Kartoffelwasser verwerten
Wenn Du Kartoffeln kochst, bleibt nach dem Abgießen oft eine trübe, leicht milchige Flüssigkeit im Topf zurück. Viele kippen sie weg, dabei ist Kartoffelwasser ein überraschend vielseitiger Küchenhelfer. Beim Garen lösen sich vor allem Stärke und ein Teil des typischen Kartoffelaromas, dazu kommen Mineralstoffe, die dem Wasser einen milden, runden Geschmack geben. Genau diese Mischung macht es so praktisch: Es kann Soßen und Suppen auf natürliche Weise sämiger machen, Pfannengerichte geschmeidig ablöschen und Teige saftiger werden lassen. Damit Du es sinnvoll nutzen kannst, kommt es vor allem auf zwei Dinge an: erstens, ob das Kochwasser gesalzen ist, und zweitens, wie frisch und sauber es geblieben ist. Ungesalzenes Kartoffelwasser ist am flexibelsten, gesalzenes passt vor allem in herzhafte Gerichte, sollte aber nicht für Pflanzen verwendet werden. Wichtig ist außerdem, nur Wasser von einwandfreien Kartoffeln zu nutzen. Schmecken die Knollen bitter oder sind sie grünlich, verwertest Du das Kochwasser besser nicht. Wenn Du das Wasser direkt nach dem Kochen auffängst und zügig weiterverarbeitest oder kühl lagerst, kannst Du damit im Alltag erstaunlich oft Zutaten sparen und Gerichte verbessern.

Kartoffelwasser verwerten
Inhaltsverzeichnis
- Was im Kartoffelwasser steckt und wann Du es besser nicht nutzt
- Kartoffelwasser richtig auffangen und geschmacklich einordnen
- Soßen natürlich binden ohne extra Stärke
- Suppen und Eintöpfe sämig machen
- Pfannengerichte ablöschen und Röstaromen lösen
- Kartoffelpüree und Stampf cremiger hinbekommen
- Brot, Brötchen und Hefeteig saftiger backen
- Pizza, Fladen und Ofengerichte mit besserer Textur
- Vegetarische Küche: Füllungen und Massen besser zusammenhalten
- Reis, Hirse und Co darin garen
- Hülsenfrüchte und Gemüse damit runder abschmecken
- Schnelle Küchenrettung: zu dünn, zu trocken, zu fade
- Aufbewahren, kühlen und einfrieren ohne Qualitätsverlust
- Haushalt: Einweichen, lösen, sanft reinigen
- Garten und Kompost: wann es Sinn ergibt und wann nicht
1. Was im Kartoffelwasser steckt und wann Du es besser nicht nutzt
Kartoffelwasser enthält vor allem gelöste Stärke, die beim Kochen aus den Kartoffeln austritt. Je mehliger die Sorte und je länger die Garzeit, desto stärker ist der Bindeeffekt und desto trüber wirkt die Flüssigkeit. Dazu kommen Aromastoffe, die Dein Essen später runder schmecken lassen, sowie ein Teil der Mineralstoffe, die beim Garen ins Wasser übergehen. Genau deshalb eignet sich Kartoffelwasser gut als natürliche Kochflüssigkeit, zum Andicken und zum Ablöschen. Es gibt aber Situationen, in denen Du es besser nicht verwendest: Wenn die Kartoffeln grünliche Stellen hatten, bitter schmeckten oder unangenehm rochen, entsorgst Du das Kochwasser sicherheitshalber. Auch wenn Fett, Spülmittelreste oder stark gewürzte Zusätze im Topf waren, passt es kaum noch für vielseitige Anwendungen. Gesalzenes Kartoffelwasser ist für herzhafte Gerichte okay, für süße Teige und für Pflanzen aber ungeeignet. Verlass Dich immer auf Geruch und Geschmack, dann liegst Du fast nie falsch.
