Wie kann ich Kräuter für die Gesundheit nutzen?

Kräuter sind wahre Schatztruhen der Natur und begleiten uns seit Jahrtausenden. Ihre vielfältigen Wirkstoffe wie ätherische Öle, Flavonoide, Bitterstoffe oder Gerbstoffe können dein Wohlbefinden unterstützen, indem sie verdauungsfördernd, entzündungshemmend oder beruhigend wirken. Mit einfachen Anwendungen als Tee, Tinktur, Gewürzzugabe oder ätherisches Öl kannst du alltägliche Beschwerden lindern und deine Gesundheit nachhaltig stärken. In diesem Guide erfährst du, wie du 30 bewährte Kräuter richtig einsetzt – Schritt für Schritt und in verständlicher Du-Form.

wie-kann-ich-kraeuter-fuer-die-gesundheit-nutzen-690x460 Wie kann ich Kräuter für die Gesundheit nutzen?

Wie kann ich Kräuter für die Gesundheit nutzen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Aloe Vera
  2. Basilikum
  3. Bärlauch
  4. Beifuß
  5. Brennnessel
  6. Echinacea
  7. Fenchel
  8. Ginkgo
  9. Ginseng
  10. Ingwer
  11. Johanniskraut
  12. Kamille
  13. Kardamom
  14. Knoblauch
  15. Koriander
  16. Kurkuma
  17. Lavendel
  18. Löwenzahn
  19. Majoran
  20. Melisse
  21. Minze
  22. Oregano
  23. Passionsblume
  24. Petersilie
  25. Ringelblume
  26. Rosmarin
  27. Salbei
  28. Thymian
  29. Wacholderbeere
  30. Weißdorn

1. Aloe Vera

Du kennst Aloe Vera vielleicht vor allem als pflegendes Gel gegen Sonnenbrand oder trockene Haut. Tatsächlich enthält das saftige Gel zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren, die nicht nur äußerlich beruhigen, sondern auch innerlich wirken können. Ein Teelöffel des frisch gepressten Aloe-Vera-Safts in einem Glas Wasser am Morgen unterstützt deine Verdauung und kann entzündungshemmend wirken. Achte jedoch darauf, reines Gel ohne Zusatzstoffe zu verwenden und dosiere vorsichtig: Zu viel Aloe wirkt abführend. Wenn du das Gel regelmäßig äußerlich aufträgst, kannst du dein Hautbild langfristig verbessern und Rötungen reduzieren, während die innere Anwendung dein Immunsystem sanft stärkt. Darüber hinaus findest du Aloe Vera in vielen Naturkosmetikprodukten, da sie die Feuchtigkeit in der Haut einschließt und vor Umwelteinflüssen schützt.

2. Basilikum

Basilikum ist nicht nur ein Klassiker in mediterranen Gerichten, sondern auch ein entzündungshemmender Allrounder. Du kannst frische oder getrocknete Blätter als Tee aufbrühen, um Verdauungsbeschwerden zu lindern und krampflösend zu wirken. Ein Aufguss aus Basilikumblättern beruhigt außerdem bei nervöser Unruhe und fördert einen erholsamen Schlaf. In der Küche verwendest du die Pflanze am besten roh über Salate oder Pasta, um ihre ätherischen Öle nicht zu zerstören. Als ätherisches Öl in der Aromatherapie wirkt Basilikum klärend und konzentrationsfördernd – ideal für stressige Tage am Schreibtisch. Neben frischer Verwendung kannst du Basilikumblätter auch trocknen und in Teemischungen aufbewahren, um jederzeit von ihren wohltuenden Effekten zu profitieren.

