Olivenöl Sorten: Diese Olivensorten prägen den Geschmack

Olivenöl schmeckt nicht einfach nur nach „Öl“. Je nach Olivensorte kann es mild, grasig, pfeffrig, bitter, nussig, fruchtig, kräuterig oder sogar leicht süßlich wirken. Genau deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf Herkunft, Preis oder die Bezeichnung „nativ extra“ zu achten, sondern auch auf die verwendeten Olivensorten. Manche Sorten liefern ein weiches, rundes Öl für Einsteiger, andere bringen intensive Bitterkeit und eine deutliche Schärfe mit. Wieder andere eignen sich besonders gut für Salate, Brot, Gemüse, Fisch, Pasta oder kräftige mediterrane Gerichte. Wenn Du weißt, welche Sorte welchen Charakter hat, kannst Du Olivenöl viel gezielter auswählen und passend zu Deinem Essen einsetzen. Sortenreine Olivenöle zeigen den Stil einer einzelnen Olive besonders klar, während Cuvées mehrere Eigenschaften miteinander verbinden. So entsteht eine große geschmackliche Vielfalt, die von sanft und harmonisch bis kräftig und markant reicht.

Olivenöl Sorten: Diese Olivensorten prägen den Geschmack

Olivenöl Sorten: Diese Olivensorten prägen den Geschmack

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Olivensorten den Geschmack so stark beeinflussen
  2. Arbequina: mild, weich und besonders einsteigerfreundlich
  3. Picual: kräftig, grün und angenehm pfeffrig
  4. Koroneiki: kleine Olive mit intensivem Aroma
  5. Frantoio: italienischer Klassiker mit feiner Würze
  6. Leccino: harmonisch, rund und vielseitig verwendbar
  7. Hojiblanca: ausgewogen zwischen Frucht, Bitterkeit und Schärfe
  8. Manzanilla: aromatisch und bekannt aus Spanien
  9. Coratina: intensiv, bitter und charakterstark
  10. Moraiolo: würzig, grün und typisch italienisch
  11. Kalamata und griechische Sorten mit mediterraner Tiefe
  12. Chemlali und nordafrikanische Olivenöle entdecken
  13. Sortenreines Olivenöl oder Cuvée: Was passt besser?
  14. Welche Olivensorte zu welchem Gericht passt
  15. Olivenöl richtig verkosten und Sorten erkennen
  16. Fazit – Olivensorten machen den Unterschied
  17. FAQ – Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet
  18. Tabelle: Olivensorten und ihr typischer Geschmack

1. Warum Olivensorten den Geschmack so stark beeinflussen

Der Geschmack von Olivenöl entsteht durch viele Faktoren: Olivensorte, Klima, Boden, Reifegrad, Erntezeitpunkt, Verarbeitung und Lagerung. Die Sorte bildet dabei die Grundlage. Sie entscheidet mit, ob ein Öl eher mild und rund oder kräftig, bitter und scharf ausfällt. Früher geerntete Oliven bringen oft grünere, frischere und intensivere Aromen mit, während reifere Früchte häufig weichere und rundere Öle ergeben. Trotzdem bleibt der Sortencharakter deutlich spürbar. Eine Arbequina schmeckt meist anders als eine Picual, auch wenn beide sorgfältig verarbeitet wurden. Bei sortenreinem Olivenöl stammt das Öl aus nur einer Olivensorte, wodurch Du den typischen Geschmack besonders gut erkennst. Bei einem Cuvée werden verschiedene Sorten kombiniert, um ein ausgewogenes Aromaprofil zu schaffen. Wenn Du Olivenöl bewusst auswählst, lohnt sich deshalb ein Blick auf das Etikett. Steht dort die Olivensorte, kannst Du deutlich besser einschätzen, ob das Öl zu Deinem Geschmack und zu Deinen Gerichten passt.

