Maulwürfe sind in Deutschland besonders geschützt. Du darfst ihnen nicht nachstellen, sie fangen, verletzen oder töten und ihre geschützten Lebensstätten nicht einfach zerstören. Setze deshalb nur schonende, nicht verletzende Vergrämung ein und kläre bei größeren Eingriffen Zweifelsfälle mit der zuständigen Naturschutzbehörde.

Was darfst Du gegen einen Maulwurf im Garten tun?
Ein Maulwurf ist lästig, wenn ständig neue Erdhügel im Rasen auftauchen, gleichzeitig ist er ein geschütztes Wildtier. Ziel darf deshalb nicht die Bekämpfung durch Fang oder Tötung sein. Sinnvoll sind nur Maßnahmen, die den Garten für das Tier vorübergehend unattraktiver machen, ohne es zu verletzen oder seine Lebensstätten rechtswidrig zu zerstören.
| Maßnahme | Einordnung | Hinweis |
|---|---|---|
| Hügel einebnen und neue Aktivität beobachten | Sinnvoll | Zeigt, welche Bereiche aktuell genutzt werden |
| Schonende Geruchs- oder Geräuschreize | Versuch möglich | Wirkung ist nicht garantiert und sollte nicht aggressiv sein |
| Lebendfalle | Nicht als normale Gartenmaßnahme | Fangen ist bei besonders geschützten Arten rechtlich problematisch |
| Gift, Gas oder tödliche Fallen | Nicht verwenden | Gefährdet das Tier und kann gegen Artenschutzrecht verstoßen |
| Gangsystem großflächig zerstören | Nicht einfach durchführen | Geschützte Fortpflanzungs- oder Ruhestätten dürfen nicht beschädigt werden |
Maulwurf oder Wühlmaus: erst richtig unterscheiden
Bevor Du überhaupt Maßnahmen planst, solltest Du sicher sein, dass tatsächlich ein Maulwurf aktiv ist. Maulwurfshügel bestehen meist aus relativ feinkrümeliger Erde und wirken eher hoch und rund. Wühlmäuse hinterlassen häufig flachere, unregelmäßigere Haufen und fressen Pflanzenwurzeln. Der Maulwurf ernährt sich dagegen vor allem von tierischer Nahrung im Boden und frisst Deine Pflanzen nicht gezielt an.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil für andere Tierarten andere Regeln und sinnvolle Maßnahmen gelten können.
Warum Hausmittel nicht zuverlässig wirken
Knoblauch, saure Milch, Hundehaare und ähnliche stark riechende Hausmittel werden oft empfohlen. Ob ein Maulwurf darauf tatsächlich den Garten verlässt, ist jedoch nicht verlässlich vorhersehbar. Das Tier kann Reize umgehen, Gänge verschließen oder an anderer Stelle weitergraben. Auch Geräusch- und Vibrationsgeräte funktionieren nicht in jedem Boden gleich gut.
Wenn Du eine schonende Vergrämung versuchst, setze nicht gleichzeitig viele aggressive Reize ein. Beobachte stattdessen einige Tage, ob sich die neuen Hügel räumlich verlagern oder weniger werden. So erkennst Du eher, ob die Maßnahme überhaupt einen Effekt hat.
Mit Störungen behutsam umgehen
Regelmäßige Nutzung des Gartens, Rasenmähen oder normale Gartenarbeit können den Bereich für einen Maulwurf unruhiger machen. Absichtliches dauerhaftes Lärmen oder starke Vibrationen sind dagegen weder eine Erfolgsgarantie noch automatisch eine gute Idee. Vermeide alles, was das Tier verletzen, einschließen oder massiv gefährden könnte.
Stecken Glasflaschen, Metallstäbe oder selbst gebaute Konstruktionen im Rasen, entstehen außerdem Stolper- und Verletzungsrisiken für Menschen, Kinder und Haustiere. Solche Methoden sind deshalb nicht allein wegen ihrer angeblichen Wirkung zu beurteilen.
Warum ein Maulwurf im Garten auch nützlich ist
Maulwürfe lockern beim Graben den Boden und fressen unter anderem Würmer, Insekten und Larven. Sie fressen keine Pflanzenwurzeln als Nahrung. Schäden entstehen vor allem durch die aufgeworfenen Hügel und unterirdischen Gänge. Diese Einordnung hilft, den Aufwand der Vergrämung gegen den tatsächlichen Schaden abzuwägen.
Maulwurfshügel sinnvoll nutzen statt nur ärgern
Die ausgeworfene Erde ist fein und lässt sich im Garten weiterverwenden, zum Beispiel zum Auffüllen kleiner Unebenheiten oder als Bestandteil von Pflanzsubstraten, sofern sie dafür geeignet ist. Wenn Du die Hügel vorsichtig verteilst, siehst Du zugleich schneller, wo neue Aktivität auftritt.
Neue Hügel richtig beobachten
Glätte vorhandene Erdhaufen vorsichtig, ohne das Gangsystem großflächig aufzureißen. So erkennst Du in den nächsten Tagen, wo neue Aktivität auftritt. Einzelne alte Hügel bedeuten nicht automatisch, dass der Bereich noch genutzt wird. Erst wiederkehrende neue Erdhaufen zeigen Dir, wo der Maulwurf aktuell gräbt.
Wann Du die Naturschutzbehörde fragen solltest
Bei einem normalen Rasenproblem ist meist keine aufwendige Maßnahme nötig. Kritischer wird es, wenn Gänge an baulichen Anlagen, Wegen oder anderen empfindlichen Bereichen vermutet werden und Du umfangreich in das Gangsystem eingreifen möchtest. Dann solltest Du vorab die zuständige Naturschutzbehörde kontaktieren. Sie kann klären, welche Maßnahmen im konkreten Fall zulässig sind und ob eine Ausnahme überhaupt in Betracht kommt.
Geduld ist oft die wirksamste Strategie
Ein einzelner Maulwurf kann viele Hügel produzieren, ohne dass deshalb eine große Tiergruppe im Garten lebt. Statt immer neue Hausmittel nachzulegen, lohnt es sich häufig, die Aktivität eine Zeit lang zu beobachten, Hügel zu glätten und den Garten normal weiter zu nutzen. Das vermeidet unnötige Eingriffe und hält Dich auf der sicheren Seite des Artenschutzes.