3. Bärlauch

Im Frühling kannst du Bärlauch frisch sammeln und genießen. Sein intensiver Knoblauchduft entsteht durch Schwefelverbindungen, die antibakteriell und blutdrucksenkend wirken. Du kannst Bärlauch-Pesto herstellen oder die Blätter kleingeschnitten in Suppen geben. Ein Tee aus Bärlauchblättern unterstützt deine Leber und regt den Stoffwechsel an. Da Bärlauch eng mit giftigem Maiglöckchen verwandt ist, achte beim Sammeln unbedingt auf die charakteristische Blattform und den deutlichen Knoblauchgeruch. Durch die natürliche Wirkung auf Blutgefäße kann Bärlauch langfristig deine Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern. In der Kräuterapotheke unterstützt Bärlauch-Presssaft Kapseln als praktisches Nahrungsergänzungsmittel, wenn du die frischen Blätter gerade nicht zur Hand hast.

4. Beifuß

Beifuß gilt als Klassiker bei Verdauungsproblemen und Menstruationsbeschwerden. Die krautigen Blätter brühst du am besten als Tee auf: Er wirkt krampflösend und regt die Magensaftproduktion an, was Blähungen und Völlegefühl mindert. In der Aromatherapie findest du Beifußöl in Mischungen gegen rheumatische Schmerzen, denn es wärmt und lockert verspannte Muskeln. Traditionell streut man getrocknetes Beifußkraut bei Reinigungsritualen, doch du kannst es auch als Gewürz in kleinen Mengen für herzhafte Gerichte nutzen. Bei Frauen wirkt Beifuß-Tee unterstützend in der Menstruationsphase, indem er Krämpfe lindert und die Durchblutung der Gebärmutter sanft anregt. Ein kurzes Dampfbad mit Beifußblättern kann zudem als natürliche Aromatherapie dienen und die Atemwege klären.

5. Brennnessel

Brennnessel ist ein wahres Superfood: Blätter und Wurzeln liefern Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Silizium. Ein Tee aus frischen oder getrockneten Blättern wirkt harntreibend und unterstützt die Nieren bei der Entgiftung. Gleichzeitig kann Brennnessel-Tinktur Allergiker in der Heuschnupfen-Saison Entlastung verschaffen. Als Gemüse-Alternative mischst du junge Blätter in Suppen oder Pesto – nach kurzem Blanchieren verliert die Pflanze ihre „brennende“ Wirkung. Die Kieselsäure in den Blättern stärkt Haut, Haare und Nägel, während die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe bei Arthritis unterstützend wirken können. Mit Brennnessel-Stangensud kannst du auch ein kräftigendes Haarwasser ansetzen, das deinen Haaren mehr Volumen und Glanz verleiht.

6. Echinacea

Echinacea, auch Sonnenhut genannt, ist ein bekanntes Immunstimulans. Die Wurzel und die Blüten werden zu Tinkturen und Extrakten verarbeitet, die du in der Erkältungszeit einsetzt, um deine Abwehr zu stärken. Du kannst Echinacea-Tee trinken, um Halsschmerzen vorzubeugen, oder eine fertige Lösung tropfenweise einnehmen. Bei regelmäßiger Anwendung kann die Pflanze die Aktivität der weißen Blutkörperchen erhöhen, wodurch dein Körper Krankheitserreger effektiver bekämpft. Beachte, dass du Echinacea-Kuren idealerweise in Zyklen anwendest und bei Autoimmunerkrankungen vorab Rücksprache mit einer Fachperson hältst. Achte auf eine Lagerung in dunklen Glasflaschen und kühlen Ort, damit die wertvollen Inhaltsstoffe möglichst lange erhalten bleiben.

7. Fenchel

Fenchel ist ein Klassiker bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen. Du brühst Samen oder zerkleinerte Fenchelsamen als Tee auf und lässt ihn fünf bis zehn Minuten ziehen. Schon eine Tasse vor oder nach den Mahlzeiten kann Krämpfe lösen und Völlegefühl vermindern. Für Babys hilft ein lauwarmer Fencheltee gegen Koliken, während Erwachsene damit auch den Milchfluss bei stillenden Müttern anregen können. Fenchel wirkt zudem entgiftend und kann überschüssige Flüssigkeit über die Nieren ausscheiden helfen. Sein süßlicher Geschmack macht den Tee bekömmlich, selbst wenn du sonst keinen Kräutertee magst. Du kannst Fenchel auch als essenzkonzentrierte Tinktur einnehmen, um unterwegs schnell einen wohltuenden Effekt zu erzielen.