2. Kartoffelwasser richtig auffangen und geschmacklich einordnen
Damit Du Kartoffelwasser sinnvoll verwerten kannst, lohnt sich ein kurzer Handgriff beim Abgießen: Stelle ein Sieb auf eine Schüssel oder einen zweiten Topf und fange die Flüssigkeit auf, statt sie im Ausguss verschwinden zu lassen. Wenn Du Kartoffeln mit Schale gekocht hast, kannst Du das Wasser danach durch ein feines Sieb gießen, damit keine Schalenreste oder Sandpartikel bleiben. Anschließend probierst Du einen kleinen Schluck: Ungesalzen schmeckt es mild und leicht kartoffelig, gesalzen ist es bereits eine gewürzte Basis. Diese Einordnung hilft Dir sofort bei der Entscheidung, wofür es passt. Für Soßen und Suppen ist es oft ideal, für Backrezepte nutzt Du lieber ungesalzenes Wasser. Wichtig ist außerdem die Temperatur: Wenn Du es nicht direkt verwendest, kühle es zügig ab, damit es frisch bleibt. Im Alltag funktioniert das am besten, wenn Du es in ein flaches Gefäß umfüllst oder den Topf kurz in kaltes Wasser stellst. So wird aus einem Nebenprodukt eine planbare Zutat, die Du gezielt einsetzen kannst.
3. Soßen natürlich binden ohne extra Stärke
Kartoffelwasser kann eine Soße sämiger machen, ohne dass Du Speisestärke anrühren musst. Der Trick ist, es schluckweise zuzugeben und kurz aufkochen zu lassen, damit die Stärke ihre Wirkung entfaltet. Wenn Deine Soße zu dünn ist, gibst Du zwei bis drei Esslöffel Kartoffelwasser dazu, rührst gründlich und wartest einen Moment. Erst dann entscheidest Du, ob noch mehr nötig ist. Besonders gut klappt das bei Pilzsoßen, Bratensoßen, Rahmvarianten und auch bei vegetarischen Pfannensaucen, in denen Du auf Sahne verzichten möchtest. Gleichzeitig sorgt Kartoffelwasser oft für einen leichten Glanz, der die Soße appetitlicher wirken lässt. Achte beim Würzen darauf, ob Dein Kartoffelwasser bereits Salz enthält. Dann salzt Du am Ende nur noch vorsichtig nach, damit die Soße nicht zu kräftig wird. Wenn Du ein sehr klares Ergebnis willst, siebst Du das Wasser vorher fein ab. So kannst Du Bindung, Geschmack und Konsistenz sauber steuern, ohne zusätzliche Zutaten auf die Einkaufsliste zu setzen.
4. Suppen und Eintöpfe sämig machen
In Suppen ist Kartoffelwasser eine einfache Möglichkeit, mehr Körper und eine angenehm cremige Textur zu bekommen. Gerade Gemüsesuppen wirken damit weniger wässrig, ohne dass Du sofort Sahne, Käse oder viel Öl brauchst. Du kannst Kartoffelwasser entweder direkt als Teil der Flüssigkeit beim Kochen verwenden oder am Ende zum Nachjustieren einsetzen. Wenn die Suppe nach dem Pürieren noch zu dünn ist, gibst Du etwas Kartoffelwasser dazu, lässt sie zwei Minuten leise köcheln und rührst dabei. Der Effekt ist sanft, aber spürbar. Für Eintöpfe eignet sich Kartoffelwasser besonders dann, wenn Du eine leichte Bindung möchtest, die alle Zutaten miteinander verbindet, ohne sie zu überdecken. Achte auf die Balance: Sehr trübes Wasser kann den Kartoffelgeschmack deutlicher nach vorn bringen, was bei Kartoffel Lauch, Linsen oder Bohnen gut passt, bei feinen Kräutersuppen aber weniger. Wenn Dein Kartoffelwasser gesalzen ist, passt es oft hervorragend zu kräftigen Suppen. Bei milden Varianten würzt Du lieber später, damit Du nicht über das Ziel hinausschießt.
5. Pfannengerichte ablöschen und Röstaromen lösen
Beim Braten entstehen Röstaromen am Pfannenboden, und genau die willst Du in eine schnelle Sauce verwandeln. Kartoffelwasser ist dafür ideal: Es löst die Bratrückstände, nimmt Geschmack auf und bringt gleichzeitig eine leichte Bindung mit. Gib nach dem Anbraten von Gemüse, Pilzen oder Fleisch einen Schluck Kartoffelwasser in die heiße Pfanne, kratze den Boden mit einem Holzlöffel frei und lasse die Flüssigkeit kurz einkochen. Du bekommst eine sämige Grundlage, die sich mit Gewürzen, Kräutern, einem Löffel Joghurt oder etwas Butter weiter abrunden lässt. Besonders praktisch ist das, wenn Du kein Wein oder keine Brühe zur Hand hast. Achte darauf, nicht zu viel auf einmal zu verwenden, sonst verwässert das Gericht. Lieber in kleinen Mengen arbeiten und die Sauce am Ende auf die gewünschte Konsistenz reduzieren. Wenn Du gesalzenes Kartoffelwasser nutzt, schmeckst Du am Schluss vorsichtig ab. So machst Du aus einer einfachen Pfanne ein Gericht mit Sauce, ohne Extraaufwand und ohne dass etwas anbrennt oder trocken wird.
