Kann man Stollen einfrieren?

Frischer Stollen ist herrlich saftig, duftet nach Butter, Mandeln und Gewürzen und gehört für viele fest zu Advent und Weihnachten. Gleichzeitig ist ein kompletter Laib oft viel zu groß, um ihn in wenigen Tagen zu essen. Vielleicht hast du auch mehrere Stollen geschenkt bekommen oder rechtzeitig im Angebot gekauft und fragst dich jetzt, ob du Stollen einfrieren kannst, ohne dass Geschmack oder Konsistenz leiden. Die gute Nachricht lautet: Ja, Stollen lässt sich sehr gut einfrieren, wenn du dabei ein paar einfache Regeln beachtest. Durch den hohen Fett und Zuckeranteil trocknet Stollen weniger schnell aus und bleibt auch nach einer Zeit im Tiefkühler noch überzeugend aromatisch. Wichtig ist vor allem, dass du das Gebäck vollständig auskühlen lässt, sorgfältig verpackst und schonend wieder auftauen lässt. Dann kannst du deinen Lieblingsstollen entspannt auf Vorrat lagern und hast jederzeit ein Stück Weihnachtsgefühl im Haus, wenn dich die Lust auf ein Stück mit Butter, Puderzucker und einer Tasse Kaffee packt.

kann-man-stollen-einfrieren-690x484 Kann man Stollen einfrieren?

Kann man Stollen einfrieren?

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum sich Stollen zum Einfrieren gut eignet
  2. Welche Stollensorten sich besonders gut einfrieren lassen
  3. Stollen richtig vorbereiten bevor er in den Tiefkühler kommt
  4. So verpackst du Stollen sicher gegen Gefrierbrand
  5. Wie lange ist eingefrorener Stollen haltbar
  6. Stollen in Scheiben einfrieren für den schnellen Genuss
  7. Schonend auftauen und servieren
  8. Typische Fehler beim Einfrieren und Auftauen von Stollen
  9. Woran du merkst, ob eingefrorener Stollen noch gut ist
  10. Ideen für die Resteverwertung von aufgetautem Stollen

1. Warum sich Stollen zum Einfrieren gut eignet

Stollen ist von seiner Zusammensetzung her wie geschaffen für die Vorratshaltung. Er besteht aus einem schweren Hefeteig mit viel Butter, Zucker und Trockenfrüchten. Diese Zutaten wirken wie natürliche Schutzstoffe gegen das Austrocknen und sorgen dafür, dass das Gebäck auch nach längerer Lagerung noch saftig bleibt. (Wikipedia) Im Vergleich zu lockerem Hefegebäck oder Biskuitkuchen verliert Stollen deutlich langsamer an Qualität. Dazu kommt, dass Stollen ohnehin oft einige Zeit durchziehen soll, damit sich die Aromen von Gewürzen, Zitronat, Orangeat und Rosinen voll entfalten können. Selbst bei Zimmertemperatur ist er daher einige Wochen haltbar, bei richtiger Lagerung sogar noch länger. Der Tiefkühler verlängert diese Zeit zusätzlich und friert den Zustand gewissermaßen ein, den dein Stollen im Moment des Einfrierens hat. Wichtig ist nur, dass du sauber arbeitest, den Stollen gut verpackst und nicht zu lange wartest, bis du ihn ins Gefrierfach legst.

