Fisch selber ausnehmen – so geht’s
Du hast einen frischen Fisch gefangen oder gekauft und möchtest ihn selbst ausnehmen? In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du den Fisch fachgerecht und hygienisch bearbeitest, ohne großen Aufwand und mit minimalem Equipment. Du lernst, welche Utensilien du brauchst, wie du den Arbeitsplatz optimal vorbereitest und auf was du bei Hygiene und Sicherheit achten musst. Anschließend führe ich dich durch die einzelnen Schritte: vom Abwaschen und Schuppen über das Einritzen des Bauchs bis hin zum Entfernen der Innereien, Kiemen und Flossen. Zum Schluss erkläre ich dir, wie du den ausgenommenen Fisch am besten reinigst, lagerst und weiterverarbeitest, damit du ein köstliches Ergebnis erhältst. Egal ob du für dich alleine kochst oder eine ganze Familie versorgen möchtest – mit dieser Anleitung bist du perfekt gerüstet, um jeden Fisch selbst auszunehmen und zuzubereiten. Leg los und entdecke, wie einfach und befriedigend es ist, den Fisch handwerklich zu bearbeiten.

Fisch selber ausnehmen – so geht’s
Inhaltsverzeichnis
- Vorbereitungen treffen
- Arbeitsplatz herrichten
- Hygiene und Schutz
- Fisch äußerlich reinigen
- Schuppen entfernen
- Kopf abtrennen
- Bauchriss setzen
- Innereien herauslösen
- Darm und Blutline entfernen
- Kiemen säubern
- Rückgrat bearbeiten
- Flossen entfernen
- Fisch abspülen
- Aufbewahrung und Kühlung
- Weiterverarbeitung
1. Vorbereitungen treffen
Bevor du beginnst, sammle alle benötigten Werkzeuge und Materialien zusammen. Du brauchst ein scharfes Filetier- oder Kochmesser, ein stabiles Schneidebrett, Küchenpapier, Einmalhandschuhe oder Latexhandschuhe sowie eine Schüssel für die Innereien. Achte darauf, dass dein Messer zuvor gründlich geschärft wurde – nur so gelingen saubere Schnitte. Leg außerdem ein Abfallgefäß bereit oder halte eine Plastiktüte griffbereit, um Eingeweide und Abfälle unmittelbar zu entsorgen. Wenn du keine Handschuhe verwendest, wasche dir unbedingt gründlich die Hände und halte ein sauberes Geschirrtuch bereit. Kontrolliere, ob ausreichend Platz und Licht vorhanden sind, damit du ungestört arbeiten kannst. Sorge zudem für eine leicht abzuwischende Unterlage, zum Beispiel eine Kunststoffplane oder Zeitungspapier, damit du später Reste schnell beseitigen kannst. Eine ordentliche Vorbereitung spart dir Zeit und verhindert, dass du inmitten des Prozesses improvisieren musst. Sobald alles bereitliegt, kannst du mit dem eigentlichen Ausnehmen des Fisches starten.
