Bei akutem Durchfall ist die wichtigste Maßnahme, Flüssigkeit und Elektrolyte zu ersetzen. Kleine Schlucke Wasser, Tee und am besten eine Elektrolyt-Glukose-Lösung helfen gegen Austrocknung. Ärztliche Hilfe ist nötig bei Blut im Stuhl, starken Schmerzen, hohem Fieber, Kreislaufproblemen oder fehlender Besserung nach etwa 48 Stunden; Säuglinge und ältere Menschen trocknen besonders schnell aus.

Was bei akutem Durchfall zuerst zählt
Beobachte neben der Häufigkeit auch Begleitsymptome und Trinkmenge. Ein Tag mit wenigen weichen Stühlen ist etwas anderes als stündlicher wässriger Durchfall mit Erbrechen. Je stärker der Flüssigkeitsverlust und je weniger nachgetrunken werden kann, desto wichtiger wird professionelle Einschätzung.
Von Durchfall spricht man typischerweise bei mindestens drei sehr weichen oder flüssigen Stühlen innerhalb von 24 Stunden. Begleitend können Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber auftreten. Die Ursache lässt sich anhand eines einzelnen Symptoms nicht sicher unterscheiden.
Akuter Durchfall wird häufig durch Magen-Darm-Infektionen ausgelöst und klingt bei ansonsten gesunden Erwachsenen oft innerhalb weniger Tage ab. Das größte unmittelbare Problem ist der Verlust von Wasser und Elektrolyten. Deshalb ist Trinken wichtiger als der Versuch, jeden Stuhlgang sofort zu stoppen.
Trinke regelmäßig kleine Mengen. Große Gläser auf einmal können bei Übelkeit schwer verträglich sein. Bei starkem Durchfall, Kindern, älteren Menschen oder deutlichem Flüssigkeitsverlust sind fertige orale Rehydratationslösungen aus Apotheke oder Drogerie besonders sinnvoll, weil Wasser, Salz und Glukose in abgestimmtem Verhältnis enthalten sind.
Elektrolytlösung: Fertigprodukt ist am zuverlässigsten
Wenn gleichzeitig Erbrechen besteht, beginne mit sehr kleinen Schlucken oder teelöffelweise Flüssigkeit und steigere langsam. Wird jeder Schluck sofort wieder erbrochen oder kann die betroffene Person gar nicht trinken, steigt das Risiko der Austrocknung und medizinische Hilfe wird wichtiger.
Fertige Pulver werden genau nach Packungsanleitung mit Wasser gemischt. Gib nicht weniger Wasser hinzu, um die Lösung „stärker“ zu machen. Eine zu konzentrierte Mischung ist nicht besser.
Wenn unterwegs vorübergehend kein Fertigprodukt verfügbar ist, nennt das staatliche Gesundheitsportal als Ersatz für einen Liter abgepacktes oder abgekochtes Wasser vier Teelöffel Zucker, drei Viertel Teelöffel Kochsalz und ein Glas abgepackten Orangensaft. Für Säuglinge, kleine Kinder oder schwere Verläufe sollte trotzdem möglichst eine standardisierte Lösung und medizinische Beratung genutzt werden.
Cola und Salzstangen sind nicht die beste Therapie
Cola enthält viel Zucker und liefert Elektrolyte nicht in einem geeigneten Verhältnis. Sehr zuckerreiche Getränke können den Darm zusätzlich belasten. Salzstangen liefern vor allem Natrium, aber keine vollständige Elektrolytmischung. Wenn Du Appetit hast, sind leichte normale Lebensmittel und ausreichendes Trinken sinnvoller als ein starres „Cola-und-Salzstangen“-Ritual.
Was Du essen kannst
Milch und sehr fettreiche Speisen werden während eines akuten Infekts teilweise schlechter vertragen. Das heißt nicht, dass alle Milchprodukte grundsätzlich verboten sind. Entscheidend ist, was Du ohne Verschlechterung verträgst. Sehr ballaststoffreiche oder stark gewürzte Speisen können in der akuten Phase ebenfalls unangenehm sein.
Du musst bei unkompliziertem Durchfall nicht grundsätzlich fasten. Iss kleine Portionen, die Du gut verträgst. Zwieback, Reis, Kartoffeln, Banane, Haferbrei oder mildes Brot sind typische Möglichkeiten. Fettige Speisen, viel Alkohol, sehr zuckerreiche Getränke und größere Mengen Kaffee können Beschwerden verstärken.
Eine strikte tagelange Schonkost ist meist nicht nötig. Sobald Appetit und Verträglichkeit zurückkehren, kannst Du schrittweise normal essen.
Hausmittel: sinnvoll unterstützen, aber nicht überversprechen
Wärme auf dem Bauch kann Krämpfe subjektiv lindern, solange sie angenehm und nicht zu heiß ist. Geriebener Apfel oder gekochte Karotten liefern Pektin und sind als Lebensmittel okay, ersetzen aber keine Flüssigkeitszufuhr. Kräutertees können angenehm sein; Aussagen wie „antibakteriell“, „entgiftend“ oder „heilt den Darm“ sind für einen normalen Hausmittelratgeber zu weitgehend.
Heilerde oder Aktivkohle sollten nicht als Standardtherapie dargestellt werden. Sie können Medikamente binden beziehungsweise deren Wirkung beeinflussen und sind für eine ausreichende Rehydratation kein Ersatz.
Durchfall-Medikamente nicht wahllos nehmen
Auch Medikamente selbst können Durchfall auslösen, beispielsweise Antibiotika. Setze ein verordnetes Medikament deshalb nicht eigenmächtig ab. Tritt der Durchfall kurz nach Beginn einer neuen Therapie auf, kontaktiere Arzt oder Apotheke und nenne Wirkstoff, Dosis und Zeitpunkt des Beginns.
Wirkstoffe wie Loperamid können bei Erwachsenen in bestimmten Situationen die Zahl der Toilettengänge reduzieren, sind aber nicht für jeden Verlauf geeignet. Bei Fieber, Blut im Stuhl, bestimmten Infektionen, Kindern oder relevanten Vorerkrankungen ist Selbstmedikation problematisch. Beachte Beipackzettel und frage bei Unsicherheit Arzt oder Apotheke.
Antibiotika helfen nicht gegen virale Magen-Darm-Infekte und werden nur bei bestimmten bakteriellen Ursachen ärztlich eingesetzt.
Warnzeichen für Austrocknung
Bei Babys und kleinen Kindern kann sich der Flüssigkeitshaushalt deutlich schneller verschlechtern als bei gesunden Erwachsenen. Auch ältere Menschen trinken oft weniger oder nehmen Medikamente, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen. In diesen Gruppen sollte schon bei deutlich reduziertem Trinken oder zunehmender Schwäche früher ärztlicher Rat eingeholt werden.
- starker Durst und trockener Mund;
- sehr wenig oder sehr dunkler Urin;
- Schwindel, Schwäche oder Kreislaufprobleme;
- ungewöhnliche Müdigkeit oder Verwirrtheit;
- bei Kindern zusätzlich deutlich weniger nasse Windeln oder auffällige Teilnahmslosigkeit.
Bei deutlichen Kreislaufproblemen oder wenn Trinken kaum möglich ist, sollte medizinische Hilfe nicht hinausgezögert werden.
Wann Du zum Arzt solltest
Nach einer Fernreise, bei kürzlich erfolgter Antibiotikatherapie oder bei mehreren gleichzeitig erkrankten Personen können zusätzliche Ursachen infrage kommen. Notiere Reiseziel, Dauer, Medikamente und auffällige Speisen für das Arztgespräch. Eine Stuhlprobe wird nicht bei jedem unkomplizierten Durchfall gebraucht, kann bei bestimmten Verläufen aber sinnvoll sein.
Das Bundesgesundheitsportal empfiehlt ärztliche Abklärung unter anderem, wenn nach etwa 48 Stunden keine Besserung eintritt, hohes Fieber, Blut oder Schleim im Stuhl oder starke Schmerzen auftreten. Nach Fernreisen, bei schwerer Grunderkrankung oder sehr häufigem wässrigem Durchfall kann eine frühere Abklärung sinnvoll sein.
Säuglinge, kleine Kinder, sehr alte Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem haben ein höheres Risiko für Austrocknung. Hier ist die Schwelle zur medizinischen Beratung niedriger.
Hygiene schützt andere im Haushalt
Bereite während einer akuten Magen-Darm-Erkrankung möglichst keine Speisen für andere Personen zu. Reinige sichtbar verschmutzte Flächen sofort und wasche Wäsche nach Pflegeetikett ausreichend warm. Handdesinfektion ersetzt das gründliche Händewaschen nicht automatisch; bei bestimmten Erregern gelten besondere Empfehlungen.
Viele Durchfallerkrankungen sind ansteckend. Wasche Hände nach dem Toilettengang und vor der Lebensmittelzubereitung gründlich mit Wasser und Seife. Benutze möglichst ein eigenes Handtuch und reinige häufig berührte Flächen. Bei Erbrechen oder infektiösem Durchfall ist sorgfältige Sanitärhygiene besonders wichtig.
Ein Desinfektionsmittel ist nicht in jedem Haushalt automatisch nötig. Wenn ein bestimmter Erreger nachgewiesen wurde oder gefährdete Personen im Haushalt leben, können ärztliche beziehungsweise behördliche Hygienetipps zusätzliche Maßnahmen vorgeben.
Was bei wiederkehrendem Durchfall anders ist
Beobachte, ob Beschwerden nachts auftreten, mit Gewichtsverlust, Fieber, Blut, bestimmten Lebensmitteln oder Stress zusammenhängen. Solche Angaben helfen, organische Erkrankungen, Unverträglichkeiten und funktionelle Beschwerden voneinander abzugrenzen. Eine selbst verordnete dauerhafte Ausschlussdiät kann dagegen neue Nährstoffprobleme schaffen.
Durchfall in der Schwangerschaft oder bei chronischer Erkrankung
Bei Schwangerschaft, Nieren- oder Herzerkrankungen sowie komplexer Dauermedikation können Flüssigkeits- und Salzempfehlungen individuell anders sein. Hier solltest Du Elektrolytpräparate und Medikamente nicht nach einem allgemeinen Hausmittelplan dosieren, sondern früh fachlichen Rat einholen.
Kommt Durchfall regelmäßig wieder, ohne dass ein akuter Infekt erkennbar ist, sollte nicht dauerhaft mit Hausmitteln experimentiert werden. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Medikamentennebenwirkungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und andere Ursachen brauchen eine gezielte Diagnostik. Ein Symptomtagebuch mit Ernährung, Medikamenten und Begleitsymptomen kann für das Arztgespräch hilfreich sein.

Ich vertraue auf diese ganzen Hausmittel nicht mehr :/ man liest eh überall etwas anderes… viel mehr bin ich mittlerweile von Medikamenten, die auf natürlicher Basis sind überzeugt. Bei Durchfall jetzt also zum Beispiel Lacteol. Die Wirkweise hat mir mein Arzt mal versucht zu erklären, aber richtig verstanden hab ich es erst, als ich auf der Website zum Medikament nachgeschaut habe. http://www.lacteol.de/de/lacteol/lactobazillen-das-natuerliche-wirkprinzip/