Tipps zur Plastikvermeidung

Kunststoff ist praktisch, vielseitig und günstig – genau deshalb begegnet er Dir in fast jedem Lebensbereich. Gleichzeitig verursacht er überfüllte Mülleimer, Mikroplastik in Gewässern und einen hohen Ressourcenverbrauch bei Herstellung und Entsorgung. Die gute Nachricht: Du kannst Deinen Plastikverbrauch spürbar senken, ohne Komfort einzubüßen. Entscheidend sind drei Schritte: verzichten, wiederverwenden, richtig trennen. Plane Deinen Einkauf, setze auf Mehrweg, pflege langlebige Alternativen und baue kleine Routinen auf, die automatisch greifen. Starte mit zwei bis drei großen Hebeln: Leitungswasser statt PET, Mehrweg-Behälter für To-go und feste Pflegeprodukte im Bad. Tracke Deine Fortschritte – ein Foto vom Kunststoffabfall pro Woche zeigt Dir direkt, was wirkt. Dieser Leitfaden führt Dich systematisch durch Alltag, Küche, Bad, Job, Reisen und Events. Du bekommst praxiserprobte Tipps, wie Du Einweg vermeidest, langlebige Lösungen findest und Deine Familie oder Mitbewohner:innen mitnimmst. Mit der 80/20-Regel konzentrierst Du Dich auf Maßnahmen mit größter Wirkung und bleibst entspannt, wenn es mal nicht perfekt läuft. So wird Plastikvermeidung Schritt für Schritt zu einer Gewohnheit, die Zeit, Geld und Nerven spart – und nebenbei die Umwelt entlastet.

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Tipps zur Plastikvermeidung

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Plastik vermeiden? Nutzen, Mythen, Prioritäten
  2. Einkauf mit Plan: weniger Verpackung, bessere Entscheidungen
  3. Mehrweg, Behälter & Pfandsysteme clever nutzen
  4. Küche & Vorrat: frische Ideen statt Folie und Tüten
  5. Bad & Pflege: feste Produkte, Nachfüllsysteme, langlebige Tools
  6. Putzen & Waschen: einfach, wirksam, plastikarm
  7. Unterwegs & im Job: to-go ohne Einweg
  8. Mode & Textilien: Mikroplastik vermeiden, besser pflegen
  9. Baby & Kinder: pragmatische Lösungen für den Familienalltag
  10. Feiern & Events: schön, praktisch und abfallarm
  11. Reisen & Freizeit: leicht packen, Plastik sparen
  12. Garten & Haushalt: Kreisläufe schließen
  13. Trennen & Recyceln: was wirklich im Gelben Sack landet
  14. Gewohnheiten aufbauen: Nudges, Routinen, Teamwork
  15. Wirkung messen & dranbleiben: 80/20-Regel und Motivation

1. Warum Plastik vermeiden? Nutzen, Mythen, Prioritäten

Plastik zu reduzieren bringt Dir drei direkte Vorteile: weniger Abfallvolumen zu Hause, geringere Umweltbelastung durch Mikroplastik und handfeste Kostenvorteile, weil Du Einwegprodukte seltener kaufst. Gleichzeitig halten sich Mythen hartnäckig: „Glas ist immer besser“ oder „Bioplastik löst alles“. Tatsächlich zählen Nutzungsdauer, Recyclingfähigkeit und ob ein Produkt überhaupt nötig ist. Setze Prioritäten dort, wo viel Einweg anfällt: Getränke, Snackverpackungen, Badartikel, Versandmaterial. Denke in der Reihenfolge: 1) vermeiden (brauche ich es?), 2) wiederverwenden (gibt es Mehrweg?), 3) recyceln (Monomaterial bevorzugen). Definiere eine Startlinie, indem Du eine Woche lang Deinen Kunststoffabfall getrennt sammelst und fotografierst – das macht Fortschritte messbar. Picke dann drei „Big Wins“, etwa Leitungswasser statt PET, Einkauf mit Stoffnetzen und eigene Dosen an Frischetheken, plus feste Seife und Shampoo. Formuliere konkrete Ziele wie „keine Frischhaltefolie mehr“ oder „drei Coffee-to-go wöchentlich im Mehrwegbecher“. So konzentrierst Du Dich auf wirksame Schritte statt Perfektion, die schnell frustriert. Kleine, konsequente Routinen schlagen unregelmäßige Großaktionen – und motivieren nachhaltig.