6. Kartoffelpüree und Stampf cremiger hinbekommen
Kartoffelpüree wird oft entweder zu fest oder zu klebrig, je nachdem wie viel Flüssigkeit und wie kräftig Du rührst. Kartoffelwasser kann Dir hier helfen, weil es gut zur Kartoffel passt und die Stärke die Cremigkeit unterstützt. Statt nur Milch oder Sahne zu verwenden, gibst Du zunächst Butter oder Öl zu den zerdrückten Kartoffeln und rührst dann schluckweise Kartoffelwasser ein, bis die Konsistenz stimmt. Der Stampf bleibt dadurch weich, ohne wässrig zu werden. Wichtig ist, nicht zu lange zu rühren, damit das Püree nicht gummiartig wird. Kartoffelwasser eignet sich auch, um Reste beim Aufwärmen zu retten: Wenn das Püree im Kühlschrank fest geworden ist, gibst Du beim Erwärmen einen kleinen Schuss Kartoffelwasser dazu und rührst langsam, bis es wieder cremig ist. Bei gesalzenem Wasser sparst Du zusätzlich Salz im Gericht. Für mehr Geschmack kannst Du Muskat, Pfeffer und Kräuter ergänzen, ohne dass die Basis zu schwer wird. So bekommst Du ein rundes Ergebnis, das auch am nächsten Tag noch gut schmeckt.
7. Brot, Brötchen und Hefeteig saftiger backen
Ungesalzenes Kartoffelwasser kann Hefeteige saftiger machen und dafür sorgen, dass Brot und Brötchen länger frisch bleiben. Die gelöste Stärke bindet Wasser im Teig, wodurch die Krume weniger schnell austrocknet. Du ersetzt dafür einen Teil der Rezeptflüssigkeit, zum Beispiel ein Drittel, durch lauwarmes Kartoffelwasser. Achte darauf, dass es wirklich nur lauwarm ist, damit die Hefe gut arbeiten kann. Der Teig fühlt sich oft geschmeidiger an und lässt sich leichter formen. Besonders bei einfachen Weizenbroten, Brötchen oder einem Zopf bemerkst Du den Effekt: Die Oberfläche reißt weniger, und das Gebäck wirkt innen saftiger. Wenn Du mit Vollkorn backst, kann Kartoffelwasser ebenfalls helfen, weil Vollkorn mehr Flüssigkeit braucht und schnell trocken wird. Wichtig ist, den Salzgehalt im Blick zu behalten. Für süße Hefeteige nutzt Du besser ungesalzenes Wasser, damit das Ergebnis nicht seltsam würzig wirkt. Wenn Du einmal Deine Lieblingsmenge gefunden hast, kannst Du sie leicht wiederholen, weil Kartoffelwasser im Teig sehr verlässlich reagiert.
8. Pizza, Fladen und Ofengerichte mit besserer Textur
Auch für Pizza und andere Fladenbrote kann Kartoffelwasser ein echter Vorteil sein, weil der Teig elastischer und innen zarter wird. Gerade wenn Du eine knusprige Kruste willst, aber trotzdem einen saftigen Kern, hilft ein Anteil Kartoffelwasser anstelle von normalem Wasser. Du merkst das oft schon beim Kneten: Der Teig wird geschmeidig, ohne zu kleben, und lässt sich besser dehnen. Wichtig ist, die Flüssigkeit nach und nach zuzugeben, denn Kartoffelwasser kann je nach Stärkegehalt unterschiedlich binden. Bei Ofengerichten kannst Du Kartoffelwasser außerdem als kleine Ergänzung nutzen, damit Aufläufe nicht austrocknen. Ein paar Esslöffel in die Form, bevor alles in den Ofen geht, reichen oft aus. Es bildet beim Backen eine leichte Bindung, die sich mit Käse oder einer Gemüsesauce verbindet. Für herzhafte Fladen mit Zwiebeln, Pilzen oder Käse passt auch gesalzenes Kartoffelwasser, dann würzt Du den Teig nur vorsichtig nach. So bekommst Du ein Ergebnis, das saftig bleibt und trotzdem eine gute Kruste hat, ohne dass Du komplizierte Teigtricks brauchst.