2. Arbequina: mild, weich und besonders einsteigerfreundlich

Arbequina gehört zu den beliebtesten Olivensorten für milde Olivenöle. Ursprünglich ist sie vor allem mit Spanien verbunden, wird heute aber auch in anderen Anbauländern kultiviert. Ihr Öl wirkt meist weich, rund und zugänglich. Typisch sind fruchtige Noten, die an reife Oliven, Mandeln, Apfel oder manchmal auch an Banane erinnern können. Bitterkeit und Schärfe fallen oft eher dezent aus, weshalb Arbequina-Olivenöl besonders gut für Menschen geeignet ist, die kräftige, pfeffrige Öle noch ungewohnt finden. In der Küche passt es hervorragend zu hellen Salaten, mildem Gemüse, Fisch, Geflügel, Joghurt-Dips, feinen Dressings oder auch zu Brot, wenn das Öl nicht zu dominant sein soll. Arbequina ist allerdings nicht automatisch langweilig. Gute Qualitäten können sehr elegant, frisch und aromatisch sein. Wenn Du ein sanftes Olivenöl suchst, das viele Speisen begleitet, ohne sie zu überdecken, ist Arbequina eine sehr gute Wahl.

3. Picual: kräftig, grün und angenehm pfeffrig

Picual ist eine der wichtigsten spanischen Olivensorten und besonders in Andalusien weit verbreitet. Das daraus gewonnene Olivenöl ist oft deutlich charaktervoller als Arbequina. Typisch sind grüne, frische und kräftige Aromen, die an Gras, Tomatenblätter, Kräuter, grüne Mandeln oder unreife Früchte erinnern können. Viele Picual-Öle zeigen außerdem eine angenehme Bitterkeit und eine pfeffrige Schärfe im Hals. Genau diese Eigenschaften machen sie spannend für alle, die Olivenöl nicht nur als Fett, sondern als geschmackgebende Zutat nutzen möchten. Picual passt sehr gut zu Tomatensalat, gegrilltem Gemüse, Hülsenfrüchten, kräftiger Pasta, geröstetem Brot, Kartoffeln oder Fleischgerichten. Auch auf Pizza oder über einer warmen Gemüsesuppe kann ein gutes Picual-Olivenöl für mehr Tiefe sorgen. Wenn Du frische, grüne und intensive Öle magst, solltest Du diese Sorte unbedingt probieren. Sie ist markant, aber bei guter Qualität nicht grob, sondern lebendig und klar.

4. Koroneiki: kleine Olive mit intensivem Aroma

Koroneiki ist eine der bekanntesten griechischen Olivensorten und spielt besonders auf Kreta sowie in anderen Regionen Griechenlands eine große Rolle. Die Oliven sind klein, liefern aber sehr aromatische Öle. Koroneiki-Olivenöl wirkt häufig frisch, grün, fruchtig und würzig. Je nach Erntezeitpunkt kann es Noten von Kräutern, grünem Gras, Artischocke, Zitrus, Apfel oder grüner Tomate zeigen. Viele Öle aus dieser Sorte haben eine spürbare, aber oft gut eingebundene Bitterkeit und eine schöne Schärfe. Dadurch eignen sie sich hervorragend für die mediterrane Küche. Du kannst Koroneiki zu griechischem Salat, Feta, Ofengemüse, Lamm, Fisch, Hülsenfrüchten oder geröstetem Brot verwenden. Auch über Kartoffeln, Bohnen oder gegrillter Aubergine wirkt das Öl sehr passend. Wenn Du ein Olivenöl suchst, das frisch und ausdrucksstark schmeckt, ohne zu schwer zu wirken, ist Koroneiki eine spannende Sorte. Sie zeigt sehr gut, wie lebendig griechisches Olivenöl sein kann.