2. Einkauf mit Plan: weniger Verpackung, bessere Entscheidungen

Spontankäufe erzeugen mehr Einweg. Mit Wochenmenü und strukturierter Liste (Frisches, Trockenes, Tiefkühl) vermeidest Du Überflüssiges. Iss vor dem Einkauf – hungrig greifst Du eher zu verpackten Snacks. Bevorzuge lose Ware am Markt oder in der Obst- und Gemüseabteilung und nutze Stoffnetze. Nimm Großpackungen bei Basics wie Haferflocken, Reis oder Bohnen und fülle daheim in Glas- oder Edelstahldosen um. Achte auf Mehrweg-Glas bei Milch, Joghurt, Saft und greife bei Getränken zu regionalen Pfandflaschen. Unverpackt-Läden oder Nachfüllstationen liefern Trockenware, Gewürze und Putzmittel ohne Einweg. Online: Bestellungen bündeln, Anbieter mit plastikarmen Füllmaterialien wählen und Abholstationen nutzen, um Einzellieferungen zu vermeiden. Frage aktiv an Theken nach Mitnahme in Deine Dose – vielerorts erlaubt. Entwickle ein „erst-nein-sagen“-Muster: Keine Plastiktüte an der Kasse, kein Strohhalm, kein Einwegbesteck. Prüfe Etiketten: Monomaterial (z. B. PE, PP) lässt sich besser recyceln als Verbunde. Mit ein wenig Vorbereitung sparst Du Verpackung, Geld und Zeit.

3. Mehrweg, Behälter & Pfandsysteme clever nutzen

Mehrweg wird nur zur Gewohnheit, wenn er super bequem ist. Packe eine kleine „Unterwegs-Station“: faltbare Einkaufstasche, leichter Mehrwegbecher, kleines Besteck-Set, Lunchbox und Trinkflasche. Deponiere das Set an der Tür oder im Rucksack, damit Du es nie vergisst. Zuhause standardisierst Du Größen: zwei, drei Glasdosen mit passenden Deckeln für Reste, Schraubgläser für Trockenware, eine robuste Edelstahldose für Brotzeit. Beschrifte Inhalte und Datum mit ablösbaren Etiketten – das spart Folie und verhindert Food Waste. Nutze Pfandsysteme konsequent: Getränkekisten, Milch/Joghurt im Mehrweg, To-go-Becher und Pfandschalen für Take-away. Pflege zahlt sich aus: Dichtungen trocken lagern, Deckel nicht in die Spülmaschine, Kisten zeitnah zurückbringen. Lege eine „Rückführungs-Routine“ fest: Leere Pfandflaschen direkt in eine Kiste, Becher nach Benutzung spülen und zurück in die Tasche. Vermeide Gadget-Overkill: Wenige, robuste Artikel genügen – das spart Geld, Platz und Entscheidungsstress. So wird Mehrweg zur bequemen Standardeinstellung.

4. Küche & Vorrat: frische Ideen statt Folie und Tüten

Die Küche ist der größte Hebel. Ersetze Frischhaltefolie durch Bienenwachstücher, Tellerdeckel oder stapelbare Glasdosen. Einfrieren klappt in Glas (mit Kopfraum für Ausdehnung) oder in langlebigen Silikonbeuteln. Lagere Trockenware in Schraubgläsern – transparent, geruchsfrei, mottenresistent. Brot kaufst Du unverpackt oder im Baumwollbeutel und frierst Scheiben portionsweise ein. Obst und Gemüse lagern sortenabhängig: Tomaten, Bananen nicht in den Kühlschrank; Kräuter in feuchten Tüchern oder im Glas mit Wasser. Getränke? Leitungswasser mit Karaffe/Filter statt PET, Sprudel mit Wassersprudler. Koche größere Mengen und lagere Reste in beschrifteten Dosen – spart Verpackung vom spontanen Lieferdienst. Öl, Essig, Gewürze im Nachfüllsystem oder Großgebinde kaufen und zuhause in passende Flaschen füllen. Bei der Spülmaschine auf Pulver im Karton setzen, Spültücher aus Baumwolle/Cellulose statt Kunststoffschwämme verwenden. Bioabfall im Papiereinsatz statt Plastikbeutel sammeln. Teile Geräte in der Nachbarschaft (Dörrautomat, Vakuumierer) – weniger Neuanschaffungen bedeuten auch weniger Verpackung.