9. Vegetarische Küche: Füllungen und Massen besser zusammenhalten
In der vegetarischen Küche fehlt manchmal ein natürlicher Binder, wenn Du ohne Ei kochst oder wenn eine Füllung beim Backen auseinanderfällt. Kartoffelwasser kann hier helfen, weil es Stärke mitbringt, die beim Erhitzen andickt. Du kannst es zum Beispiel in Gemüsefüllungen für Paprika, Zucchini oder Teigtaschen einarbeiten, indem Du ein paar Löffel zur Masse gibst und kurz einziehen lässt. Auch bei Bratlingen aus Gemüse, Hafer oder Hülsenfrüchten kann Kartoffelwasser die Textur verbessern: Die Masse wird formbarer und hält beim Braten besser zusammen. Wichtig ist, nicht zu viel zu verwenden, sonst wird es schnell weich und lässt sich schlecht wenden. Arbeite lieber mit kleinen Mengen und gib der Masse etwas Ruhezeit, damit sich die Feuchtigkeit verteilt. Wenn Du eine Sauce zu einem Ofengericht machst, kannst Du sie ebenfalls mit Kartoffelwasser abrunden, damit sie beim Backen nicht wässrig wird. Der Geschmack bleibt mild, und Du kannst ihn mit Kräutern, Knoblauch, Pfeffer oder Zitronensaft gezielt steuern. So wird aus einer simplen Flüssigkeit ein praktischer Helfer für bessere Konsistenz.
10. Reis, Hirse und Co darin garen
Kartoffelwasser eignet sich auch als Teil der Kochflüssigkeit für Beilagen wie Reis, Hirse, Graupen oder Buchweizen. Es bringt einen milden Geschmack und sorgt dafür, dass das Ergebnis oft etwas runder wirkt. Du musst dabei nicht das gesamte Wasser ersetzen. Starte mit einem Anteil von etwa einem Viertel Kartoffelwasser und dem Rest normalem Wasser. So kannst Du Dich herantasten, ohne dass alles stark nach Kartoffel schmeckt. Besonders bei Hirse und Graupen, die manchmal trocken wirken, kann der Effekt angenehm sein. Bei Reis ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass das Kartoffelwasser nicht zu trüb ist, sonst kann die Beilage schneller kleben. Wenn Du lockeren Reis willst, nutze eher klareres Kartoffelwasser oder einen kleineren Anteil. Gesalzenes Kartoffelwasser passt gut zu herzhaften Beilagen, wenn Du dazu Gemüse, Pilze oder eine Pfanne servierst. Dann salzt Du die Beilage am Ende nur minimal nach. Wenn Du eine cremige Beilage wie ein mildes Körnergericht kochst, unterstützt Kartoffelwasser die Bindung und macht das Ganze weniger wässrig, ohne dass Du sofort Öl oder Butter brauchst.
11. Hülsenfrüchte und Gemüse damit runder abschmecken
Für Hülsenfrüchte gilt: Du verwendest Kartoffelwasser am besten ungesalzen, weil Salz die Garzeit beeinflussen kann. Wenn Du es als Teil der Kochflüssigkeit nutzt, bleibt der Geschmack mild und die Konsistenz kann etwas sämiger werden, vor allem wenn Du am Ende einen Eintopf oder eine dicke Suppe daraus machst. Du kannst Kartoffelwasser auch nutzen, um gegartes Gemüse zu dünsten. Statt nur Wasser in den Topf zu geben, nimmst Du einen Schluck Kartoffelwasser, dann entsteht beim Dünsten eine kleine, leicht gebundene Flüssigkeit, die Du nicht wegschütten musst. Das passt gut zu Karotten, Brokkoli, Lauch oder Kohl. Wenn Du am Ende eine Sauce willst, gibst Du einfach Gewürze dazu und lässt kurz einkochen. Bei Pfannengemüse ist Kartoffelwasser eine schnelle Alternative zu Brühe, wenn Du nur etwas Flüssigkeit brauchst, um alles zu verbinden. Wichtig ist, dass Du stets mit kleinen Mengen arbeitest und am Ende abschmeckst. So bleibt das Gemüse frisch und aromatisch, und Du bekommst gleichzeitig eine kleine Sauce, die nicht wie Wasser wirkt, sondern angenehm rund.
