen entstehen. Achte außerdem darauf, dass der Behälter nicht überläuft und der Boden rund um die Beuten dauerhaft vernässt. Eine kontinuierliche Versorgung ist wichtiger als eine sehr große Wassermenge, die schnell verschmutzt oder unkontrolliert zugänglich bleibt.
7. Verdunstung, Beschattung und Stockklima unterstützen
Eine Bienentränke ist nur ein Bestandteil des Hitzeschutzes. Prüfe zusätzlich, ob die Beuten während der heißesten Tagesstunden dauerhaft der prallen Sonne ausgesetzt sind. Ein luftiges Sonnensegel oder eine geeignete Beschattung kann die direkte Aufheizung reduzieren, ohne den Flugweg zu versperren. Lege keine luftundurchlässigen Abdeckungen unmittelbar auf den Stock, da sich darunter Wärme stauen kann. Flugloch und vorgesehene Belüftungsöffnungen müssen frei bleiben. Verändere die Beute nur entsprechend dem verwendeten Beutensystem und vermeide unkontrollierte Zusatzöffnungen, durch die Räuberei oder Zugluft entstehen können. Metallabdeckungen können sich stark erhitzen und sollten konstruktiv ausreichend hinterlüftet sein. Je weniger sich die Beute von außen aufheizt, desto weniger Wasser müssen die Bienen zur Verdunstungskühlung eintragen.
8. Typische Fehler bei der Bienentränke vermeiden
Zu den häufigsten Fehlern gehören tiefes Wasser ohne Schwimmhilfen, unregelmäßiges Nachfüllen und ein zu später Aufbau. Ist die Tränke zwischendurch leer, suchen sich die Bienen schnell eine andere Quelle. Ebenfalls problematisch sind stark verschmutzte Behälter, aufgeheiztes abgestandenes Wasser und glatte Schalenränder ohne sicheren Halt. Stelle die Tränke nicht direkt neben behandelte Pflanzen, Kompostbehälter oder Flächen, auf denen Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Auch Honigwasser ist ungeeignet, weil es fremde Bienen anlocken und Räuberei begünstigen kann. Vermeide häufige Standortwechsel. Eine gut angenommene Wasserstelle sollte möglichst am gleichen Platz bleiben. Prüfe bei jedem Nachfüllen, ob genügend Steine, Korkstücke oder andere Landeflächen über die Wasseroberfläche hinausragen und stabil liegen.
9. Fazit – Wasser schützt das Bienenvolk
Bei extremer Hitze ist eine zuverlässige Wasserversorgung für Bienen unverzichtbar. Die Tiere benötigen Wasser zum Trinken, zur Versorgung der Brut und vor allem zur Verdunstungskühlung im Bienenstock. Mit einer frühzeitig eingerichteten Bienentränke verkürzt Du die Sammelflüge und verhinderst, dass Deine Bienen gefährliche oder unerwünschte Wasserquellen aufsuchen. Eine flache Schale mit Steinen, Kork, Holz oder Moos bietet sichere Landemöglichkeiten und schützt vor dem Ertrinken. Stelle sie gut erreichbar, windgeschützt und nicht unmittelbar am Flugloch auf. Kontrolliere den Wasserstand während einer Hitzewelle mindestens täglich und halte den Behälter sauber. Zusammen mit einer sinnvollen Beschattung, freien Flugöffnungen und einer möglichst geringen Aufheizung der Beuten unterstützt die Tränke das Volk dabei, das empfindliche Klima im Brutraum stabil zu halten.
10. FAQ – Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet
Frage: Wie viel Wasser benötigt ein Bienenvolk bei großer Hitze?
Antwort: Der Verbrauch hängt von Volksstärke, Brutumfang, Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Entfernung zur Wasserquelle ab. Während heißer und trockener Perioden kann der Bedarf deutlich steigen, weshalb die Tränke niemals vollständig austrocknen sollte.
Frage: Darf die Bienentränke direkt neben dem Bienenstock stehen?
Antwort: Sie sollte nicht unmittelbar vor dem Flugloch stehen, weil sie dort den Flugbetrieb behindern kann. Ein gut sichtbarer Standort in einigen Metern Entfernung ist meist günstiger.
Frage: Warum landen die Bienen nicht an meiner neuen Tränke?
Antwort: Möglicherweise nutzen sie bereits eine bekannte Wasserquelle. Richte die Tränke deshalb frühzeitig ein, halte sie dauerhaft gefüllt und verwende natürliche Landeflächen wie Steine, Kies, Moos oder Holz.
Frage: Kann ich Zucker oder Honig ins Wasser geben?
Antwort: Nein. Süße Zusätze können Räuberei auslösen, fremde Insekten anlocken und die Übertragung von Krankheitserregern zwischen Bienenvölkern begünstigen.
Frage: Wie oft muss eine Bienentränke gereinigt werden?
Antwort: Entferne sichtbare Verschmutzungen, Algen und tote Insekten zeitnah. Bei großer Hitze solltest Du den Behälter regelmäßig kontrollieren, ausspülen und mit frischem Wasser auffüllen.
Frage: Reicht eine Vogeltränke auch für Bienen aus?
Antwort: Eine Vogeltränke eignet sich nur, wenn sie viele flache, rutschfeste Landemöglichkeiten besitzt. Offene tiefe Wasserflächen ohne Steine oder andere Ausstiegshilfen sind für Bienen gefährlich.
11. Tabelle: Wasserversorgung bei extremer Hitze
| Bereich | Empfohlene Maßnahme | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| Wasserbehälter | Flache, standsichere Schale verwenden | Keine tiefe offene Wasserfläche anbieten |
| Landeflächen | Steine, Kies, Kork, Holz oder Moos einlegen | Materialien müssen sicher aus dem Wasser ragen |
| Standort | Windgeschützt und gut anfliegbar aufstellen | Nicht unmittelbar vor dem Flugloch platzieren |
| Zeitpunkt | Bereits vor der Hitzewelle einrichten | Bienen gewöhnen sich an bekannte Wasserquellen |
| Wasserqualität | Sauberes Leitungs- oder unbelastetes Regenwasser nutzen | Keine belasteten Regentonnen verwenden |
| Zusätze | Wasser möglichst naturbelassen anbieten | Keinen Honig, Zucker oder Sirup hinzufügen |
| Kontrolle | Mindestens täglich den Wasserstand prüfen | Bei extremer Hitze zusätzlich nachmittags kontrollieren |
| Reinigung | Algen, Schmutz und tote Insekten entfernen | Keine stark duftenden Reinigungsmittel einsetzen |
| Mehrere Völker | Größere oder mehrere Tränken bereitstellen | Ausreichend viele Landestellen schaffen |
| Beschattung | Tränke und Beuten vor starker Mittagshitze schützen | Luftzirkulation und Flugwege freihalten |
| Verdunstung | Behälter teilweise beschatten | Wasser darf nicht vollständig austrocknen |
| Sicherheit | Tränke stabil und kippsicher aufstellen | Überlaufen und dauerhafte Bodennässe vermeiden |