5. Bad & Pflege: feste Produkte, Nachfüllsysteme, langlebige Tools

Im Bad senkst Du Plastikverbrauch mit wenigen Umstellungen. Steig auf feste Seife, Shampoo und Conditioner um – ergiebig, leicht und ohne Flaschenmüll. Nutze Nachfüllsysteme für Flüssigseife in Spendern aus Glas oder Metall. Ersetze Einwegrasierer durch einen langlebigen Rasierhobel mit austauschbaren Klingen; trockne die Klinge nach Gebrauch, dann hält sie länger. Für die Mundpflege: Zahnbürsten mit Wechselkopf oder robuste Elektromodelle, Zahnseide im Glasspender, Zahnpasta-Tabs als Tubenalternative. Menstruation: Tasse, Periodenunterwäsche oder waschbare Binden reduzieren Einweg drastisch. Abschminken gelingt mit wiederverwendbaren Pads statt Wattepads. Achte bei Kosmetik auf Mikroplastikfreiheit und gut recycelbare Verpackungen; Nachfülltiegel sind ideal. Lagere feste Produkte auf Luffa-Pads oder Rillen-Seifenschalen, damit sie trocken bleiben. Reduziere Produktvielfalt: Ein gutes Öl ersetzt mehrere Fläschchen. Wichtig: Bestehende Produkte erst aufbrauchen – der nachhaltigste Tiegel ist der, der leer wird. So sinken Abfall, Kosten und Bad-Chaos zugleich.

6. Putzen & Waschen: einfach, wirksam, plastikarm

Sauberkeit geht mit wenigen Basics: Essigessenz, Natron, Zitronensäure und Kernseife decken fast alles ab – ohne bunte Flaschenparade. Mische Allzweckreiniger in einer wiederbefüllbaren Sprühflasche, Glasreiniger aus Wasser und Essig, Scheuerpaste aus Natron und etwas Flüssigseife. Für Wäsche empfiehlt sich Pulver im Karton: besser dosierbar, ohne Plastikflasche. Wasche kühler, kürzer und schleudere moderat – das schont Textilien und reduziert Mikrofaserauswaschung. Nutze ein Mikroplastik-Wäschesäckchen oder Filter, vor allem bei Synthetik. Weichspüler weglassen, er ist meist überflüssig. Spültücher aus Baumwolle/Cellulose und Bürsten mit Holzgriff ersetzen Plastikschwämme; sie sind waschbar und langlebig. Verzichte auf Einweg-Feuchttücher, sie belasten Abwasser und kommen im Plastikbeutel. Entkalken funktioniert mit Zitronensäure, WC-Reinigung mit Bürste und selbst gemixter Paste. Nachfüll-Tabs oder Konzentrate sparen Platz und Verpackung. Alles klar beschriften, damit Du nichts doppelt kaufst. So hältst Du Deinen Haushalt schlank, günstig und plastikarm.

7. Unterwegs & im Job: to-go ohne Einweg

Unterwegs entsteht viel spontaner Plastikmüll. Standardausrüstung: Trinkflasche (0,5–0,75 l), Mehrwegbecher, kleines Besteckset, Stoffserviette und eine flache Lunchbox oder ein Silikonbeutel. Im Büro richtest Du eine „Zero-Waste-Schublade“ ein: Tasse, Glas, Teller, Besteck, kleine Dose, Teesieb. Stelle eine Wasserkanne bereit und motiviere das Team zu Leitungswasser. In Kantine oder Imbiss lässt Du Dir Essen in Deine Dose füllen oder nutzt Pfandschalen. Beim Lieferservice wählst Du Anbieter mit Mehrwegoption und deaktivierst Einweg-Besteck/Servietten. Reduziere Versandplastik im Job, indem Du Sammelbestellungen organisierst und papierbasierte Füllmaterialien bevorzugst. Auf Meetings nutzt Du wiederverwendbare Namensschilder und Moderationsmaterialien. Im Auto ersetzt ein waschbarer Mini-Behälter den Müllbeutel. Wenn doch Einweg anfällt, notiere die Situation („spontaner Durst“) und setze eine Gegenmaßnahme („Flasche liegt immer im Rucksack“). So wird to-go plastikarm – ohne Verzicht auf Komfort.