2. Arbeitsplatz herrichten
Ein sauberer und übersichtlicher Arbeitsplatz ist das A und O. Stelle dein Schneidebrett auf eine rutschfeste Unterlage, zum Beispiel ein feuchtes Küchentuch, damit es beim Schneiden nicht verrutscht. Achte darauf, dass ausreichend Arbeitsfläche frei ist: Links oder rechts platzierst du die Schüssel für die Innereien, vor dir das Abfallgefäß. Gute Beleuchtung erleichtert präzises Arbeiten – ideal ist eine helle Lampe direkt über deinem Arbeitsplatz. Vermeide Zugluft oder offene Fenster, damit keine Fliegen angelockt werden. Wenn möglich, arbeite in einem Bereich, der sich leicht reinigen lässt, zum Beispiel an einer glatten Arbeitsplatte. Lege auch ein feuchtes Tuch bereit, um Schnittspuren oder Fischsaft sofort abzuwischen. Denke daran, die Utensilien nach Gebrauch zu desinfizieren und gegebenenfalls mit heißem Wasser zu reinigen, um unangenehme Gerüche und Keime zu vermeiden. Ein gut organisierter Arbeitsplatz minimiert das Verletzungsrisiko und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
3. Hygiene und Schutz
Beim Ausnehmen von Fisch ist Hygiene besonders wichtig. Setze Einmalhandschuhe auf, um deine Hände vor Keimen und unangenehmen Gerüchen zu schützen. Solltest du ohne Handschuhe arbeiten, wasche und trockne deine Hände gründlich, bevor du beginnst. Desinfiziere dein Schneidebrett und das Messer vorher mit einem geeigneten Lebensmittelreiniger. Vermeide Querkontamination, indem du rohe Fischreste nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen lässt. Halte ein Desinfektionsspray oder -tuch griffbereit, um nach jedem Arbeitsschritt die Klinge abzuwischen. Reinige Oberflächen nach Abschluss sofort, um eine Ausbreitung von Bakterien zu verhindern. Trage ggf. eine Schürze, damit deine Kleidung sauber bleibt. Denke auch an deine Sicherheit: Halte die Finger stets von der Schneide weg und schneide in Richtung vom Körper weg. Mit sorgfältiger Hygiene und Schutzmaßnahmen bereitest du den Fisch nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich einwandfrei zu.
4. Fisch äußerlich reinigen
Bevor du den Fisch öffnest, solltest du ihn außen gründlich reinigen. Halte ihn unter fließendes kaltes Wasser und spüle restliches Blut, Schleim und Schuppen ab. Reibe sanft über die Haut, um groben Schmutz zu entfernen. Achte besonders auf die Kiemenregion, da sich dort oft Schmutz und organische Rückstände sammeln. Vermeide jedoch zu starken Druck, damit du die Schuppen nicht zusätzlich in die Haut reibst. Wenn dein Fisch noch ganz frisch ist, sollte der Geruch angenehm nach Meer oder Gewässer riechen, aber nicht “fischig” streng sein. Trockne den Fisch anschließend mit Küchenpapier ab. So haftet später das Filet leichter am Messer und du hast besseren Halt. Ein sauberer Fisch erleichtert den nachfolgenden Schupp- und Schneideprozess erheblich.
5. Schuppen entfernen
Das Entfernen der Schuppen ist bei einigen Fischarten notwendig, um ein glattes Filet zu erhalten. Lege den Fisch mit der Kopfseite zu dir auf das Brett. Halte mit einer Hand am Schwanzende fest und kratze mit einem Schuppenentferner oder der stumpfen Rückseite deines Messers gegen die Schuppenrichtung – also vom Schwanz in Richtung Kopf. Arbeite zügig, aber kontrolliert, bis die ganze Oberfläche schuppenfrei ist. Halte den Fisch währenddessen erneut unter fließendes Wasser, um gelöste Schuppen sofort wegzuspülen. Wenn der Fisch sehr viele oder feste Schuppen hat, kann ein feines Sieb helfen, diese aufzufangen und dein Spülbecken sauberer zu halten. Nachher trocknest du den Fisch erneut ab. Bei fertig ausgenommenen Fischen kannst du auf den Schuppenschritt verzichten, wenn du die Haut mitessen möchtest und dir die Textur nichts ausmacht.
6. Kopf abtrennen
Manche Köche bevorzugen es, den Kopf vor dem Ausnehmen zu entfernen, um den Zugang zum Körperinneren zu erleichtern. Setze dein Messer schräg hinter den Kiemen an der Oberseite des Kopfes an und schneide mit einer sauberen, fließenden Bewegung nach unten bis zum Wirbelansatz. Wiederhole den Schnitt auf der Unterseite des Kopfes, um ihn vollständig abzutrennen. Alternativ kannst du den Kopf bis zum Einritzen des Bauches dranlassen und später gemeinsam mit den Innereien herauslösen. Wenn du Kaviar oder anderes Fischrogen im Kopfbereich verwerten möchtest, solltest du den Kopf vorsichtig öffnen und das begehrte Produkt separat entnehmen. Entsorge oder verwende anschließend den Kopf nach Belieben: Zum Auskochen einer Fischbrühe eignet er sich hervorragend.
