Die energiesparsamsten Haushaltsgeräte des vergangenen Jahres lassen sich nicht seriös über eine einzige Markenliste bestimmen: Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner werden mit unterschiedlichen Messgrößen bewertet. Vergleiche deshalb Geräte gleicher Größe und Ausstattung über das aktuelle EU-Energielabel und die EPREL-Datenbank – vor allem den absoluten Verbrauch, nicht nur den Buchstaben.

Für den Rückblick auf 2025 gilt bereits weitgehend die A-bis-G-Skala
Bei Kühlschränken, Gefriergeräten, Geschirrspülern und Waschmaschinen wurde die frühere Skala mit A+, A++ und A+++ schon 2021 durch die Klassen A bis G ersetzt. Seit 1. Juli 2025 verwenden auch Haushalts-Wäschetrockner die neue A-bis-G-Kennzeichnung. Alte A+++-Angaben aus früheren Bestenlisten sind deshalb mit heutigen Klassen nicht direkt vergleichbar.
Der absolute Verbrauch ist wichtiger als der Buchstabe allein
Ein sehr großer Kühlschrank der Klasse A kann absolut mehr Strom verbrauchen als ein kleineres Gerät einer schlechteren Effizienzklasse. Für Deinen Haushalt ist deshalb entscheidend, Geräte mit ähnlicher Nutzgröße und Funktion zu vergleichen. Das Label nennt dafür je nach Gerätegruppe unter anderem Kilowattstunden, Kapazität, Wasserverbrauch, Programmdauer oder Geräuschklasse.
Auch innerhalb derselben Effizienzklasse können die absoluten Werte spürbar auseinanderliegen. Zwei Geräte mit gleichem Buchstaben müssen deshalb nicht gleich sparsam sein. Bei Waschmaschine und Geschirrspüler solltest Du zusätzlich Wasserverbrauch und Kapazität einbeziehen; bei Kühlgeräten Nutzvolumen und Geräusch. Ein vermeintlicher „Sieger“ ohne diese Vergleichsbasis ist für Deinen Haushalt wenig aussagekräftig.
Diese Angaben sind je Gerätegruppe besonders aussagekräftig
| Gerätegruppe | Wichtige Vergleichswerte | Warum das zählt |
|---|---|---|
| Kühl-/Gefriergerät | kWh pro Jahr und Nutzvolumen | Läuft rund um die Uhr; passende Größe vermeidet unnötigen Dauerverbrauch |
| Waschmaschine | kWh je 100 Eco-Zyklen, Wasser je Zyklus, Kapazität | Verbrauch muss zur üblichen Beladung passen |
| Geschirrspüler | kWh je 100 Eco-Zyklen, Wasser, Maßgedecke | Große und kleine Geräte nur innerhalb ähnlicher Nutzung vergleichen |
| Wäschetrockner | kWh je 100 Trocknungszyklen, Kapazität, Programmdauer | Seit Juli 2025 neue A-bis-G-Skala |
EPREL macht Modelle innerhalb einer Klasse vergleichbar
Über den QR-Code auf dem EU-Energielabel gelangst Du zu den hinterlegten Produktdaten in der europäischen EPREL-Datenbank. Dort lassen sich technische Angaben verschiedener Geräte nachvollziehen. Für eine echte Kaufentscheidung ist das sinnvoller als eine alte Liste mit wenigen Testsiegern, die möglicherweise längst nicht mehr verkauft werden.
Filtere zuerst nach der Größe, die Du wirklich brauchst, und vergleiche erst danach Effizienz und Verbrauch.
Bei Kühlgeräten spart die richtige Dimensionierung dauerhaft
Ein unnötig großer Kühlschrank verbraucht über Jahre Energie für ungenutzten Raum. Gleichzeitig darf das Gerät natürlich nicht so klein sein, dass die Tür ständig offensteht oder Lebensmittel unpraktisch gestapelt werden. Vergleiche deshalb gleiche Bauarten und ähnliche Volumina. Zusätzliche Funktionen wie Eisbereiter oder besonders große Gefrierbereiche können den Verbrauch beeinflussen.