8. Mode & Textilien: Mikroplastik vermeiden, besser pflegen

Viele Textilien bestehen aus Synthetik und verlieren beim Waschen Mikrofasern. Wähle, wo möglich, Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Leinen, Wolle oder langlebige Mischungen. Prüfe Qualität über Dichte, Griff und Reparierbarkeit (Ersatzknöpfe, robustes Garn). Kaufe seltener, dafür besser: Second-Hand, Kleidertausch oder Leihen für besondere Anlässe. Pflege klug: Lüfte häufiger, wasche seltener, verwende Wäschenetze und setze auf Mikroplastik-Filter. Vermeide billige Fleeceartikel, sie flusen stark. Sportsachen aus Qualitäts-Polyester halten länger; kalt und kurz waschen, maßvoll schleudern. Schuhe? Reparierbare Modelle bevorzugen, Einlegesohlen austauschen statt neu kaufen. Textilpflegeprodukte als Nachfüllung oder im Karton besorgen. Beim Onlinekauf Anbieter mit Papierversand und klaren Maßtabellen wählen, um Rücksendungen zu senken. So reduzierst Du Faserabrieb, Verpackungsmüll und Fehlkäufe – und behältst Deinen Stil.

9. Baby & Kinder: pragmatische Lösungen für den Familienalltag

Mit Kindern steigt der Verpackungsverbrauch, deshalb lohnen einfache, praxistaugliche Alternativen. Stoff- oder Hybridwindeln können Einweg deutlich reduzieren; wenn das nicht passt, optimiere Einweg über Großpackungen und gute Trennung. Feuchttücher ersetzt Du daheim durch Waschlappen und warmes Wasser, unterwegs hilft eine kleine Sprühflasche. Fläschchen, Teller und Beißringe aus Glas, Edelstahl oder Holz sind langlebig; bei Kunststoff auf sichere, robuste Varianten achten. Snacks gehen in Edelstahlboxen mit Trennstegen oder in Silikonbeutel. Spielzeug bevorzugt aus Holz oder Metall kaufen, Tauschregale und Bibliotheken nutzen. Kleidung und Ausstattung für kurze Phasen leihen oder second-hand besorgen. Geburtstage plastikarm feiern: Einladungen digital, Deko wiederverwendbar, sinnvolle Mitgebsel wie Blumensamen statt Krimskrams. Erkläre kindgerecht, warum Ihr manches anders macht, und beziehe Kinder in Sortieren, Auffüllen und Reparieren ein – das stärkt Verantwortung und spart Müll ohne Stress.

10. Feiern & Events: schön, praktisch und abfallarm

Events gelingen plastikarm mit guter Planung. Leihe oder miete Geschirr, Gläser, Besteck; nutze Stoffservietten und abwaschbare Tischdecken. Deko aus Naturmaterialien wie Zweigen, Blumen, Kerzen in Gläsern wirkt stilvoller als Ballons und Glitzerkonfetti. Getränke kommen in Mehrwegkisten, Wasser aus der Leitung mit Zitrusspalten. Essen als Buffet oder große Platten statt Einzelportionen in Bechern. Plane Reste-Management: saubere Boxen oder Bienenwachstücher bereitlegen, Gäste um eigene Dosen bitten. Beschrifte Speisen mit kleinen Tafel-Schildern statt Plastikpickerln. Für To-go organisierst Du Pfandschalen. Kommuniziere Deine Idee in der Einladung („Bitte bringt bei Bedarf eine Dose mit“). Stelle Müllstationen sichtbar auf und beschrifte sie, damit korrekt getrennt wird. Nach dem Fest gibst Du Leihgeschirr gebündelt zurück und lagerst Deko wieder ein. So bleibt das Fest schön – und die Tonne klein.