7. Bauchriss setzen
Lege den Fisch mit der Bauchseite zu dir auf das Schneidebrett. Führe nun den ersten Schnitt entlang des Bauchs durch: Setze die Messerspitze nahe am After an und ritze die Haut vorsichtig entlang der Bauchlinie bis kurz hinter den Brustflossen ein. Achte darauf, nur die Bauchhaut und Fleischhülle zu durchdringen, ohne das Innere zu zerreißen, damit Eingeweide nicht unkontrolliert herausspritzen. Öffne die Bauchhöhle vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger und schiebe Innereien etwas zur Seite, damit du später einen sauberen Schnitt durchführen kannst. Ein präziser Bauchriss ist die Basis für ein unkompliziertes Herauslösen der Organe und verhindert ein Verschmieren von Blut und Innereien am Fleisch.
8. Innereien herauslösen
Nachdem du den Bauchriss gesetzt hast, kannst du die Innereien herauslösen. Greife mit einer Hand vorsichtig ins Fischinnere und löse die Organmasse sanft vom Rückgrat. Arbeite dabei von vorn nach hinten – das heißt, zuerst Leber, Magen und Kaviarbehälter herausnehmen, dann die Eingeweide im Mittelteil. Vermeide es, die Organe zu quetschen, damit Gallensaft oder Mageninhalt nicht austreten und das Filet verschmutzen. Platziere die entfernten Innereien sofort in deiner Abfallschüssel oder Plastiktüte. Bei besonders großen Fischen kannst du die Organe wiederum nutzen, beispielsweise Leber für Pasteten oder Brühen. Anschließend kontrollierst du, ob sich noch Reste am Inneren der Bauchhöhle befinden.
9. Darm und Blutline entfernen
Im hinteren Bereich des Bauchs verläuft der Darm, der gesäubert werden muss. Halte einen spitzen Löffel oder den Messerrücken griffbereit. Führe das Werkzeug vorsichtig entlang der Wirbelsäule und löse den Blutstrang, der als dunkler Strich sichtbar ist. Ziehe ihn am Afteransatz heraus. Falls der Darm reißt, kannst du mit dem Löffel nachhelfen und verbliebene Reste entfernen. Spüle danach den Innenraum nochmals mit kaltem Wasser aus, um restliches Blut oder Gewebereste zu entfernen. Ein sauberer Innenraum gewährleistet, dass sich der Fisch länger hält und nicht bitter schmeckt. Achte darauf, dass keine Blutlinien mehr sichtbar sind, bevor du zum nächsten Schritt übergehst.
10. Kiemen säubern
Die Kiemen befinden sich im Kopfbereich und können unerwünschte Geschmacksstoffe abgeben, wenn sie nicht entfernt werden. Öffne die Kiemenklappe auf jeder Seite und schneide die Kiemen mit einer kleinen Küchenschere oder scharfem Messer ab. Ziehe sie vollständig heraus und entsorge sie. Anschließend spülst du die Kiemenregion unter fließendem Wasser, um Blutreste zu entfernen. Das Säubern der Kiemen ist besonders wichtig bei Fischarten mit kräftigem Eigengeschmack, damit dein Filet einen neutraleren Geschmack erhält und länger frisch bleibt.
11. Rückgrat bearbeiten
Falls du Filets ohne Gräten willst, entferne jetzt das Rückgrat. Setze dein Filetiermesser knapp neben dem Rückgrat an und führe einen flachen Schnitt entlang der Gräten nach vorne. Schiebe vorsichtig das Messer zwischen Fleisch und Gräten, bis du ein komplettes Filet gelöst hast. Wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite. Gehe dabei ruhig und langsam vor, um möglichst viel Fleisch zu erhalten und Grätenreste zu vermeiden. Nach dem Herauslösen solltest du die Filets auf Gräten prüfen und diese mit einer Pinzette entfernen. Grätenfreie Filets bieten den höchsten Genuss und erleichtern das Essen, besonders für Kinder oder ungeübte Fischesser.