5. Frantoio: italienischer Klassiker mit feiner Würze

Frantoio ist eine klassische italienische Olivensorte und wird besonders mit der Toskana verbunden. Ihr Öl wirkt oft elegant, grün, fruchtig und fein würzig. Typische Aromen erinnern an frisches Gras, Kräuter, grüne Mandeln, Artischocke oder unreife Tomaten. Dabei besitzt Frantoio häufig eine ausgewogene Bitterkeit und eine angenehme Schärfe, ohne zu streng zu wirken. Genau diese Balance macht die Sorte so beliebt. Frantoio-Olivenöl passt sehr gut zu Bruschetta, Pasta, gegrilltem Gemüse, Bohnen, Pilzen, Rindfleisch, Pecorino oder kräftigen Salaten. Auch über einer einfachen Gemüsesuppe oder auf geröstetem Brot entfaltet es seinen Charakter besonders schön. Wenn Du italienische Olivenöle magst, die nicht nur mild, sondern deutlich aromatisch sind, ist Frantoio eine sehr gute Orientierung. Die Sorte bringt Frische, Würze und Struktur mit, bleibt aber oft harmonisch genug, um vielseitig eingesetzt zu werden. Für viele Genießer ist Frantoio ein idealer Einstieg in charaktervolle italienische Öle.

6. Leccino: harmonisch, rund und vielseitig verwendbar

Leccino ist ebenfalls eine bekannte italienische Olivensorte und wird häufig sortenrein oder in Cuvées verwendet. Ihr Öl ist meist milder und runder als besonders kräftige Sorten wie Coratina oder Moraiolo. Typisch sind feine fruchtige Noten, leichte Kräuteraromen, ein weicher Eindruck am Gaumen und eine eher moderate Bitterkeit. Dadurch eignet sich Leccino sehr gut für die Alltagsküche. Es begleitet viele Gerichte, ohne sich zu stark in den Vordergrund zu drängen. Du kannst es für Salate, Gemüse, Pasta, Fisch, helle Fleischgerichte, Antipasti oder zum Verfeinern von Suppen verwenden. Gerade wenn Du ein Olivenöl suchst, das nicht zu scharf, aber dennoch aromatischer als sehr neutrale Öle ist, kann Leccino gut passen. In Mischungen sorgt die Sorte oft für Harmonie und Rundheit. Sie kann kräftigere Olivensorten abrunden und ein Öl zugänglicher machen. Leccino ist deshalb besonders interessant, wenn Du ein vielseitiges, elegantes und nicht zu dominantes Olivenöl bevorzugst.

7. Hojiblanca: ausgewogen zwischen Frucht, Bitterkeit und Schärfe

Hojiblanca ist eine spanische Olivensorte, die besonders in Andalusien verbreitet ist. Ihr Name wird oft mit der helleren Blattunterseite des Olivenbaums in Verbindung gebracht. Geschmacklich bietet Hojiblanca eine spannende Mischung aus Fruchtigkeit, Frische, Bitterkeit und Schärfe. Je nach Verarbeitung kann das Öl eher grün und kräuterig oder etwas runder und fruchtiger wirken. Häufig zeigen sich Noten von frischem Gras, grüner Mandel, Apfel, Kräutern oder Artischocke. Die Bitterkeit kann deutlich spürbar sein, bleibt bei guten Ölen aber angenehm eingebunden. Hojiblanca passt besonders gut zu Salaten, Tomaten, Gemüsegerichten, Fisch, Meeresfrüchten, Tapas, Pasta und Brot. Auch in Dressings kann die Sorte sehr überzeugend sein, weil sie genug Kraft mitbringt, aber nicht immer so dominant wie sehr intensive Öle wirkt. Wenn Du zwischen mild und kräftig suchst, ist Hojiblanca eine gute Wahl. Sie zeigt Charakter, bleibt aber meist flexibel genug für viele Gerichte.