11. Reisen & Freizeit: leicht packen, Plastik sparen

Mit minimalistischer Packliste reist Du entspannter und plastikarm. Nimm feste Pflegeprodukte, eine kleine Waschtasche, Falttasche, Trinkflasche und eine leichte Lunchbox mit. Nutze Refill-Apps und öffentliche Trinkbrunnen; je nach Ziel ist eine Filterflasche sinnvoll. Kaufe Snacks frisch beim Bäcker oder Markt, statt abgepackte Riegel zu nehmen. Frage in Unterkünften nach Spendern für Seife/Shampoo, verzichte auf Miniportionen. Für Strand und Outdoor eignen sich Sonnencremes in Großpackung oder als Nachfüllung; Müll sammelst Du in einer waschbaren Tasche. Souvenirs wählst Du handgemacht und möglichst unverpackt. Am Flughafen sichere den Koffer mit Gurt statt Stretchfolie. Plane Picknicks mit Pfandbechern, Stoffdecke und wiederverwendbarer Deko. Ein kleines Reparaturset (Tape, Nadel, Faden) verlängert die Lebensdauer Deiner Ausrüstung – weniger Neukauf bedeutet weniger Verpackung und langfristig weniger Abfall.

12. Garten & Haushalt: Kreisläufe schließen

Im Garten kannst Du Plastik massiv reduzieren und zugleich Boden und Pflanzen stärken. Setze auf Kompost statt Kunstdünger – spart Säcke und vermeidet Mikroplastik aus synthetischen Düngern. Pflanzgefäße aus Ton, Metall oder recyceltem Material sind langlebig; vorhandene Plastiktöpfe nutzt Du mehrfach und gibst sie gebündelt ab, wenn sie ausgedient haben. Mulchen mit Laub, Grasschnitt oder Rinde hält Feuchtigkeit und unterdrückt Unkraut – statt Folienabdeckungen. Saatgut in Papier bevorzugen, Stecklinge tauschen, Regenwasser sammeln. Im Haushalt gilt: Reparieren schlägt Ersetzen. Leihwerkzeuge und Tauschbörsen reduzieren Neuanschaffungen samt Verpackung. Richte im Hausflur eine Verschenkebox ein – so finden Behälter, Vasen oder Deko neue Besitzer:innen. Recycelbare Müllbeutel sparsam einsetzen; wo möglich, Papier nutzen oder gleich einen waschbaren Eimer. Mit solchen Kreisläufen senkst Du Verpackungsbedarf und förderst eine Kultur des Wiederverwendens.

13. Trennen & Recyceln: was wirklich im Gelben Sack landet

Richtiges Trennen ist Voraussetzung für hochwertige Verwertung. In Gelben Sack/Tonne gehören leere Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Verbundstoff und Metall: Joghurtbecher (Deckel abziehen), Folien, Flaschen, Getränkekartons, Konservendosen. Nicht hinein gehören Alltagsgegenstände wie Spielzeug, Zahnbürsten, Eimer – das sind „Nichtverpackungen“. Glas sortierst Du nach Farben in Container, Papier in die Papiertonne. Grob ausspülen reicht; stark verschmutzte Verpackungen besser in den Restmüll. Luft aus Beuteln/Flaschen drücken spart Platz. Beim Einkauf Monomaterialien bevorzugen und schwer trennbare Verbunde meiden. Bioplastik ist tückisch: Viele Anlagen erkennen es nicht zuverlässig; im Zweifel gehört es in den Restmüll. Pfandsysteme liefern die besten Materialkreisläufe – nutze sie konsequent. Und denk dran: Recycling ist die Sicherungslinie, nicht die erste Wahl. Vermeiden und Wiederverwenden haben Vorrang.

14. Gewohnheiten aufbauen: Nudges, Routinen, Teamwork

Wissen allein reicht nicht – Routinen entscheiden. Nutze einfache Nudges: Tasche an die Tür hängen, Becher zu den Schlüsseln legen, „Rausgeh-Checkliste“ (Flasche, Dose, Beutel) am Spiegel. Verteile Rollen im Haushalt: „Pfand-Manager:in“, „Einkaufsnetz-Beauftragte:r“. Erinnere Dich per Kalender („Joghurt im Mehrweg mittwochs“). Mache Fortschritte sichtbar: Sammle ersetzte Einwegdeckel in einem Glas oder führe eine kleine Liste mit „Einweg → Mehrweg“-Erfolgen. Erhöhe die Reibung für Einweg: Wegwerfbecher nicht sichtbar lagern, Mehrweg griffbereit halten. Starte Mini-Challenges: eine Woche ohne Frischhaltefolie, 30 Tage nur Leitungswasser. Feiere Erfolge – etwa mit einem schönen Glas für die Küche. Sei freundlich zu Dir: Ausnahmen passieren. Wichtig ist, danach zur Routine zurückzufinden, statt perfektionistisch zu scheitern. So bleibt Deine Motivation langfristig hoch.