12. Flossen entfernen
Flossenreste können beim Kochen stören oder unangenehm beim Essen sein. Schneide mit einem scharfen Messer die Rücken-, Bauch- und Afterflossen nah an der Haut ab. Achte darauf, dass du dabei nicht zu viel Fleisch entfernst. Bei manchen Fischarten, wie Dorade oder Branzino, sind die Flossen relativ klein und leicht zu entfernen. Anschließend kannst du dein Filet oder den Ganzfisch für die Zubereitung vorbereiten – zum Beispiel in der Pfanne braten oder auf dem Grill garen.
13. Fisch abspülen
Nachdem du alle Organe, Gräten und Flossen entfernt hast, spülst du den Fisch oder die Filets ein letztes Mal gründlich unter kaltem Wasser. Kannst du die Filets kurz in einer flachen Schüssel mit Eiswasser legen, um sie abzukühlen und letzte Blutreste auszuspülen. Trockne sie danach mit Küchenpapier ab. Ein sauberer, trockener Fisch bräunt besser beim Braten und entwickelt mehr Aroma. Außerdem reduzierst du so Keimwachstum und sorgst für eine längere Haltbarkeit.
14. Aufbewahrung und Kühlung
Wenn du den Fisch nicht direkt zubereitest, sollte er schnell gekühlt werden. Wickele ihn in Frischhaltefolie oder packe die Filets in eine luftdichte Dose. Lege etwas Küchenpapier unter und über das Filet, um überschüssige Flüssigkeit aufzusaugen. Bewahre den Fisch im kältesten Teil deines Kühlschranks bei etwa 0–2 °C auf. Verbrauche ihn idealerweise innerhalb von 24 Stunden. Möchtest du den Fisch länger lagern, friere ihn in Gefrierbeuteln ein – am besten portionsweise, damit du nicht mehr auftauen musst als nötig.
15. Weiterverarbeitung
Jetzt liegt es an dir, wie du deinen frisch ausgenommenen Fisch zubereitest. Du kannst ihn filetiert in Butter braten, im Ofen garen oder grillen. Für eine würzige Marinade eignen sich Kräuter, Zitrone, Knoblauch und Olivenöl. Alternativ kannst du aus Knochen und Abschnitten eine kräftige Fischbrühe kochen. Mit selbst ausgenommenem Fisch profitierst du von maximaler Frische und Qualität. Experimentiere mit verschiedenen Gewürzen und Garmethoden, um deinen persönlichen Favoriten zu finden. Guten Appetit!
| Schritt | Abschnitt | Werkzeug/Hinweis |
|---|---|---|
| 1 | Vorbereitungen treffen | Messer, Schneidebrett, Handschuhe, Schüssel |
| 2 | Arbeitsplatz herrichten | Rutschfeste Unterlage, gute Beleuchtung |
| 3 | Hygiene und Schutz | Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe |
| 4 | Fisch äußerlich reinigen | Kaltes Wasser, Küchenpapier |
| 5 | Schuppen entfernen | Schuppenentferner oder Messerrücken |
| 6 | Kopf abtrennen | Scharfes Messer, Küchenschere |
| 7 | Bauchriss setzen | Messer mit feiner Spitze |
| 8 | Innereien herauslösen | Schüssel für Eingeweide |
| 9 | Darm und Blutline entfernen | Löffel oder Pinzette |
| 10 | Kiemen säubern | Küchenschere |
| 11 | Rückgrat bearbeiten | Filetiermesser, Pinzette |
| 12 | Flossen entfernen | Scharfes Messer |
| 13 | Fisch abspülen | Kaltes Wasser, Eiswasser |
| 14 | Aufbewahrung und Kühlung | Frischhaltefolie, Gefrierbeutel, Kühlschrankfach |
| 15 | Weiterverarbeitung | Pfanne/Grill, Gewürze, Öl |