8. Manzanilla: aromatisch und bekannt aus Spanien

Manzanilla ist vielen vor allem als Tafelolive bekannt, wird aber auch für Olivenöl verwendet. Die Sorte stammt aus Spanien und bringt oft ein aromatisches, fruchtiges und angenehm zugängliches Profil mit. Je nach Region und Reifegrad kann das Öl grüne, fruchtige, leicht nussige oder kräuterige Noten zeigen. Im Vergleich zu sehr kräftigen Sorten wirkt Manzanilla häufig weicher, kann aber trotzdem eine erkennbare Frische besitzen. Dadurch passt sie gut zu leichten mediterranen Gerichten, Salaten, Brot, Gemüse, Tapas, Fisch oder Geflügel. Auch für Dressings, Marinaden und kalte Vorspeisen kann ein Manzanilla-Olivenöl sehr angenehm sein. Wenn Du Olivenöl magst, das aromatisch, aber nicht zu streng ist, solltest Du diese Sorte beachten. Sie kann besonders für den täglichen Gebrauch interessant sein, weil sie Speisen begleitet und ihnen ein mediterranes Aroma gibt, ohne zu schwer zu wirken. Gute Manzanilla-Öle sind freundlich, rund und vielseitig einsetzbar.

9. Coratina: intensiv, bitter und charakterstark

Coratina ist eine italienische Olivensorte, die vor allem mit Apulien verbunden wird. Ihr Öl gehört oft zu den kräftigeren Varianten. Typisch sind intensive grüne Aromen, eine deutliche Bitterkeit und eine ausgeprägte Schärfe. Für Einsteiger kann Coratina zunächst überraschend sein, weil das Öl im Hals kräftig pfeffrig wirken kann. Genau darin liegt aber sein besonderer Reiz. Gute Coratina-Öle schmecken nicht einfach nur stark, sondern komplex, frisch und sehr charaktervoll. Sie können an grüne Oliven, Kräuter, Artischocke, Rucola, grüne Mandeln oder Tomatenblätter erinnern. In der Küche passt Coratina hervorragend zu kräftigen Gerichten: gegrilltes Gemüse, dunkle Blattsalate, Hülsenfrüchte, Bohnen, Fleisch, geröstetes Brot, Pizza, Pasta mit würzigen Saucen oder reifer Käse profitieren von dieser Intensität. Wenn Du milde Öle bevorzugst, ist Coratina vielleicht nicht die erste Wahl. Wenn Du aber ein Olivenöl suchst, das wirklich Präsenz zeigt, ist diese Sorte besonders spannend.

10. Moraiolo: würzig, grün und typisch italienisch

Moraiolo ist eine weitere traditionsreiche italienische Olivensorte, die besonders in Mittelitalien geschätzt wird. Ihr Öl kann sehr würzig, grün und markant ausfallen. Oft zeigt es Aromen von frischem Gras, Kräutern, grüner Mandel, Artischocke oder Blättern. Bitterkeit und Schärfe sind meist gut wahrnehmbar und geben dem Öl Struktur. Moraiolo wird häufig in Cuvées eingesetzt, weil es einem Olivenöl Tiefe, Würze und Kraft verleiht. Sortenrein kann es sehr ausdrucksstark sein und eignet sich vor allem für Menschen, die charaktervolle Öle mögen. In der Küche passt Moraiolo zu deftigen Gemüsesuppen, Bohnen, Linsen, Bruschetta, Steak, gegrillten Pilzen, Ofenkartoffeln oder kräftigen Salaten. Auch auf geröstetem Sauerteigbrot kommt der Geschmack gut zur Geltung. Wenn Du italienisches Olivenöl mit klarer grüner Würze suchst, ist Moraiolo eine Sorte, die Du kennen solltest. Sie wirkt weniger weich als Leccino, dafür aber oft spannender, tiefer und intensiver.

