Was kann man als Ersatz für Mayonnaise nutzen?
Mayonnaise ist cremig, würzig und universell – aber nicht immer die beste Wahl. Vielleicht möchtest Du Kalorien sparen, Eier meiden, vegan kochen oder einfach eine leichtere, frische Alternative ausprobieren. Zum Glück gibt es viele Varianten, die in Konsistenz und Geschmack überzeugen: von milchfreien und veganen Optionen über proteinreiche Milchprodukte bis zu nussigen oder gemüsigen Cremes. Wichtig ist, den Einsatzzweck im Blick zu behalten: Für Salate brauchst Du eher fließfähige Dressings, für Sandwiches standfeste Aufstriche, für Dips etwas dazwischen. Mit ein paar Grundzutaten wie Zitronensaft, Senf, Essig, Knoblauch, Pfeffer und einer Prise Salz bringst Du jede Basis schnell in Richtung „Mayo-Geschmack“. In den folgenden Abschnitten findest Du praxiserprobte Alternativen mit Mischverhältnissen, Geschmackstipps und Einsatzempfehlungen.

Was kann man als Ersatz für Mayonnaise nutzen?
Inhaltsverzeichnis
- Griechischer Joghurt
- Quark oder Skyr
- Sauerrahm & Crème fraîche
- Avocado-Creme
- Hummus
- Tahini-Zitronen-Sauce
- Cashew-Creme
- Seidentofu-Mayonnaise
- Aquafaba-Mayo (eifrei)
- Hüttenkäse-Blend
- Pesto- oder Nussmus-Emulsion
- Buttermilch-Dressing
1. Griechischer Joghurt
Griechischer Joghurt ist ein unkomplizierter Mayo-Ersatz, wenn Du Frische, Proteine und weniger Fett möchtest. Seine natürliche Säure erinnert bereits an leichte Mayo-Noten, vor allem wenn Du 1 TL Senf, 1–2 TL Zitronensaft oder Weißweinessig, eine Prise Salz, Pfeffer und optional etwas Honig oder Ahornsirup einrührst. Für Sandwich-Aufstriche oder Kartoffelsalat mischst Du Joghurt und neutralen Frischkäse im Verhältnis 2:1, so wird die Masse standfester und wässert weniger. In Kraut- oder Gurkensalat bleibt er schön cremig und leicht. Achte darauf, den Joghurt vor dem Mischen kurz abzutropfen, wenn er sehr feucht ist. Tipp: 1 EL Olivenöl pro 200 g Joghurt sorgt für runden Geschmack und eine „mayo-ähnlichere“ Mundfülle.
2. Quark oder Skyr
Quark und Skyr liefern viel Protein, angenehme Säure und eine stabile, streichfähige Textur – ideal für Brote, Wraps und cremige Salate. Für eine mayo-nahe Basis rührst Du 200 g Magerquark (oder Skyr) mit 1–2 EL Wasser oder Milch glatt, gibst 1 TL Senf, 1 TL Zitronensaft, 1 TL milden Essig und 1–2 EL Öl dazu. Das Öl macht die Masse geschmeidiger, die Säure bringt „Mayo-Vibes“. Mit fein gehackten Cornichons, Kapern, Dill und etwas Zwiebel entsteht im Handumdrehen eine leichte Remouladen-Variante. Für Coleslaw oder Nudelsalat kannst Du Quark 1:1 mit Joghurt mischen, so wird das Dressing fließfähiger. Salz und eine Prise Zucker balancieren die Säure, Pfeffer und Knoblauch runden ab.
3. Sauerrahm & Crème fraîche
Sauerrahm (Saure Sahne) und Crème fraîche punkten mit cremiger, dichter Konsistenz und milder bis feiner Säure. Sie eignen sich hervorragend für Ofenkartoffeln, Dips, Krautsalate und Fischbrötchen. Für einen klassischen Mayo-Ersatz verrührst Du 150 g Sauerrahm mit 1 TL Dijon-Senf, 1 TL Zitronensaft, 1 TL Apfelessig und 1 EL neutralem Öl. Crème fraîche ist etwas fettreicher und noch sämiger; sie hält in warmen Gerichten besser stand, etwa in warmen Kartoffelsalaten. Wer es kräutrig mag, ergänzt Schnittlauch, Petersilie, Estragon oder Kerbel. Für eine stabilere Textur im Sandwich mischst Du Crème fraîche und Frischkäse 1:1. Die Kombination bleibt streichfest, kleckert weniger und erinnert sensorisch an milde Mayo.