8. Ginkgo

Die Blätter des Ginkgo-Baums enthalten Flavonoide und Terpenoide, die deine Durchblutung verbessern und als Antioxidantien wirken. Du findest Ginkgo-Präparate in Filmtabletten oder als standardisierten Extrakt in der Apotheke. Bei regelmäßiger Einnahme kann Ginkgo deine geistige Leistungsfähigkeit und die Erinnerung unterstützen, indem es die Sauerstoffversorgung deines Gehirns fördert. Achte auf standardisierte Dosierungen und kläre mit deinem Arzt, wenn du blutverdünnende Medikamente nimmst. Als Tee aufgebrüht, schmeckt Ginkgo eher herb, weshalb Präparate meist bequemer sind. Als Kapseln findest du Ginkgo oft kombiniert mit anderen Pflanzenstoffen wie Ginseng, was synergetisch auf deine Energie wirkt.

9. Ginseng

Ginseng wird in Fernost seit Jahrtausenden als Tonikum geschätzt. Sowohl die rote als auch die weiße Variante wirken adaptogen: Sie helfen deinem Körper, Stress besser zu bewältigen und steigern deine körpereigene Energie. Du kannst Ginseng-Extrakt in flüssiger Form zu dir nehmen oder getrocknete Scheiben als Aufguss nutzen. Regelmäßige Einnahme verbessert deine Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden. Da Ginseng blutdrucksteigernd wirken kann, ist Vorsicht geboten, falls du unter Bluthochdruck leidest. Eine Kurdauer von sechs bis acht Wochen ist optimal, danach empfiehlt sich eine Pause von zwei bis vier Wochen. Bevorzugst du Extrakte, achte auf Panax Ginseng, denn dieser gilt als besonders wirkstark und wird in Studien am häufigsten untersucht.

10. Ingwer

Ingwer ist ein wahres Allroundtalent: Die Wurzel wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und entzündungshemmend. Du schneidest frische Ingwerscheiben für einen heißen Tee auf und fügst Zitronensaft und Honig hinzu, um Erkältungssymptomen entgegenzuwirken. In Smoothies oder grünen Säften ist Ingwer ein belebender Muntermacher, der gleichzeitig deinen Stoffwechsel anregt. Als Gewürz in Currys unterstützt er die Verdauung schwerer Mahlzeiten und wirkt antioxidativ. Bei Übelkeit, etwa auf Reisen oder in der Schwangerschaft, kann Ingwertee in kleinen Dosen helfen – ab drei Tassen pro Tag solltest du Rücksprache mit einer Fachperson halten. Auch eingelegter Ingwer (in dünnen Scheiben) ist eine leckere Beilage zu asiatischen Gerichten und wirkt dabei magenfreundlich.

11. Johanniskraut

Johanniskraut ist bekannt für seine stimmungsaufhellende Wirkung. Die leuchtend gelben Blüten enthalten Hypericin, das bei regelmäßiger Einnahme depressive Verstimmungen lindern kann. Als Tee ist Johanniskraut eher schwach wirksam; üblicher sind standardisierte Tabletten oder Tropfen. Achte auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, vor allem der Pille oder blutverdünnenden Mitteln, denn Johanniskraut kann deren Wirkung abschwächen. Äußerlich findest du Johanniskrautöl in Salben gegen Muskel- und Nervenschmerzen – das Öl wirkt wärmend und fördert die Durchblutung im Gewebe. Für die äußere Anwendung kannst du ein Johanniskraut-Öl selbst ansetzen, indem du die Blüten in ein hochwertiges Pflanzenöl einlegst und einige Wochen ziehen lässt.