11. Kalamata und griechische Sorten mit mediterraner Tiefe

Kalamata ist als Tafelolive besonders bekannt, doch Griechenland bietet viele Olivensorten, die auch für aromatische Öle stehen. Neben Koroneiki spielen regionale Sorten eine wichtige Rolle, die je nach Gebiet sehr unterschiedliche Profile entwickeln. Griechische Olivenöle können mild-fruchtig, kräuterig, grasig, pfeffrig oder kräftig wirken. Häufig bringen sie eine mediterrane Tiefe mit, die gut zu einfachen, ehrlichen Gerichten passt. Zu Feta, Tomaten, Gurken, Oliven, Lamm, Fisch, Bohnen, Auberginen oder Ofenkartoffeln harmonieren sie besonders schön. Kalamata selbst ist geschmacklich oft mit dunkler Frucht, Würze und einem volleren Eindruck verbunden, wobei Ölqualitäten je nach Erzeugung stark variieren können. Wenn Du griechische Küche liebst, lohnt sich der Blick auf Olivenöle mit genauer regionaler Herkunft und Sorte. Sie können sehr unterschiedlich schmecken und zeigen, dass griechisches Olivenöl weit mehr ist als ein einheitlicher Stil. Besonders spannend ist der Vergleich zwischen milden Inselölen und intensiveren, früh geernteten Qualitäten.

12. Chemlali und nordafrikanische Olivenöle entdecken

Chemlali ist eine wichtige Olivensorte aus Tunesien und steht für eine andere, oft unterschätzte Olivenölwelt. Nordafrikanische Olivenöle können sehr vielseitig sein: von mild, rund und fruchtig bis kräftig, grün und würzig. Chemlali-Öle wirken häufig eher weich, harmonisch und angenehm fruchtig. Sie können Noten von reifen Oliven, Mandeln, gelben Früchten oder leichten Kräutern zeigen. Dadurch eignen sie sich gut für Alltagsgerichte, Salate, Couscous, Gemüse, Hülsenfrüchte, Brot, Fisch oder orientalisch inspirierte Speisen. Tunesien besitzt eine lange Olivenöltradition, die im Supermarkt oder Fachhandel aber manchmal weniger sichtbar ist als italienische, spanische oder griechische Herkunft. Wenn Du neue Geschmacksrichtungen entdecken möchtest, lohnt sich ein offener Blick auf solche Öle. Achte dabei wie immer auf die Qualitätsstufe, Frische, Verpackung und klare Angaben. Chemlali kann eine gute Wahl sein, wenn Du ein zugängliches, mildes und zugleich mediterran geprägtes Olivenöl suchst, das viele Gerichte sanft begleitet.

13. Sortenreines Olivenöl oder Cuvée: Was passt besser?

Sortenreines Olivenöl zeigt den Charakter einer einzelnen Olivensorte besonders deutlich. Wenn Du lernen möchtest, wie Arbequina, Picual, Koroneiki oder Coratina schmecken, ist ein sortenreines Öl ideal. Du erkennst Unterschiede klarer und kannst Deinen persönlichen Geschmack besser einordnen. Ein Cuvée besteht dagegen aus mehreren Sorten. Das muss keineswegs schlechter sein. Im Gegenteil: Gute Erzeuger kombinieren Olivensorten gezielt, um Balance, Fruchtigkeit, Bitterkeit, Schärfe und Haltbarkeit harmonisch abzustimmen. Eine milde Sorte kann ein kräftiges Öl abrunden, während eine würzige Sorte mehr Struktur bringt. Für die Alltagsküche sind Cuvées oft sehr praktisch, weil sie vielseitig einsetzbar sind und weniger extrem wirken. Sortenreine Öle eignen sich besonders gut, wenn Du bewusst vergleichen oder ein bestimmtes Aromaprofil suchst. Wenn Du nur eine Flasche zu Hause haben möchtest, ist ein ausgewogenes Cuvée oft unkompliziert. Wenn Du gerne kochst, lohnt sich dagegen eine kleine Auswahl: ein mildes Öl, ein kräftiges Öl und ein aromatisches Öl zum Verfeinern.