4. Avocado-Creme
Reife Avocado liefert samtige Cremigkeit, gesunde Fette und eine dezente, buttrig-nussige Note – perfekt für Burger, Wraps und Bowls. Zerdrücke 1 Avocado mit 1–2 TL Zitronen- oder Limettensaft, 1 TL Senf, Salz, Pfeffer und optional Knoblauch. Für extra Glanz und Stand gib 1 EL Oliven- oder Rapsöl hinzu. Wird die Creme zu dick, spritze etwas Wasser oder pflanzliche Milch ein. Mit frischen Kräutern (Koriander, Basilikum) oder Jalapeño wird’s würziger. In Kartoffel- und Eier-Salaten ersetzt Avocado die Mayo 1:1, macht das Gericht aber frischer und weniger schwer. Um Oxidation zu verlangsamen, die Creme direkt auf der Oberfläche mit Folie abdecken oder mit zusätzlichem Limettensaft „versiegeln“.
5. Hummus
Hummus ist ein vielseitiger, veganer Aufstrich und Dip, der dank Kichererbsen und Tahini cremig und nahrhaft ist. Als Mayo-Ersatz funktioniert er besonders gut in Sandwiches, Falafel-Taschen und als Basis für Gemüsesalate. Für eine „mayoigere“ Richtung rührst Du 200 g Hummus mit 1–2 TL Zitronensaft, 1 TL mildem Essig und 1–2 EL Wasser glatt; 1 TL Dijon-Senf verstärkt die würzige Tiefe. Ein Schuss neutrales Öl oder etwas Aquafaba (Kichererbsenwasser) lockert die Textur auf. Hummus harmoniert mit Gurke, Tomate, Oliven und eingelegten Komponenten, gibt aber auch Kartoffelsalat eine orientalische Note. Wer es neutraler mag, nimmt naturbelassenen Hummus und würzt mit Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver und Paprika mild.
6. Tahini-Zitronen-Sauce
Tahini (Sesammus) ergibt, mit Zitronensaft und Wasser emulgiert, eine erstaunlich mayoähnliche Sauce: cremig, leicht nussig, angenehm säuerlich. Verrühre 2 EL Tahini mit 1–1½ EL Zitronensaft, 1 TL Senf, 1–2 EL Wasser, Salz und Pfeffer, bis eine glatte, dickliche Sauce entsteht; je nach gewünschter Konsistenz mehr Wasser zugeben. Diese Basis passt hervorragend zu Gemüse, Falafel, gebackenem Blumenkohl oder als Dressing für Krautsalat und Couscous-Salat. Für Sandwiches kannst Du 1 EL neutrales Öl einmontieren, das steigert Glanz und Mundfülle. Ein Hauch Ahornsirup oder Honig balanciert die Bitternote mancher Tahini-Sorten. Knoblauch, Kreuzkümmel oder Sumach verleihen Tiefe, ohne die cremige Struktur zu stören.
7. Cashew-Creme
Eingeweichte Cashews lassen sich zu einer seidig-glatten, neutral schmeckenden Creme pürieren – ein Lieblings-Trick in der veganen Küche. Weiche 100 g Cashews 4–6 Stunden (oder 15 Minuten in heißem Wasser) ein, gieße ab und mixe mit 70–90 ml Wasser, 1 TL Zitronensaft, 1 TL Apfelessig, 1 TL Senf, Salz und Pfeffer. Für mehr „Mayo-Feeling“ 1 EL neutrales Öl zugeben. Die Cashew-Creme ist vielseitig: als Aufstrich, Dip, in Kartoffel- oder Nudelsalat und als Basis für Remoulade (mit Gurken, Kapern, Kräutern). Sie ist stabil, gerinnt nicht und lässt sich geschmacklich neutral, zitronig-frisch oder würzig ausbauen. Im Kühlschrank dickt sie nach; bei Bedarf mit etwas Wasser glatt rühren.