15. Wirkung messen & dranbleiben: 80/20-Regel und Motivation

Was Du misst, verbesserst Du. Wiege oder schätze monatlich Deinen Kunststoffabfall und vergleiche Fotos – Trends werden sichtbar. Setze die 80/20-Regel um: Ein kleiner Teil Deiner Maßnahmen bringt den Großteil der Wirkung (Leitungswasser statt PET, Mehrweg beim Einkauf, feste Badprodukte). Wenn die großen Hebel sitzen, kümmere Dich um Feinschliff wie Klebeband, Etiketten oder Spezialprodukte. Plane Budgets: Statt vieler kleiner Einwegkäufe investierst Du gezielt in wenige, hochwertige Mehrwegartikel. Lege „Beobachtungswochen“ ein, in denen Du nur wahrnimmst, wo Plastik entsteht – das schärft den Blick für Deinen nächsten Hebel. Tausche Dich mit Freund:innen, Nachbarschaft und lokalen Initiativen aus; gemeinsam bleibt Motivation länger hoch. Und wenn unterwegs keine Alternative da ist, trenne richtig, hake die Situation ab und mach beim nächsten Mal weiter. So verankerst Du Plastikvermeidung als entspannten Bestandteil Deines Alltags.

Tabelle: Häufige Einwegartikel und bessere Alternativen

Alltagssituation/Produkt Typischer Einwegartikel aus Plastik Bessere Alternative Vorteil Hinweis
Abfallbeutel für Bioabfall Plastiktüte im Bioeimer Papierbeutel oder waschbarer Eimer Kompostfreundlich, plastikfrei Eimer regelmäßig ausspülen
Abwaschschwamm (Küchenschwamm) Kunststoff-Schaumschwamm Luffa/Cellulose-Tuch, Holz-Bürste Langlebig, waschbar Mit Kochwäsche reinigen
Allzweckreiniger (Kaufflasche) Neue Plastikflasche Nachfülltab im Mehrweg-Sprüher Weniger Verpackung, günstiger Flasche beschriften & nachfüllen
Aufschnitt an der Theke Einweg-Kunststoffbeutel/Schale Eigene Dose/Pfandschale Frisch, kein Einweg Vorab freundlich anfragen
Baby-Feuchttücher (Plastikvlies) Einweg-Feuchttücher Waschlappen + Wasser Kein Mikroplastik, hautfreundlich Unterwegs Sprühflasche nutzen
Bäckertüte mit Sichtfenster Papier mit Plastikfenster Stoffbeutel oder Papier ohne Fenster Besser recycelbar Beutel regelmäßig waschen
Besteck to-go (Einweg) Plastikgabel/-messer Metall-/Bambus-Besteck, Pfandset Stabil, wiederverwendbar Mini-Set in die Tasche
Brotbeutel (Supermarkt) Plastik-Brotsack Baumwoll-/Leinenbeutel Brot bleibt länger frisch Regelmäßig reinigen
Butterbrotbeutel Plastik-Sandwichbeutel Bienenwachstuch/Brotdose Mehrfach nutzbar Box abends spülen
Cherrytomaten-Schale Hartplastik-Schale Lose Ware, Mehrwegnetz Verpackungsfrei Netz dabeihaben
Chipsbeutel Verbundfolie Großpackung + Vorratsdose Weniger Hüllen Offene Chips in Dose umfüllen
Cremetiegel (Kosmetik) Einweg-Plastiktiegel Nachfülltiegel/Glas Recycelbar, langlebig Nachfüllprogramme nutzen
Dressingbecher to-go Kunststoff-Mini-Becher Mini-Mehrwegdose Dicht, wiederverwendbar In Lunchbox integrieren
Duschgel Plastikflasche Festes Duschstück/Nachfüllspender Sehr ergiebig Stück trocken lagern
Einkaufstüte Plastiktüte Stofftasche/Korb Sehr robust Immer eine dabeihaben
Einmalhandschuhe Küche PE-Handschuhe Langlebige Haushalts-Handschuhe Weniger Abfall Nach Gebrauch ausspülen
