Pferde schützt Du vor Bremsen, Fliegen und Mücken am zuverlässigsten durch eine Kombination aus Fliegen- oder Ekzemerdecke, passender Maske, insektenärmeren Weidezeiten und zugelassenem Repellent nach Herstellerangabe. Bei starkem Juckreiz, nässenden oder offenen Hautstellen sowie Verdacht auf Sommerekzem sollte ein Tierarzt die Ursache und Behandlung klären.

Mechanischer Insektenschutz ist die wichtigste Basis
Fliegendecken, engmaschige Ekzemerdecken, Fliegenmasken und bei Bedarf Ohrenschutz reduzieren den direkten Kontakt mit stechenden und beißenden Insekten. Entscheidend ist eine gute Passform: Die Ausrüstung darf weder scheuern noch die Sicht einschränken. Kontrolliere besonders Brust, Widerrist, Mähne, Schweifansatz und Gurtbereiche regelmäßig auf Druck- oder Reibestellen.
Bei Pferden mit Sommerekzem ist eine möglichst lückenlose Barriere oft wichtiger als wechselnde Hausmittel. Beschädigte Decken sollten deshalb zeitnah repariert oder ersetzt werden.
Weidezeiten und Umgebung geschickt wählen
Je nach Insektenart schwankt die Aktivität im Tagesverlauf. Gnitzen, die beim Sommerekzem eine wichtige Rolle spielen können, sind häufig in der Dämmerung besonders aktiv. Windige, offene Flächen sind oft günstiger als windstille Bereiche an stehenden Gewässern oder feuchten Hecken. Wenn Dein Pferd stark reagiert, kann es sinnvoll sein, Weide- und Stallzeiten an die lokale Insektenbelastung anzupassen.
Entferne Mist regelmäßig und vermeide unnötig stehendes Wasser in Trögen, Eimern oder anderen Behältern. Eine saubere Umgebung beseitigt zwar nicht alle Insekten, reduziert aber zusätzliche Brut- und Anlockungsquellen.
Repellents nur gezielt und nach Kennzeichnung einsetzen
Für Pferde gibt es zugelassene oder entsprechend gekennzeichnete Repellentprodukte. Verwende sie genau nach Etikett und spare Augen, Nüstern, Maul, Schleimhäute und offene Hautstellen aus, sofern die Produktinformation nichts anderes vorgibt. Vor einer großflächigen ersten Anwendung ist ein kleiner Verträglichkeitstest sinnvoll.
Bei Sprays und Pour-on-Produkten solltest Du außerdem Dich selbst schützen. Manche Wirkstoffe können Haut und Augen reizen. Handschuhe, Abstand zum Sprühnebel und sorgfältiges Händewaschen nach der Anwendung sind einfache Vorsichtsmaßnahmen.
Ätherische Öle und selbst gemischte Sprays sind nicht automatisch harmlos
Lavendel-, Teebaum-, Nelken-, Eukalyptus- oder Citronellaöl werden häufig als Hausmittel genannt. Für eine sichere Dosierung und verlässliche Schutzwirkung selbst gemischter Rezepturen gibt es jedoch keine pauschale Empfehlung. Ätherische Öle können Haut und Schleimhäute reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Auch Essiglösungen gehören nicht auf gereizte oder offene Haut.
Die frühere Empfehlung, dem Pferd größere Mengen Knoblauch über Monate zuzufüttern, sollte ebenfalls nicht als Standardmaßnahme übernommen werden. Ergänzungsfutter gehört zur Ration und kann bei falscher Menge Nebenwirkungen oder Nährstoffprobleme verursachen. Wenn Du über eine Fütterungsmaßnahme nachdenkst, besprich sie mit Tierarzt oder qualifizierter Fütterungsberatung.
Bei Sommerekzem reicht reine Insektenabwehr oft nicht
Starker Juckreiz an Mähne, Schweif oder Bauchnaht, abgebrochene Haare, Krusten und wund gescheuerte Haut können zu einem Sommerekzem passen. Dabei handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Bestandteile im Speichel bestimmter stechender Insekten, insbesondere Gnitzen. Andere Hauterkrankungen können ähnlich aussehen.
Eine tierärztliche Abklärung ist sinnvoll, bevor Du immer neue Mittel ausprobierst. Neben konsequentem Insektenschutz können je nach Befund eine gezielte Hautpflege und medizinische Behandlung nötig sein.
Offene oder entzündete Hautstellen nicht einfach übersprühen
Nässende, eitrige, stark geschwollene oder schmerzhafte Haut braucht eine andere Behandlung als gesunde Haut. Reinige solche Stellen nicht mit aggressiven Hausmitteln und sprühe kein Repellent direkt hinein. Scheuert sich das Pferd blutig oder verschlechtert sich eine Stelle, sollte der Tierarzt draufschauen.
Im Stall können Fliegengitter, Luftbewegung durch geeignete Ventilation und konsequente Stallhygiene den Insektendruck zusätzlich senken. Futterreste und nasse organische Bereiche sollten nicht unnötig liegen bleiben. Elektrische Geräte oder Ventilatoren müssen dabei so angebracht sein, dass Pferde weder Kabel erreichen noch sich an beweglichen Teilen verletzen können.
Bei Repellents lohnt der Blick auf die vorgesehene Tierart und Anwendungsdauer. Ein Mittel für Menschen ist nicht automatisch für Pferde geeignet, und eine lange Wirkdauer aus der Werbung ersetzt nicht die Gebrauchsanweisung. Wird das Pferd stark nass oder schwitzt es intensiv, kann je nach Produkt eine erneute Anwendung nötig sein.
Beim Reiten den Schutz an die Situation anpassen
Für Ausritte gibt es Fliegenfransen, Masken und leichte Ausreitdecken. Prüfe, ob sie mit Trense und Sattel sicher zusammenspielen und nichts verrutscht. Bei extremem Insektendruck kann ein anderer Zeitpunkt für den Ausritt die bessere Lösung sein als immer mehr Mittel auf das Fell aufzutragen.
Eine Kombination aus Barriere, sinnvoller Haltungsorganisation und korrekt angewendetem Repellent ist auf Dauer meist zuverlässiger als ein einzelnes vermeintliches Wundermittel.

Super Tipps. Habe mein armes Pony mit den Tipps von hier gegen Bremsen schützen können. Vielen Dank dafür!