12. Schnelle Küchenrettung: zu dünn, zu trocken, zu fade
Kartoffelwasser ist ein kleines Notfallwerkzeug, wenn beim Kochen etwas aus dem Ruder läuft. Ist eine Sauce zu dünn, gibst Du schluckweise Kartoffelwasser dazu, kochst kurz auf und rührst gründlich. Ist ein Gericht zu trocken, etwa beim Aufwärmen von Reis, Gemüse oder Nudeln, hilft ein kleiner Schuss Kartoffelwasser in der Pfanne oder im Topf, weil es Feuchtigkeit bringt, ohne alles zu verwässern. Auch bei Aufläufen, die am Rand trocken werden, kannst Du vor dem Erwärmen ein paar Löffel am Rand entlang geben. Schmeckt ein Gericht zu fad, kann gesalzenes Kartoffelwasser eine schnelle Grundlage sein, weil es nicht nur Salz, sondern auch eine leichte Bindung mitbringt, die Gewürze besser trägt. Umgekehrt gilt: Wenn Du aus Versehen zu salzig geworden bist, streckst Du lieber mit ungesalzenem Kartoffelwasser oder normalem Wasser und lässt dann wieder einkochen, statt sofort neue Gewürze nachzulegen. Der Vorteil ist, dass Kartoffelwasser selten dominant wirkt, sondern sich unauffällig einfügt. So kannst Du Konsistenz und Geschmack in kleinen Schritten korrigieren, ohne das ganze Rezept zu verändern.
13. Aufbewahren, kühlen und einfrieren ohne Qualitätsverlust
Wenn Du Kartoffelwasser nicht sofort nutzt, kommt es auf schnelle Abkühlung und saubere Lagerung an. Fülle es nach dem Abgießen in ein geeignetes Gefäß und lasse es nicht stundenlang warm stehen. Je schneller es abkühlt, desto frischer bleibt es. Im Kühlschrank hält es sich meist ein bis zwei Tage, vorausgesetzt es riecht neutral und wurde sauber aufgefangen. Vor der Verwendung rührst Du es einmal um, weil sich Stärke gern am Boden absetzt. Wenn Du länger planen willst, friere Kartoffelwasser portionsweise ein. Eiswürfelformen sind dafür ideal, denn so hast Du kleine Mengen zum Ablöschen oder Andicken griffbereit. Beim Auftauen kann die Flüssigkeit gelieren oder etwas dick wirken, das ist normal und löst sich beim Erwärmen wieder. Beschrifte die Portionen, besonders wenn Du gesalzenes und ungesalzenes Wasser einfrierst, damit Du später nicht raten musst. Wichtig ist auch die Geruchsprobe: Wenn es säuerlich riecht, nutzt Du es nicht mehr. Mit dieser Routine wird Kartoffelwasser zu einer praktischen Vorratszutat, die Du wie Brühe oder Kochwasser behandeln kannst, nur eben mit zusätzlicher Bindekraft.
14. Haushalt: Einweichen, lösen, sanft reinigen
Auch außerhalb der Küche kann Kartoffelwasser nützlich sein, vor allem wenn es ungesalzen und frei von Fett ist. Die Stärke kann helfen, angetrocknete Reste zu lösen, wenn Du Töpfe oder Bleche einweichst. Fülle lauwarmes Kartoffelwasser in das verschmutzte Gefäß, lasse es eine Weile stehen und spüle anschließend wie gewohnt nach. Gerade bei stärkehaltigen Anhaftungen, etwa von Teig oder Kartoffelresten, klappt das oft gut. Für empfindliche Oberflächen gilt: Du wischst am Ende mit klarem Wasser nach, damit keine Stärkereste als Film zurückbleiben. Auch bei Glas und Edelstahl kann das sonst Schlieren machen. Kartoffelwasser ist kein Ersatz für Reinigungsmittel, aber ein sanfter Helfer, wenn Du erst einmal einweichen willst und weniger schrubben möchtest. Achte darauf, nur frisches Wasser zu verwenden. Wenn es alt oder säuerlich ist, bringt es eher Geruch als Nutzen. Und nutze es nicht für Textilien, die stark verfärben könnten, denn die Stärke kann in manchen Fällen Rückstände hinterlassen. Richtig eingesetzt ist es aber eine einfache Möglichkeit, Wasser doppelt zu nutzen, statt es sofort wegzugießen.