Feinkost-/Fertigsalat (Beutel) Folienbeutel Lose Salate/Mehrwegkiste Verpackungsfrei Salat selbst waschen
Feuchttücher Haushalt Einweg-Reinigungstücher Spray + Mikrofasertuch/Cellulose Plastikarm, günstiger Mehrweg-Tuch markieren
Folienversandtasche Plastik-Versandtasche Papier-Versandtasche/Mehrwegbox Besser recycelbar Lieferoptionen prüfen
Frischhaltefolie Dehnfolie Bienenwachstuch/Teller/Glasdose Mehrfach nutzbar Wachstücher kühl lagern
Frühstücksbeutel Einweg-Sandwichbeutel Silikonbeutel/Brotdose Dicht, gefriergeeignet Kopfraum fürs Einfrieren
Gefrierbeutel PE-Beutel Glasbox/Silikonbeutel Geruchsneutral, wiederverwendbar Beschriften & datieren
Geschenkfolie Klarfolie Stofftuch (Furoshiki)/Kraftpapier Wiederverwendbar Naturkordel statt Plastikband
Getränke (Flaschen) Einweg-PET Edelstahl-/Glasflasche Spart Geld & Müll Refill-Punkte nutzen
Gemüse-Schrumpffolie Schrumpffolie um Stückware Lose Ware/Mehrwegnetz Verpackungsfrei Regionale Ware bevorzugen
Haarpflege-Sachets Einzelportionen in Folie Nachfüllbare Flasche/Festes Produkt Weniger Hüllen Reisegrößen vermeiden
Handseife Einweg-Spenderflasche Feste Seife/Nachfüllspender Kein Flaschenmüll Spender aus Glas/Metall
Hundefutter-Portionsbeutel Einzelbeutel Großpackung im Sack + Dose Weniger Hüllen Festes Futter umfüllen
Instant-Nudelbecher Plastikbecher Nudeln im Glas kochen/Box Weniger Einweg Vorratsglas nutzen
Joghurt PP-Becher Mehrwegglas Besserer Kreislauf Deckel getrennt zurückgeben
Joghurtdrink Kleinflasche Kleine PET-Flasche Mehrwegglas/selbst abfüllen Weniger Einweg Größere Einheiten wählen
Juice-Box-Strohhalm Plastik-Minihalm Ohne Halm/Papierhalm Weniger Plastik Halm abwählen
Kaffeekapseln Einweg-Kapseln French Press/Siebträger Kein Kapselmüll Losen Kaffee bevorzugen
Klebeband PVC-Paketband Papierklebeband Recycelbar Scharf abreißen, gut andrücken
Kosmetikproben Sachets/Minis in Folie Nachfüllbare Reisebehälter Weniger Hüllen Proben nur gezielt annehmen
Kunststoff-Tragetasche Plastiktüte Stofftasche/Korb Sehr robust Immer dabei haben
Lebensmittel-Aufschnittverpackung Plastikschale + Folie Bedientheke mit Dose Frisch, kein Einweg Dose sauber vorzeigen
Lufterfrischer-Gelkartusche Plastikkartusche Essig/Natron/Öle im Glas Plastikfrei, günstig Gefäß regelmäßig säubern
Lunchbeutel (Einweg) Plastiktüte Brotdose/Stoffbeutel Wiederverwendbar Beutel wöchentlich waschen
Menstruationsprodukte Einwegbinden/Tampons Tasse/Periodenunterwäsche Deutlich weniger Abfall Einarbeitungszeit einplanen
Mikrowellenschale (Einweg) PP-Schale Glas-/Porzellanschale Besser erhitzbar Deckel mit Dampfaustritt
Milch mit Plastikausgießer Verbundkarton + Ausgießer Mehrweg-Milchglas Regionaler Kreislauf Kiste für Rückgabe
Mineralwasser-Tragefolie Sixpack-Schrumpffolie Kiste mit Mehrwegflaschen Kein Folienabfall Kisten sammeln & zurück
Müllbeutel Küche Zusätzlich gekaufte Säcke Papierbeutel/waschbarer Eimer Spart Plastik Restmüll gut verdichten
Müllbeutel Mini (Bad) Kleine Plastiksäcke Papierbeutel/ohne Beutel Plastikfrei Eimer häufiger ausspülen
Nagellackentferner-Pads Plastikbeutel mit Pads Wiederverwendbare Pads + Flasche Weniger Abfall Pads im Waschbeutel