14. Welche Olivensorte zu welchem Gericht passt

Die passende Olivensorte hängt stark davon ab, wie kräftig Dein Gericht ist. Milde Öle wie Arbequina, Leccino oder Chemlali passen gut zu feinen Speisen, die nicht überdeckt werden sollen. Dazu gehören Blattsalate, Fisch, helles Gemüse, Joghurt-Dips, Geflügel oder zarte Dressings. Kräftigere Sorten wie Picual, Koroneiki, Moraiolo oder Coratina vertragen intensivere Gerichte. Sie passen zu Tomaten, Auberginen, Paprika, Bohnen, Linsen, gegrilltem Gemüse, Pizza, Pasta, geröstetem Brot oder Fleisch. Hojiblanca und Frantoio liegen oft dazwischen und sind dadurch besonders vielseitig. Wenn Du Olivenöl über fertige Speisen gibst, darf es aromatischer sein, weil es direkt wahrgenommen wird. Beim Kochen in größeren Mengen kann ein harmonisches Alltagsöl sinnvoller sein. Für Brot, Bruschetta oder Tomatensalat lohnt sich ein hochwertiges Öl mit klar erkennbarem Sortencharakter. So wird Olivenöl nicht nur eine Zutat, sondern ein Teil des Geschmacksaufbaus. Je bewusster Du kombinierst, desto besser kommt jede Sorte zur Geltung.

15. Olivenöl richtig verkosten und Sorten erkennen

Wenn Du Olivensorten unterscheiden möchtest, solltest Du Olivenöl bewusst verkosten. Gib eine kleine Menge in ein sauberes Glas, wärme es kurz mit der Hand an und rieche daran. Achte darauf, ob Du grüne, fruchtige, nussige, kräuterige oder reife Noten wahrnimmst. Danach nimmst Du einen kleinen Schluck und verteilst das Öl im Mund. Bitterkeit am Gaumen und Schärfe im Hals sind bei vielen hochwertigen Ölen normal. Sie zeigen nicht automatisch, dass ein Öl schlecht ist, sondern gehören bei Sorten wie Picual, Koroneiki, Coratina oder Moraiolo oft zum Charakter. Mildere Sorten wie Arbequina oder Leccino wirken dagegen weicher und runder. Am besten vergleichst Du zwei oder drei Öle nebeneinander. So erkennst Du Unterschiede viel schneller. Probiere sie anschließend mit Brot, Tomaten oder Gemüse, denn manche Öle wirken pur sehr intensiv, passen zum Essen aber hervorragend. Mit der Zeit entwickelst Du ein Gefühl dafür, welche Olivensorte Du für welche Küche bevorzugst.

16. Fazit – Olivensorten machen den Unterschied

Olivensorten prägen den Geschmack von Olivenöl stärker, als viele beim Kauf vermuten. Arbequina steht oft für milde, weiche und fruchtige Öle, während Picual grün, kräftig und pfeffrig wirken kann. Koroneiki bringt griechische Frische, Frantoio italienische Eleganz, Leccino harmonische Vielseitigkeit und Coratina intensive Stärke. Hojiblanca, Manzanilla, Moraiolo, Kalamata und Chemlali zeigen zusätzlich, wie groß die Vielfalt im Mittelmeerraum ist. Wenn Du Olivenöl bewusster auswählst, findest Du schneller eine Flasche, die wirklich zu Deinen Gerichten passt. Für feine Speisen eignen sich mildere Öle, für kräftige mediterrane Küche dürfen Bitterkeit, Schärfe und grüne Aromen deutlicher ausfallen. Sortenreine Öle helfen Dir beim Entdecken einzelner Profile, während Cuvées oft besonders ausgewogen sind. Am besten probierst Du verschiedene Sorten bewusst aus und achtest auf Frische, Duft, Geschmack und Verwendung. So wird Olivenöl vom einfachen Küchenprodukt zu einer aromatischen Zutat mit echtem Charakter.