15. Garten und Kompost: wann es Sinn ergibt und wann nicht
Im Garten ist Kartoffelwasser nur dann sinnvoll, wenn es abgekühlt und ungesalzen ist. Salz kann Pflanzenwurzeln schädigen und den Boden auf Dauer belasten, deshalb bleibt gesalzenes Kochwasser in der Küche. Ungesalzenes Kartoffelwasser kannst Du verdünnt verwenden, zum Beispiel im Verhältnis eins zu eins mit Leitungswasser, und damit robuste Pflanzen gelegentlich gießen. Noch besser eignet es sich oft, um trockenen Kompost leicht anzufeuchten, denn dort verteilt sich die Flüssigkeit, ohne dass Topferde überlastet wird. Wichtig ist, es nicht täglich zu verwenden und keine großen Mengen in kleinen Töpfen zu verteilen, weil organische Reste in warmen Bedingungen gären können. Gieße außerdem lieber direkt auf die Erde und nicht über Blätter, damit keine klebrigen Rückstände entstehen. Wenn Du merkst, dass das Wasser trüb und sehr stärkehaltig ist, nutze kleinere Mengen, damit der Boden nicht verklebt. Kartoffelwasser ersetzt keine ausgewogene Nährstoffversorgung, aber es kann ein kleiner Beitrag sein, Küchenreste sinnvoll zu nutzen. Sobald Du unsicher bist, ob Salz enthalten ist oder ob das Wasser noch frisch riecht, nutzt Du es lieber für eine Soße statt fürs Beet.
Tabelle: Praktische Ideen zum Kartoffelwasser verwerten
| Einsatz | Am besten geeignet | Kurz Anwendung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Soße andicken | Pilzsoße, Bratensoße | Schluckweise zugeben, aufkochen | Salz erst am Ende prüfen |
| Suppe sämig machen | Gemüsesuppe, Eintopf | Etwas einrühren, leise köcheln | Nicht zu viel, sonst kartoffelig |
| Pfanne ablöschen | Gemüse, Pilze, Fleisch | In heißer Pfanne lösen, reduzieren | Gibt Glanz und Bindung |
| Püree cremig rühren | Kartoffelpüree | Nach Fettzugabe nach und nach zugeben | Nicht lange rühren |
| Reste auffrischen | Reis, Gemüse, Nudeln | Beim Erwärmen kleiner Schuss | Verhindert Austrocknen |
| Auflauf saftig halten | Gratin, Gemüseauflauf | Vor dem Backen wenige Löffel in die Form | Nicht übertreiben |
| Hefeteig saftig | Brot, Brötchen | Teil der Flüssigkeit ersetzen | Nur lauwarm verwenden |
| Pizzateig geschmeidig | Pizza, Fladen | Anteil im Teig nutzen | Menge langsam anpassen |
| Bratlinge binden | Gemüsebratlinge | Wenige Löffel in die Masse | Kurz ruhen lassen |
| Gemüse dünsten | Kohl, Lauch, Brokkoli | Statt Wasser zum Dünsten nutzen | Danach einkochen für Sauce |
| Beilagen kochen | Hirse, Graupen | Teil der Kochflüssigkeit ersetzen | Trübes Wasser sparsam nutzen |
| Vorrat anlegen | Für später | In Eiswürfeln einfrieren | Vor Nutzung umrühren |
| Einweichen | Töpfe, Bleche | Lauwarm einfüllen, stehen lassen | Mit klarem Wasser nachspülen |
| Kompost anfeuchten | Komposthaufen | Abgekühlt, verdünnt verwenden | Nur ungesalzen |
| Pflanzen gießen | Robuste Gartenpflanzen | Gelegentlich, verdünnt | Nicht für empfindliche Keimlinge |