Nudeln im Plastikbeutel Plastikbeutel Pasta im Karton/Unverpackt Weniger Kunststoff Großpack kaufen
Obst-Knotenbeutel Dünne PE-Beutel Mehrwegnetz Robust, waschbar Netz im Rucksack
Ohrstäbchen Plastikstäbchen Papier-/Bambusstäbchen Kompostierbar (ohne Plastik) Lokal entsorgen
Putzmittelflasche (Einweg) Neue Flasche je Produkt Nachfüllkonzentrat/Tab Plastik- & Platzersparnis Einheitliche Sprüher nutzen
Rasierer (Einweg) Einweg-Rasierer Sicherheitsrasierer (Metall) Nur Klinge tauschen Klinge trocken lagern
Reibekäse-Beutel Kunststoffbeutel Käse am Stück + Reibe Weniger Hüllen, frischer In Dose aufbewahren
Reis im Kochbeutel Kunststoff-Kochbeutel Loser Reis/Mehrwegkochbeutel Kein Kochbeutelabfall Reis im Topf garen
Reißverschlussbeutel (Zip) Plastik-Zip-Beutel Silikonbeutel/Glasdose Dicht, spülmaschinenfest Für TK Kopfraum lassen
Salatschale to-go Einweg-Kunststoffschale Pfandschale/eigene Dose Kein Einweg Vorbestellen & Dose mitnehmen
Sauce/Condiment-Sachets Einzelpackungen in Folie Großgebinde + Dosierer Weniger Kleinteile Sachets abwählen
Schmutzradierer (Melamin) Einweg-Melaminschaum Bürste/Cellulose-Tuch + Reiniger Wiederverwendbar Gezielt einsetzen
Shampoo Plastikflasche Festes Shampoo/Nachfüllbar Sehr ergiebig Trocken lagern
Spülmaschinentabs (eingewickelt) Einzeln in Folie Pulver/ohne Hülle Weniger Mikroplastik Trocken lagern
Spülmittel Kunststoffflasche Nachfüllstation/Seifenlauge Weniger Plastik Pumpspender dosiert besser
Strohhalm Plastikhalm Kein Halm/Metall/Glas/Papier Kein Einweg Halm im Etui mitnehmen
Süßigkeiten-Multipacks Einzelverpackungen Großpackung + Dose Weniger Hüllen Rationieren in Dosen
Take-away-Suppenbecher Plastikbecher + Deckel Pfandschale/Mehrwegbecher Dicht, wiederverwendbar App-basierte Pfandsysteme
Teebeutel einzeln foliert Folienumhüllung Lose Tee/ohne Einzelhülle Weniger Hüllen Teedose verwenden
Toilettenbürste (Kunststoff) Plastikbürste komplett Holz/Metall + Wechselkopf Weniger Plastik, langlebig Kopf separat tauschen
Toilettenpapier in Folie Plastikverpackung Papierverpackung/Großpack lose Plastikfrei Lagerplatz nutzen
Toilettenreiniger Plastikflasche Nachfüllkonzentrat/Essig/Zitronensäure Weniger Plastik Leere Flasche weiterverwenden
Umverpackung Obst/Gemüse Schale + Folie Lose Ware Weniger Müll Saisonale Ware bevorzugen
Versandfüllmaterial Luftpolsterkissen aus Plastik Papierpolster/alte Zeitungen Recycelbar Material wiederverwenden
Wasserfilter-Kartusche Plastikkartusche Leitungswasser/Filter mit Rücknahme Weniger Plastik Rücknahmesystem nutzen
Waschmittel (flüssig) Plastikflasche Pulver im Karton/Refill Weniger Plastik, gut dosierbar Härtegrad beachten
Zahnbürste Vollplastik Bambus/Wechselkopf Weniger Abfall Trocken lagern
Zahncreme Plastiktube Tabs/Pulver im Glas Gut dosierbar Trocken lagern
Zahnseide Plastikspender + PTFE-Faden Seide/Biofaser im Glasspender Weniger Plastik Nachfüllspulen nutzen
Zip-Beutel Einwegbeutel Silikonbeutel Dicht, wiederverwendbar Beschriften & mehrfach nutzen

 

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