2. Welche Stollensorten sich besonders gut einfrieren lassen

Grundsätzlich kannst du fast jede Art von Stollen einfrieren, ob klassischer Rosinenstollen, Dresdner Stollen, Butterstollen, Mandelstollen oder Varianten mit Marzipan. Besonders gut eignen sich kompakte, eher trockene Stollen mit hohem Fettanteil, da sie die Struktur beim Einfrieren und Auftauen sehr gut behalten. Ein klassischer Christstollen mit Rosinen, Mandeln und Zitronat ist deshalb ein idealer Kandidat für den Tiefkühler. (Wikipedia) Vorsichtig solltest du bei Stollen mit frischen Milchcremes, Quarkfüllungen oder sehr feuchten Komponenten sein. Hier kann sich beim Auftauen die Textur verändern, die Füllung wässrig werden oder sich vom Teig lösen. Trotzdem lassen sich auch Quarkstollen einfrieren, wenn sie gut durchgebacken und vollständig ausgekühlt sind. Gekaufte Stollen erkennst du meist an Zutatenliste und Lagerhinweisen. Steht dort, dass sich der Stollen auch bei Raumtemperatur sehr lange hält, ist das ein gutes Zeichen, dass er auch gefroren stabil bleibt.

3. Stollen richtig vorbereiten bevor er in den Tiefkühler kommt

Bevor dein Stollen im Gefrierfach landet, solltest du ihn sorgfältig vorbereiten. Entscheidend ist, dass er komplett ausgekühlt ist. Ist der Stollen auch nur leicht warm, bildet sich beim Verpacken Kondenswasser, das später zu Eiskristallen und matschigen Stellen führen kann. Entferne lose Zuckerreste oder Krümel und entscheide, ob du den Stollen als ganzen Laib oder in Portionen einfrieren möchtest. Ganze Stollen eignen sich gut, wenn du später eine größere Runde bewirten willst. Möchtest du lieber zwischendurch einzelne Scheiben genießen, schneidest du ihn schon vor dem Einfrieren in Stücke. Bei sehr reichlich mit Puderzucker bestäubtem Stollen kannst du den überschüssigen Zucker leicht abklopfen und nach dem Auftauen frisch nachstreuen, so wirkt er wieder wie gerade gekauft. Je besser du dir vorab überlegst, wie du den Stollen später essen möchtest, desto bequemer ist er aus dem Tiefkühler geholt. (Dr. Oetker)

4. So verpackst du Stollen sicher gegen Gefrierbrand

Die Verpackung entscheidet maßgeblich darüber, wie gut dein Stollen das Einfrieren übersteht. Am besten wickelst du den Laib oder die Scheiben zuerst eng in Frischhaltefolie ein. Achte darauf, dass die Folie überall gut anliegt und keine Luft eingeschlossen bleibt. Anschließend kommt eine zweite Schicht, zum Beispiel Alufolie oder ein stabiler Gefrierbeutel mit Zipper. Drücke die Luft auch aus dem Beutel so weit wie möglich heraus und verschließe ihn sorgfältig. Eine doppelte Verpackung schützt vor Gefrierbrand und verhindert, dass der Stollen Gerüche aus dem Tiefkühler annimmt. (Dr. Oetker) Für kleinere Portionen kannst du einzelne Scheiben zunächst nebeneinander auf ein Brett legen und kurz anfrieren lassen. Danach lassen sie sich leichter in einen Beutel füllen, ohne zusammenzukleben. Vergiss nicht, jedes Paket mit Inhalt und Datum zu beschriften. So behältst du den Überblick und weißt später genau, wie lange der Stollen bereits eingefroren ist.

5. Wie lange ist eingefrorener Stollen haltbar

Gut verpackt bleibt Stollen im Tiefkühler deutlich länger frisch, als das Ablaufdatum auf der Verpackung vermuten lässt. Viele Experten empfehlen, Stollen etwa drei bis vier Monate eingefroren zu lassen, um Aroma und Konsistenz möglichst nah am ursprünglichen Zustand zu halten. (Alnatura) In dieser Zeit schmeckt er praktisch wie frisch und du wirst kaum einen Unterschied bemerken. Einige Quellen halten bei optimaler Verpackung sogar bis zu einem Jahr für möglich, insbesondere bei sehr fettreichen Butterstollen. (eat.de) Dennoch nimmt der Geschmack mit zunehmender Zeit langsam ab, Gewürze verlieren an Intensität und der Teig kann etwas trockener erscheinen. Für selbst gebackenen Stollen gilt: Je sorgfältiger du gearbeitet hast und je höher der Fett und Trockenfruchtanteil ist, desto besser verträgt er längeres Einfrieren. Als Faustregel kannst du dir merken, dass die beste Qualität im Bereich von zwei bis vier Monaten erreicht wird.