8. Seidentofu-Mayonnaise
Seidentofu hat eine zarte, puddingartige Struktur und wird mit wenigen Zutaten zur leichten, eifreien „Mayo“. Mixe 300 g Seidentofu mit 1½ TL Dijon-Senf, 1½–2 TL Apfelessig oder Zitronensaft, ½ TL Salz, etwas Pfeffer und 2–3 EL neutralem Öl, bis alles glatt und glänzend ist. Für mehr Tiefe kannst Du 1 Prise Knoblauchpulver und eine Spur Zuckersirup ergänzen. Diese Sauce ist fettärmer als klassische Mayo, bleibt aber schön cremig und eignet sich für Salate, Wraps und als Dip-Basis. Sie trennt sich kaum, hält im Kühlschrank 3–4 Tage und lässt sich mit Kräutern, Gurkenwürfeln oder Sriracha anpassen. Perfekt, wenn Du keine Nüsse verwenden möchtest.
9. Aquafaba-Mayo (eifrei)
Aquafaba – das Koch- bzw. Dosenwasser von Kichererbsen – lässt sich wie Eiweiß aufschlagen und zu einer stabilen, veganen „Mayo“ emulgieren. Schlage 3 EL Aquafaba mit 1 TL Senf, 1 TL Essig, ½ TL Salz und etwas Zitronensaft schaumig, dann bei laufendem Mixer 120–160 ml neutrales Öl langsam einfließen lassen, bis die Masse andickt. Eine Prise Zucker rundet die Säure ab, optional ¼ TL Knoblauchpulver für Würze. Das Ergebnis ist erstaunlich nah an klassischer Mayonnaise, ideal für Remoulade, Kartoffelsalat oder Sandwiches. Wichtig: Öl sehr langsam einarbeiten und Zimmertemperatur-Zutaten verwenden, dann gerinnt nichts. Im Kühlschrank festigt die Emulsion weiter; bei Bedarf mit etwas Zitronensaft lockern.
10. Hüttenkäse-Blend
Hüttenkäse (Cottage Cheese) liefert viel Protein und eine kernige, frische Note. Gemischt und kurz püriert entsteht eine streichfähige, leichte Alternative. Püriere 200 g Hüttenkäse mit 2–3 EL Joghurt, 1 TL Senf, 1 TL Zitronensaft, Salz, Pfeffer und 1 EL Öl, bis die Körnchen verschwinden. Das Ergebnis ist cremig, herzhaft und perfekt für Sandwiches, Ofenkartoffeln und kalte Nudelsalate. Mit Dill, Schnittlauch, Zitronenabrieb oder Gurkenwürfeln verwandelst Du den Blend in eine schnelle Remouladen-Variante. Für extra Stabilität kannst Du 1 EL Frischkäse ergänzen. Vorteil: Der Blend wässert wenig, bleibt auch am nächsten Tag gut und ist kalorienärmer als klassische Mayo, ohne auf Sämigkeit zu verzichten.
11. Pesto- oder Nussmus-Emulsion
Wenn Du Aroma und Cremigkeit zugleich willst, sind Pesto und Nussmuse tolle Bausteine. Rühre 1 EL Basilikumpesto oder 1 EL Mandel- bzw. Erdnussmus mit 2 EL Joghurt oder Wasser glatt, gib 1 TL Zitronensaft, 1 TL Essig und, falls nötig, 1 TL Öl dazu. So entsteht eine halbdicke Emulsion, die perfekt zu Hähnchen-Sandwiches, gegrilltem Gemüse, Pasta-Salaten oder Wraps passt. Pesto bringt Kräuterwürze und Umami, Nussmus liefert satte Mundfülle und nussige Tiefe. Achte auf das Salz: Fertigpesto kann kräftig sein; probiere erst, würze dann. Wer es milder mag, mischt 2 Teile Joghurt mit 1 Teil Pesto/Nussmus. Für leichte Schärfe Chili-Flocken oder etwas Senf ergänzen.