Das ist besonders wichtig, wenn Händler mit „Top-Effizienz“ werben. Die Werbeaussage allein sagt nicht, welche Geräte tatsächlich miteinander verglichen wurden. Über das konkrete Energielabel und die Produktdaten kannst Du nachvollziehen, ob Kapazität, Verbrauch und Ausstattung zu Deinem Bedarf passen. Bei ähnlichem Verbrauch können dann Lautstärke, Programmdauer, Reparierbarkeit und Anschaffungspreis den Ausschlag geben.
Waschmaschine und Geschirrspüler nach echter Nutzung wählen
Eine hohe Nennkapazität lohnt nur, wenn sie regelmäßig genutzt wird. Für kleine Haushalte kann ein passendes kleineres Gerät trotz weniger spektakulärer Prospektwerte die vernünftigere Wahl sein. Eco-Programme brauchen häufig länger, sind aber die Referenz für die Labelwerte und auf niedrigen Energie- und Wasserverbrauch ausgelegt.
Beim Trockner lohnt der Blick auf Technik und Nutzungsmenge
Seit der Umstellung 2025 zeigt das Trocknerlabel den Energieverbrauch je 100 Zyklen. Moderne Wärmepumpentrockner arbeiten in der Regel deutlich effizienter als ältere konventionelle Kondensationstrockner. Trotzdem bleibt Lufttrocknen, wo es praktisch und ohne Feuchteproblem im Wohnraum möglich ist, energetisch am sparsamsten.
Achte außerdem darauf, ob Du die Nennkapazität regelmäßig ausnutzen kannst. Ein großes Gerät, das fast immer halb leer läuft, ist nicht automatisch die sparsamste Lösung. Umgekehrt kann ein zu kleines Gerät zusätzliche Zyklen verursachen. Die passende Größe ist deshalb Teil der Energieeffizienz im Alltag und nicht nur eine Komfortfrage.
Ein funktionierendes Altgerät nicht nur wegen einer besseren Klasse ersetzen
Der niedrigere Stromverbrauch eines neuen Geräts ist nur ein Teil der Umwelt- und Kostenbilanz. Wenn Kühlschrank oder Waschmaschine zuverlässig funktionieren und keine auffällig hohen Verbrauchswerte haben, lohnt ein Austausch nicht automatisch sofort. Bei sehr alten Dauerläufern kann der Unterschied dagegen erheblich sein. Miss den realen Verbrauch, wenn Du unsicher bist, und rechne den möglichen Jahresvorteil gegen Kaufpreis und erwartete Nutzungsdauer.
Den Kaufpreis gegen laufende Kosten rechnen
Ein sehr effizientes Gerät ist nicht automatisch wirtschaftlich, wenn der Aufpreis extrem hoch ist oder eine Größe gekauft wird, die Du nicht brauchst. Multipliziere den angegebenen Verbrauch mit Deinem Strompreis und einer realistischen Nutzung. So siehst Du, ob sich ein Mehrpreis innerhalb der erwarteten Nutzungsdauer plausibel amortisieren kann.
Die sinnvollste „Bestenliste“ für 2025 entsteht daher aus vergleichbaren Geräten Deiner benötigten Größe: erst Bedarf festlegen, dann EPREL- und Labelwerte vergleichen und erst danach Komfort, Preis, Reparierbarkeit und Ausstattung einbeziehen.
Berücksichtige außerdem, wie oft Du das Gerät real nutzt. Der auf dem Label angegebene Verbrauch je 100 Zyklen lässt sich gut auf Deine eigene Nutzung herunterbrechen. Wer nur zweimal pro Woche wäscht, bewertet einen Effizienzunterschied anders als ein Haushalt mit täglicher Wäsche. Bei Kühl- und Gefriergeräten ist der Jahreswert dagegen besonders direkt, weil sie dauerhaft laufen.