12. Kamille

Kamille ist vermutlich das erste Kraut, das du bei Magen-Darm-Beschwerden oder Schlafstörungen ausprobierst. Die Blüten enthalten ätherische Öle und Bisabolol, die antimikrobiell und beruhigend wirken. Ein klassischer Kamillentee hilft gegen Krämpfe, lindert Entzündungen im Mund (Gurgellösung) und wirkt als Dampfbad bei Erkältungsschleimhautreizungen. Kamillenkompressen verwendest du äußerlich bei Hautentzündungen oder kleinen Wunden. Da Kamille mild ist, ist sie auch für Kinder und Schwangere geeignet – trotzdem solltest du auf allergische Reaktionen achten, besonders wenn du auf Korbblütler empfindlich reagierst. In selbstgemachten Badezusätzen kombiniert mit Haferflocken wirkt Kamille besonders hautberuhigend und entzündungshemmend.

13. Kardamom

Kardamom ist mehr als nur eine exotische Gewürznote im Chai: Die Samen wirken verdauungsfördernd, entkrampfend und regen die Speichelproduktion an. Du zerkleinerst ein paar Kapseln und brühst sie als Tee oder gibst gemahlenes Kardamom in Smoothies und Desserts. Bei Völlegefühl und Blähungen setzt du den Tee nach den Mahlzeiten ein. Kardamom hat außerdem antivirale Eigenschaften, weshalb er in Erkältungstees gern kombiniert wird. Äußerlich in Form von Kardamomöl kann er in Massageölen die Durchblutung fördern und Verspannungen lösen – ideal nach einem langen Arbeitstag. Gemahlener Kardamom bewahrt seine ätherischen Öle besser, wenn du ihn direkt vor der Verwendung frisch zermahlst.

14. Knoblauch

Knoblauch ist ein bewährter Begleiter für dein Herz-Kreislauf-System. Das Allicin, das beim Zerkleinern entsteht, wirkt blutdrucksenkend und antibakteriell. Du kannst zwei rohe Zehen pro Tag essen oder auf Kapseln mit standardisiertem Alliin zurückgreifen, wenn dir der Geruch zu stark ist. In der Küche integriert, schützt Knoblauch vor grippalen Infekten und unterstützt deine Verdauung. Für eine Kur nimmst du drei Wochen täglich Knoblauch und gönnst dir anschließend eine Woche Pause. Bei Magenempfindlichkeit isst du Knoblauch mit etwas Fett und Brot, um Reizungen zu mildern. Mit fermentiertem Knoblauch (Black Garlic) erhältst du eine milde Einnahmeform mit intensiver antioxidativer Wirkung.

15. Koriander

Koriander ist ein mildes, zitroniges Kraut, dessen Samen und Blätter deine Verdauung anregen. Ein Tee aus zerstoßenen Koriandersamen hilft bei Blähungen und Völlegefühl. Frische Blätter gibst du erst kurz vor dem Servieren in Salate, Salsas oder asiatische Gerichte, um ihre ätherischen Öle zu bewahren. Koriander wirkt entgiftend für Schwermetalle, weshalb manche Detox-Kuren auf den Samen basieren. Gleichzeitig unterstützt er dein Immunsystem mit Vitamin C und Antioxidantien. In der Aromatherapie kannst du das ätherische Öl gegen Nervosität einsetzen – ein paar Tropfen auf ein Taschentuch genügen. In Form von Koriander-Öl in Kapselform kannst du die gesundheitlichen Effekte praktisch dosieren und auch unterwegs nutzen.

16. Kurkuma

Kurkuma enthält den Wirkstoff Curcumin, der stark entzündungshemmend und antioxidativ wirkt. Du mischst gemahlenes Kurkumapulver in Goldene Milch, Smoothies oder Currygerichte. Für eine bessere Aufnahme kombiniere Kurkuma mit etwas schwarzem Pfeffer: Piperin steigert die Bioverfügbarkeit von Curcumin erheblich. Eine tägliche Dosis von 1–2 g Kurkuma über einige Wochen kann Gelenkbeschwerden lindern und deine Leber entlasten. Auch in Form von standardisierten Extrakten aus der Apotheke ist Kurkuma erhältlich. Äußerlich findest du Kurkumapasten in Wundsalben oder Gesichtsmasken, da es die Wundheilung und die Hautregeneration fördern kann. Um Verfärbungen zu vermeiden, verwende Kurkuma am besten in Edelstahl- oder Glasgefäßen, da es Kunststoffe stark gelb einfärbt.

17. Lavendel

Lavendel ist bekannt für seine beruhigende Wirkung auf Nerven und Haut. Du legst einen Lavendelsäckchen unter dein Kopfkissen, um deinen Schlaf zu verbessern, oder gibst ein paar Tropfen Lavendelöl in den Diffusor. Ein Lavendeltee wirkt leicht schlaffördernd und hilft bei nervöser Unruhe. Äußerlich verwendest du Lavendelhydrolat oder eine Kräuterkompresse bei leichten Verbrennungen und Insektenstichen – das Hydrolat kühlt und mindert Rötungen. In der Aromatherapie findest du Lavendel in Mischungen gegen Stress und Kopfschmerzen, da seine Inhaltsstoffe die Ausschüttung von Stresshormonen dämpfen können. Im Bad kombiniert mit Magnesiumsalz fördert Lavendelöl zudem die Muskelentspannung und wirkt erholsam nach körperlicher Anstrengung.

18. Löwenzahn

Löwenzahn ist ein mildes Leber- und Nierenkraut. Du sammelst junge Blätter für Salate oder tinctures Flaschen-Tinktur aus den Wurzeln. Ein Tee aus Löwenzahnwurzel regt die Gallenproduktion an und unterstützt dadurch die Fettverdauung. Die leicht bittere Note hilft, deinen Appetit zu regulieren und den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Die Blätter enthalten viel Kalium, was entwässernd wirkt und überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe spült. Mit Löwenzahn-Pulver ergänzt du Smoothies oder Säfte, um von den Vitaminen A und C sowie von den antioxidativen Polyphenolen zu profitieren. Wenn du Löwenzahn als Salatgrün nutzt, solltest du junge, frische Blätter in Maßen genießen, da sie sonst recht bitter schmecken können.

19. Majoran

Majoran ist ein beliebtes Küchenkraut mit verdauungsfördernder Wirkung. Du brühst einen Tee aus getrockneten Blättern auf, um Krämpfe und Blähungen zu lindern. In der Küche passt Majoran hervorragend zu Hülsenfrüchten, weil er deren Verdaulichkeit erhöht. Als ätherisches Öl in Massageölen kannst du Majoran gegen Muskelverspannungen einsetzen – es wirkt wärmend und entspannend. Bei nervöser Anspannung unterstützt Majoran-Tee deinen Schlaf und beruhigt Magenbeschwerden. Die regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen kann dein allgemeines Wohlbefinden steigern. Getrockneter Majoran entfaltet sein Aroma am besten in einem trockenen Glasbehälter, fern von Wärme und Licht.

20. Melisse

Melisse, auch Zitronenmelisse genannt, wirkt bei nervöser Unruhe und Einschlafproblemen. Du bereitest einen Tee aus frischen oder getrockneten Blättern zu und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Drei bis vier Tassen pro Tag lindern Anspannungen und fördern die Verdauung. Melisse kombiniert sich ideal mit Lavendel und Baldrian in Einschlaftees. In Form von ätherischem Öl nutzt du Melisse in der Aromatherapie gegen Angstzustände und Kopfschmerzen. Äußerlich findest du Melissenhydrolat in Gesichtssprays zur Beruhigung geröteter Haut. Ein paar Melissenblätter im Kissenbezug können ebenfalls für einen entspannteren Schlaf sorgen.

21. Minze

Minze – ob Pfefferminze oder Krauseminze – wirkt kühlend und krampflösend. Du brühst Blätter als Tee gegen Bauchkrämpfe oder legst einen feuchten Minzetee-Teebeutel auf geschwollene Augen, um Schwellungen zu reduzieren. Minze regt die Speichel- und Magensaftproduktion an, was deine Verdauung unterstützt. Als ätherisches Öl in Mundspüllösungen bekämpft sie Mundgeruch und wirkt antibakteriell. In der Aromatherapie fördert Minze die Konzentration und muntert dich an stressigen Tagen auf. Kombiniere Minze mit Fenchel für einen wohltuenden Verdauungstee nach schweren Mahlzeiten. In Cocktails oder Mocktails ist Minze eine erfrischende Zutat und unterstützt dabei neben Geschmack auch deine Verdauung.

22. Oregano

Oregano ist reich an Carvacrol, einem starken natürlichen Antibiotikum. Du bereitest einen kräftigen Oregano-Tee zu, der bei Erkältungssymptomen und Husten lindernd wirkt. Als Gewürz in der mediterranen Küche unterstützt Oregano deine Verdauung und kann Keime im Magen-Darm-Trakt hemmen. Oreganoöl tropfst du in heißes Wasser zum Inhalieren bei Nasennebenhöhlenbeschwerden. Achte darauf, reines, hochdosiertes Oreganoöl nur verdünnt anzuwenden, da es sonst die Schleimhäute reizen kann. Eine Kur mit Oregano-Extrakt kann helfen, dein Immunsystem zu stärken und Erkältungen vorzubeugen. In Oregano-Kapseln findest du hochdosiertes Carvacrol praktisch gebündelt für eine gezielte Einnahme.

23. Passionsblume

Passionsblume wird traditionell bei Unruhezuständen und Schlafproblemen eingesetzt. Ein Tee aus getrockneten Blättern und Blüten wirkt mild sedierend und angstlösend. Du trinkst ihn eine Stunde vor dem Zubettgehen, um leichter einzuschlafen und ruhiger durchzuschlafen. In Kombination mit Hopfen oder Baldrian verstärkt sich die Wirkung. Passionsblume ist gut verträglich, kann aber in Einzelfällen Mundtrockenheit verursachen. Für eine intensivere Wirkung gibt es standardisierte Tropfen oder Tabletten aus der Apotheke. Bei anhaltenden Schlafstörungen solltest du jedoch abklären, ob andere Ursachen vorliegen. Du kannst auch ein Essenz-Tonikum aus Passionsblume herstellen, indem du frische Blüten in hochprozentigem Alkohol ansetzt.

24. Petersilie

Petersilie ist viel mehr als ein Salatkräuter-Dekor: Sie enthält als junges Grün viel Vitamin C, Eisen und Folsäure. Ein Tee aus Petersilienblättern wirkt harntreibend und unterstützt deine Nieren bei der Entgiftung. Du gibst frische Blätter in Smoothies oder streust sie roh über Gemüsegerichte, um die Nährstoffe maximal zu erhalten. Petersilie kann Blähungen lindern und den Appetit anregen. In der Aromatherapie hat Petersilienöl eine klärende Wirkung auf den Geist und hilft, Konzentrationslöcher zu füllen. Ein Petersilienwurzeltee (aus den Wurzeln) liefert zusätzlich Beta-Carotin und stärkt dein Immunsystem.

25. Ringelblume

Ringelblume (Calendula) ist vor allem eine Hautheilpflanze. Du bereitest Ölauszüge oder Salben aus den Blüten zu, um Wunden zu desinfizieren, Entzündungen zu lindern und die Hautregeneration zu fördern. Ein kalter Auszug als Umschlag hilft bei Augenrötungen und Schwellungen. Bei Insektenstichen wirkt Ringelblume juckreizstillend. Auch bei Sonnenbrand trägst du eine Ringelblumensalbe auf, um Schmerzen zu lindern und Reparaturprozesse zu unterstützen. Innen angewendet als Tee wirkt Calendula leicht krampflösend auf den Magen-Darm-Trakt. Du kannst Ringelblumenblüten auch trocknen und als Badezusatz verwenden, um die Haut sanft zu pflegen und Irritationen zu lindern.

26. Rosmarin

Rosmarin regt die Durchblutung an und wirkt konzentrationsfördernd. Du brühst einen Tee aus getrockneten Nadeln, um müde Geister zu wecken, oder inhalierst aromatisches Rosmarinöl bei mentaler Erschöpfung. In der Küche verwendest du Rosmarin für Fleischgerichte und Ofengemüse, da es die Verdauung von Fetten unterstützt. Als ätherisches Öl in Massagebädern kann Rosmarin Muskelverspannungen lösen und leichte Kopfschmerzen lindern. Studien deuten darauf hin, dass Rosmarin antioxidative Polyphenole enthält, die Zellschäden durch freie Radikale vermindern können. Ein Rosmarin-Extrakt als Tropfen kannst du als Stärkungskur für deine Leber und Gallenfunktion einsetzen.

27. Salbei

Salbei wirkt antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend. Ein stark aufgebrühter Salbeitee eignet sich als Gurgellösung bei Halsschmerzen und Mandelentzündung. Du bereitest ihn mit frischen Blättern zu und lässt ihn mindestens zehn Minuten ziehen. In der Küche verwendest du Salbei sparsamer in Pastagerichten oder Eintöpfen, um den intensiven Geschmack nicht zu überdecken. Salbeiextrakte findest du auch als Lutschpastillen gegen Mundgeruch und zur Beruhigung trockener Schleimhäute. Äußerlich in Form von Salbeiöl kann er in Cremes gegen entzündete Hautstellen eingesetzt werden. Ein Salbeispray (Hydrolat) wirkt im Mund-Rachen-Raum antibakteriell und eignet sich zur täglichen Anwendung bei trockenem Hals.

28. Thymian

Thymian ist ein starkes Hustenkraut. Du brühst einen heißen Thymiantee auf, um Bronchien zu beruhigen und Hustenreiz zu lindern. Die Thymol-haltigen Dämpfe inhalierst du bei Erkältung, indem du den Kopf über eine Schüssel hältst. Thymian wirkt außerdem antibakteriell im Mund-Rachen-Raum und kann Infektionen vorbeugen. In der Küche würzt du deftige Gerichte mit Thymian, um die Verdauung zu fördern. Eine Kombination aus Thymian und Eibischtee ist besonders wirksam bei Reizhusten und Heiserkeit. Thymian-Honig (aus Thymianblüten im Honig angesetzt) ist ein altes Hausmittel gegen Reizhusten und stärkt zugleich dein Immunsystem.

29. Wacholderbeere

Wacholderbeeren enthalten ätherische Öle, die harntreibend und entzündungshemmend wirken. Du zerdrückst ein paar Beeren und brühst sie als Tee auf, um deine Nieren zu unterstützen und Blasenbeschwerden zu lindern. Wacholder regt die Durchblutung an und kann Muskelverspannungen lösen. In kleinen Dosen würzt du Wildgerichte und Eintöpfe mit Wacholder für ein besonderes Aroma. Bei Gicht kann eine Kur mit Wacholderbeeren helfen, Harnsäure schneller auszuscheiden. Nutze Wacholder nur kurzzeitig und nicht in der Schwangerschaft, da es wehenfördernd wirken kann. Wacholder kannst du auch in Form von Fruchtpulver in Kapseln nehmen, um Brennnessel- oder Löwenzahn-Tinkturen zu kombinieren.

30. Weißdorn

Weißdorn stärkt Herz und Kreislauf: Die Blüten und Blätter setzt du in Form von Tee oder standardisierten Tropfen ein. Ein regelmäßiger Weißdorntee kann den Blutdruck regulieren und die Durchblutung im Herzmuskel verbessern. Weißdorn wirkt leicht beruhigend, weshalb er auch bei nervöser Herzklopfen empfohlen wird. In der Volksmedizin findet sich Weißdorn als Langzeitkur über mindestens sechs Wochen. Bei der Anwendung solltest du auf Qualitätspräparate achten und Rücksprache mit einer Fachperson halten, wenn du bereits Herzmedikamente einnimmst. Für eine optimale Wirkung wählst du standardisierte Weißdorn-Extrakte, die einen definierten Gehalt an Flavonoiden und Procyanidinen garantieren.

Kraut Hauptwirkung Anwendung
Aloe Vera Entzündungshemmend, hautpflegend Innerlich als Saft, äußerlich als Gel
Basilikum Krampflösend, entzündungshemmend Frisch in Salaten, als Tee, ätherisches Öl
Bärlauch Blutdrucksenkend, antibakteriell Pesto, Suppen, Tee
Beifuß Krampflösend, verdauungsfördernd Tee, Gewürz, ätherisches Öl, Menstruationstee
Brennnessel Harntreibend, reich an Mineralstoffen Tee, Tinktur, Suppen, Haarwasser
Echinacea Immunstärkend, antiviral Tee, Tinktur, Tropfen
Fenchel Krampflösend, blähungswidrig Tee, Tinktur, Babykoliken-Tee
Ginkgo Durchblutungsfördernd, antioxidativ Standardisierter Extrakt, Tee
Ginseng Adaptogen, stressreduzierend Extrakt, Aufguss, Kur über 6–8 Wochen
Ingwer Verdauungsfördernd, entzündungshemmend Tee, Smoothies, Gewürz
Johanniskraut Stimmungsaufhellend, antiviral Tabletten/Tropfen, Öl für Muskelschmerzen
Kamille Antimikrobiell, beruhigend Tee, Gurgellösung, Kompressen
Kardamom Verdauungsfördernd, antivirale Eigenschaften Tee, Gewürz in Süßspeisen, ätherisches Öl
Knoblauch Antibakteriell, blutdrucksenkend Roh, Kapseln, fermentiert
Koriander Entgiftend, verdauungsfördernd Tee, Gewürz, Öl, Detox-Kuren
Kurkuma Entzündungshemmend, antioxidativ Goldene Milch, Gewürz, Extrakt, Masken
Lavendel Beruhigend, schlaffördernd Säckchen, Tee, Öl, Hydrolat
Löwenzahn Leber- und nierenstärkend, entwässernd Salate, Tee, Tinktur, Pulver
Majoran Krampflösend, verdauungsfördernd Tee, Gewürz, Massageöl
Melisse Beruhigend, verdauungsfördernd Tee, Hydrolat, ätherisches Öl
Minze Krampflösend, kühlend Tee, Kompressen, Mundspülung, ätherisches Öl
Oregano Antibakteriell, immunstärkend Tee, Gewürz, Öl für Inhalationen
Passionsblume Sedierend, angstlösend Tee, Tropfen, Tabletten
Petersilie Harntreibend, reich an Vitaminen Tee, Smoothies, roh über Gerichte
Ringelblume Entzündungshemmend, wundheilend Salben, Umschläge, Tee, Badezusatz
Rosmarin Durchblutungsfördernd, konzentrationssteigernd Tee, Gewürz, Öl im Bad oder zur Massage
Salbei Antibakteriell, antiviral Tee, Gurgellösung, Pastillen, Öl
Thymian Hustenlindernd, antibakteriell Tee, Inhalation, Gewürz
Wacholderbeere Harntreibend, entzündungshemmend Tee, Gewürz, Kur bei Gicht
Weißdorn Herzstärkend, durchblutungsfördernd Tee, Tropfen, standardisierter Extrakt

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