6. Stollen in Scheiben einfrieren für den schnellen Genuss

Besonders praktisch ist es, Stollen direkt in Scheiben zu schneiden und portionsweise einzufrieren. So kannst du jederzeit einzelne Stücke entnehmen und musst nicht den ganzen Laib auftauen. Lege die Scheiben dazu zunächst in einer Lage auf ein mit Backpapier belegtes Brett oder einen Teller und stelle das Ganze für ein bis zwei Stunden in den Tiefkühler. Sobald die Scheiben gut angefroren sind und nicht mehr kleben, füllst du sie in einen Gefrierbeutel oder eine Dose mit dicht schließendem Deckel. Wieder gilt: Luft möglichst herausdrücken, Inhalt und Datum notieren. Wenn du Lust auf Stollen bekommst, holst du dir einfach so viele Scheiben heraus, wie du brauchst. Diese kannst du bei Raumtemperatur auftauen oder kurz im lauwarmen Ofen erwärmen. So hast du im Winter immer eine kleine Vorratsdose mit süßer Auszeit im Tiefkühlfach, ohne jedes Mal einen kompletten Stollen anschneiden zu müssen.

7. Schonend auftauen und servieren

Mindestens ebenso wichtig wie das Einfrieren ist das behutsame Auftauen. Am schonendsten taust du Stollen bei Zimmertemperatur auf. Lege den Laib oder die Scheiben mitsamt der Verpackung auf einen Teller und lasse sie langsam Temperatur annehmen. So kann sich eventuell entstandenes Kondenswasser zunächst an der Folie sammeln und der Stollen nimmt keine zusätzliche Feuchtigkeit auf. Nach einiger Zeit kannst du die äußere Schicht entfernen und den Stollen auf einem Kuchengitter weiter auftauen lassen. Für einen ganzen Laib solltest du je nach Größe mehrere Stunden, oft auch über Nacht, einplanen. (eat.de) Scheiben sind deutlich schneller servierfertig. Die Mikrowelle ist weniger ideal, da die Krume schnell zäh wird und der Zucker an der Oberfläche klebrig werden kann. Möchtest du den Stollen besonders aromatisch servieren, kannst du ihn kurz vor dem Essen im mäßig warmen Ofen leicht anwärmen und frisch mit Puderzucker bestäuben.

8. Typische Fehler beim Einfrieren und Auftauen von Stollen

Die meisten Probleme entstehen durch zu viel Luft in der Verpackung, zu hohe Temperaturschwankungen oder zu hastiges Auftauen. Wenn der Stollen nur lose in einen Beutel gesteckt wird, trocknet die Oberfläche aus und es kann Gefrierbrand entstehen. Auch der Tiefkühler sollte nicht permanent geöffnet werden, da starke Schwankungen die Bildung von Eiskristallen fördern. Ein weiterer Fehler ist das Auftauen bei großer Hitze auf der Heizung oder im sehr heißen Ofen. Hier wird die Kruste schnell hart, während die Mitte noch kalt ist. Auch das teilweise Auftauen und erneute Einfrieren ist ungünstig, weil sich beim ersten Auftauen bereits Feuchtigkeit und Mikroorganismen im Gebäck verteilen. Besser ist es, von vornherein in passenden Portionen zu arbeiten. Hältst du dich an saubere Arbeitsweise, dichte Verpackung und langsames Auftauen, wirst du mit eingefrorenem Stollen meist ein Ergebnis erhalten, das vom frischen Produkt kaum zu unterscheiden ist.