12. Buttermilch-Dressing
Buttermilch ergibt ein wunderbar leichtes, fließfähiges Dressing, das in Kartoffel-, Kraut- und grünen Salaten als Mayo-Ersatz glänzt. Verrühre 120 ml Buttermilch mit 2 EL Joghurt oder Sauerrahm, 1 TL Senf, 1–2 TL Zitronensaft, 1 TL mildem Essig, Salz und Pfeffer. Für mehr Körper 1 EL Öl einmontieren; das gibt Glanz und rundet ab. Mit Dill, Schnittlauch, Petersilie oder Knoblauch wird daraus eine Art leichter Ranch-Style-Dip. Für Sandwiches kannst Du das Dressing mit 1 EL Frischkäse andicken. Der Vorteil: Frisch, kalorienärmer und sehr schnell gemacht. Buttermilch-Dressing passt besonders gut, wenn Du viel knackiges Gemüse im Spiel hast und eine beschwingte, nicht zu schwere Cremigkeit suchst.
Tabelle: Mayo-Ersatz auf einen Blick
| Ersatz | Vegan | Basis & Geschmack | Beste Anwendungen | Mischverhältnis/Tipps |
|---|---|---|---|---|
| Griechischer Joghurt | Nein | Frisch, leicht säuerlich | Kartoffel-/Krautsalat, Sandwich | 200 g + 1 TL Senf + 1–2 TL Zitrone + 1 EL Öl |
| Quark/Skyr | Nein | Proteinstark, cremig | Aufstrich, Nudelsalat | 200 g + 1–2 EL Wasser/Milch + 1 TL Senf + 1 EL Öl |
| Sauerrahm/Crème fraîche | Nein | Sämig, milde Säure | Dips, Ofenkartoffel | 150 g + 1 TL Senf + 1 TL Essig + 1 EL Öl |
| Avocado-Creme | Ja | Buttrig-nussig | Burger, Wraps | 1 Avocado + Zitrus + Senf; mit Öl abrunden |
| Hummus | Ja | Herzhaft, nussig | Sandwich, Salate | 200 g + Zitrone + Essig + 1–2 EL Wasser |
| Tahini-Sauce | Ja | Nussig, zitronig | Falafel, Kohl, Bowls | 2 EL Tahini + 1–1½ EL Zitrone + Wasser |
| Cashew-Creme | Ja | Neutral, seidig | Remoulade, Salate | 100 g Cashew + 70–90 ml Wasser + Säure + 1 EL Öl |
| Seidentofu-Mayo | Ja | Leicht, cremig | Dips, Wraps | 300 g Tofu + 1½ TL Senf + Säure + 2–3 EL Öl |
| Aquafaba-Mayo | Ja | Sehr mayo-ähnlich | Remoulade, Kartoffelsalat | 3 EL Aquafaba + Senf + Säure + 120–160 ml Öl |
| Hüttenkäse-Blend | Nein | Herzhaft, proteinreich | Sandwich, Ofenkartoffel | 200 g + 2–3 EL Joghurt + 1 EL Öl, glatt pürieren |
| Pesto-/Nussmus-Emulsion | Teils | Kräuterig bzw. nussig | Pasta-/Gemüsesalate | 1 EL Pesto/Nussmus + 2 EL Joghurt/Wasser |
| Buttermilch-Dressing | Nein | Leicht, fließfähig | Grüne/Kraut-/Kartoffelsalate | 120 ml + 2 EL Joghurt + Senf + Säure + 1 EL Öl |
Tipp zum Schluss: Egal welchen Ersatz Du wählst – würze immer in kleinen Schritten, lass die Mischung 10–15 Minuten ziehen und schmecke dann erneut ab. So treffen Textur und Geschmack genau Deinen Mayo-Moment, nur leichter, pflanzlicher oder einfach abwechslungsreicher.