17. FAQ – Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Frage: Welche Olivensorte ist besonders mild?
Antwort: Arbequina gilt häufig als besonders mild, weich und fruchtig. Auch Leccino und Chemlali können eher rund und zugänglich schmecken. Diese Sorten eignen sich gut, wenn Du kein sehr bitteres oder scharfes Olivenöl möchtest.

Frage: Welche Olivensorte schmeckt besonders kräftig?
Antwort: Coratina, Picual, Moraiolo und Koroneiki können sehr charaktervolle Öle ergeben. Sie zeigen oft grüne Aromen, Bitterkeit und eine pfeffrige Schärfe, die besonders gut zu kräftigen Gerichten passt.

Frage: Ist sortenreines Olivenöl besser als ein Cuvée?
Antwort: Nicht automatisch. Sortenreines Öl zeigt den Charakter einer Sorte besonders klar. Ein gutes Cuvée kann aber sehr ausgewogen sein, weil verschiedene Olivensorten harmonisch kombiniert werden.

Frage: Welche Olivensorte passt gut zu Salat?
Antwort: Für milde Salate eignen sich Arbequina, Leccino oder Chemlali. Für Tomatensalat, Rucola oder kräftigere Dressings passen Picual, Frantoio, Hojiblanca oder Koroneiki sehr gut.

Frage: Warum schmeckt manches Olivenöl bitter oder scharf?
Antwort: Bitterkeit und Schärfe gehören bei vielen hochwertigen Olivenölen zum natürlichen Geschmacksprofil. Sie hängen unter anderem von Sorte, Reifegrad und Erntezeitpunkt ab und sind nicht automatisch ein Fehler.

Frage: Welche Olivensorte eignet sich für Brot und Bruschetta?
Antwort: Für Brot und Bruschetta sind aromatische Sorten wie Frantoio, Picual, Koroneiki, Moraiolo oder Coratina besonders spannend. Sie bringen genug Kraft mit, um pur oder mit Tomaten deutlich wahrgenommen zu werden.

18. Tabelle: Olivensorten und ihr typischer Geschmack

Olivensorte Typischer Geschmack Passt besonders gut zu
Arbequina Mild, weich, fruchtig, leicht nussig Blattsalat, Fisch, Geflügel, Joghurt-Dips, helle Dressings
Picual Grün, kräftig, pfeffrig, leicht bitter Tomaten, gegrilltes Gemüse, Pasta, Brot, Hülsenfrüchte
Koroneiki Frisch, kräuterig, grün, aromatisch Feta, griechischer Salat, Fisch, Lamm, Ofengemüse
Frantoio Elegant, würzig, grasig, fruchtig Bruschetta, Pasta, Bohnen, Pilze, kräftige Salate
Leccino Rund, harmonisch, mild-fruchtig Antipasti, Gemüse, Fisch, leichte Pasta, Alltagsküche
Hojiblanca Ausgewogen, fruchtig, leicht bitter und scharf Tapas, Salate, Meeresfrüchte, Tomaten, Gemüse
Manzanilla Aromatisch, fruchtig, zugänglich Tapas, Brot, Salate, Geflügel, kalte Vorspeisen
Coratina Sehr intensiv, bitter, grün, pfeffrig Gegrilltes Gemüse, Pizza, Fleisch, Bohnen, reifer Käse
Moraiolo Würzig, grün, kräftig, strukturiert Bruschetta, Linsen, Pilze, Ofenkartoffeln, Steak
Kalamata Voll, mediterran, würzig, fruchtbetont Feta, Tomaten, Auberginen, Lamm, griechische Gerichte
Chemlali Mild, weich, fruchtig, harmonisch Couscous, Gemüse, Brot, Fisch, Hülsenfrüchte
Cuvée aus mehreren Sorten Ausgewogen, je nach Mischung mild bis kräftig Vielseitige Alltagsküche, Dressings, warme und kalte Gerichte

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