9. Woran du merkst, ob eingefrorener Stollen noch gut ist

Auch bei gut verpacktem Stollen kann es vorkommen, dass er irgendwann nicht mehr optimal ist. Ein erstes Warnsignal sind deutliche Eiskristalle im Inneren der Verpackung oder graue, trockene Stellen an der Oberfläche. In diesem Fall ist der Stollen meist nicht verdorben, aber geschmacklich deutlich schwächer. Riecht das Gebäck muffig, ranzig oder irgendwie ungewohnt, solltest du es lieber nicht mehr essen. Achte außerdem auf sichtbaren Schimmel, vor allem, wenn der Stollen nach dem Auftauen noch einige Tage bei Raumtemperatur lag. In solchen Fällen gehört er konsequent in den Müll. Bei normalem Geruch und unveränderter Struktur ist Stollen aus hygienischer Sicht in der Regel unproblematisch, da der hohe Zucker und Fettanteil das Wachstum vieler Keime bremst. Verlass dich im Zweifel auf deine Sinne. Wenn Aussehen, Geruch und Geschmack stimmig sind, kannst du den Stollen nach dem Auftauen ohne Sorge genießen.

10. Ideen für die Resteverwertung von aufgetautem Stollen

Manchmal bleibt nach den Feiertagen oder nach einem Besuch doch ein größeres Stück Stollen übrig, das schon etwas trocken wirkt. Auch dann musst du ihn nicht wegwerfen. Du kannst aus Stollen ganz wunderbar neue Desserts zaubern. Würfle das Gebäck und übergieße es mit einer Mischung aus Milch, Ei und etwas Zucker. Daraus entsteht ein aromatischer Auflauf, der an klassischen Brotpudding erinnert. Auch als Boden für ein Schichtdessert eignet sich Stollen hervorragend. Zerkrümle ihn, träufle etwas Saft oder Likör darüber und schichte die Brösel mit Quarkcreme und Früchten in Gläsern. Reste lassen sich außerdem in Rumkugeln oder Pralinen verwandeln, indem du sie mit Schokolade und Nüssen vermischst. Selbst leicht trockener Stollen gewinnt im Backofen wieder an Reiz, wenn du Scheiben kurz anröstest und mit Butter und Marmelade servierst. So nutzt du jeden Krümel und verlängerst den Genuss deiner Weihnachtsbäckerei.

Tabelle: Empfehlungen zum Einfrieren und Lagern von Stollen

Art des Stollens Zustand beim Einfrieren Empfohlene Gefrierdauer Auftauzeit bei Raumtemperatur Hinweise zur Qualität nach dem Auftauen
Klassischer Rosinenstollen Ganzer Laib Drei bis vier Monate Acht bis zwölf Stunden Bleibt meist sehr saftig und aromatisch
Butterstollen Ganzer Laib Bis zu sechs Monate Acht bis zwölf Stunden Sehr stabil, geringes Risiko für Austrocknung
Marzipanstollen Ganzer Laib oder große Stücke Drei bis vier Monate Sechs bis zehn Stunden Marzipanschicht behält Form, Aromen bleiben stark
Mandel oder Nussstollen Ganzer Laib oder Scheiben Zwei bis vier Monate Sechs bis zehn Stunden Nussige Aromen können etwas nachlassen
Quarkstollen Ganzer Laib Ein bis zwei Monate Vier bis acht Stunden Etwas empfindlicher, kann leicht krümeliger werden
Selbst gebackener Stollen Laib gut durchgezogen Zwei bis vier Monate Über Nacht Qualität hängt stark von Rezept und Fettgehalt ab
Gekaufter Stollen Originalverpackung zusätzlich geschützt Bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit, im Tiefkühler verlängert um einige Monate Je nach Größe mehrere Stunden Verpackung vorher prüfen, Herstellerhinweise beachten
Stollenscheiben Einzelne Scheiben Zwei bis drei Monate Dreißig bis sechzig Minuten Ideal für spontane Portionen, kaum Qualitätsverlust
Reststücke und Enden Würfel oder grobe Stücke Ein bis zwei Monate Dreißig bis sechzig Minuten Gut für Aufläufe und Desserts geeignet
Sehr alter Stollen Bereits trocken Nicht empfohlen Entfällt Besser frisch verarbeiten, statt zusätzlich einzufrieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert