Zum Abtauen eines vereisten Kühlschranks räumst Du die Lebensmittel aus, schaltest das Gerät aus beziehungsweise ziehst den Netzstecker und lässt das Eis von selbst schmelzen. Lege Handtücher aus und stelle eine flache Schale bereit. Eis niemals mit Messer oder Schraubendreher abhebeln, weil Leitungen und Innenwände beschädigt werden können.

Wann ein Kühlschrank abgetaut werden sollte
Eine dünne Reifschicht an der Rückwand kann bei manchen Kühlschränken während des Betriebs normal sein und in den Ruhephasen wieder abtauen. Bleibt dagegen eine dicke Eisschicht bestehen, frieren Lebensmittel an der Rückwand fest oder lässt sich ein kleines integriertes Eisfach kaum noch nutzen, ist Abtauen sinnvoll.
Kommt das Eis sehr schnell zurück, prüfe Türdichtung, Temperatureinstellung und ob warme oder offene Lebensmittel viel Feuchtigkeit eintragen. Eine dauerhaft vereiste Rückwand kann auch auf einen technischen Fehler hindeuten.
Lebensmittel währenddessen kühl halten
Plane das Abtauen am besten, wenn der Kühlschrank nicht voll ist. Empfindliche Lebensmittel kommen in eine Kühlbox oder Kühltasche mit Kühlakkus. Im Winter ist ein Balkon nur dann eine Alternative, wenn die Außentemperatur tatsächlich zum jeweiligen Lebensmittel passt und die Ware vor Tieren, Sonne und Niederschlag geschützt ist.
Kühlschrank sicher abtauen
- Schalte das Gerät aus und ziehe, wenn laut Bedienungsanleitung vorgesehen, den Netzstecker.
- Räume Lebensmittel, Einlegeböden und Schubladen aus.
- Lege saugfähige Handtücher vor und in den unteren Gerätebereich.
- Lasse die Tür offen und gib dem Eis Zeit, von selbst zu schmelzen.
- Wische Tauwasser regelmäßig auf.
- Reinige den Innenraum anschließend mit warmem Wasser und etwas mildem Spülmittel.
- Trockne alles gründlich, bevor Du das Gerät wieder einschaltest.
Darf man das Abtauen beschleunigen?
Wenn sich größere Eisplatten lösen, hebe sie erst heraus, wenn sie ohne Kraft abgehen. Lasse sie nicht aus größerer Höhe auf Glasböden oder Kunststoffschalen fallen. Ein paar Minuten mehr Wartezeit sind günstiger als ein gebrochenes Innenteil oder eine beschädigte Kühlfläche.
Ein Topf mit heißem, nicht kochendem Wasser kann bei manchen Geräten den Innenraum erwärmen, sollte aber nur auf einer hitzebeständigen Unterlage stehen und darf Kunststoffflächen nicht verformen. Sicherer ist das natürliche Auftauen. Föhn, Heizlüfter oder andere elektrische Geräte haben in der nassen Kühlschrankumgebung nichts zu suchen.
Auch scharfe Werkzeuge sind tabu. Hinter einer vereisten Innenwand können Kühlleitungen oder Verdampfer sitzen; ein Stich kann aus einer kleinen Putzaktion einen irreparablen Schaden machen.
Ablauf und Dichtung gleich mitkontrollieren
Nutze die Gelegenheit auch für Einlegeböden und Gemüsefächer. Nimm Glasböden nicht eiskalt heraus und halte sie unmittelbar unter sehr heißes Wasser; starke Temperaturwechsel können Glas belasten. Reinige lose Teile mit einer Temperatur, die zum Material passt, und trockne sie vor dem Einsetzen.
Bei Kühlschränken mit automatischem Abtauvorgang läuft Kondenswasser häufig über eine kleine Öffnung an der Rückwand ab. Ist dieser Ablauf zugesetzt, kann Wasser im Innenraum stehen. Reinige ihn nur mit dem dafür vorgesehenen Hilfsmittel oder nach Bedienungsanleitung.
Wische auch die Türdichtung sauber und prüfe, ob sie rundum anliegt. Eine undichte Tür bringt ständig warme, feuchte Raumluft ins Gerät und fördert neue Eisbildung.
Nach dem Abtauen richtig starten
Kontrolliere vor dem Einschalten, ob Tauwasser unter oder hinter das Gerät gelaufen ist. Steckdose und Stecker müssen trocken sein. Wurde der Kühlschrank zum Reinigen stark gekippt oder transportiert, beachte die vom Hersteller vorgeschriebene Wartezeit, bevor der Kompressor wieder startet.
Schalte den Kühlschrank wieder ein und stelle die Temperatur nach Herstellerempfehlung ein. Bei normalen Haushaltskühlschränken liegt ein sinnvoller Kühlbereich häufig um 4 bis 7 °C; die konkrete Einstellung hängt vom Gerät ab. Räume empfindliche Lebensmittel erst zurück, wenn der Innenraum wieder ausreichend kalt ist. Ein leerer Kühlschrank muss nicht maximal kalt eingestellt werden; dauerhaft zu niedrige Temperaturen erhöhen den Energieverbrauch und können Lebensmittel unnötig anfrieren lassen.
