Wie kocht man Früchte ein?
Früchte einzukochen ist eine wunderbare Möglichkeit, um den Geschmack des Sommers für die kalte Jahreszeit zu bewahren. Mit ein wenig Zeit, den richtigen Utensilien und etwas Wissen kannst du aus Beeren, Kirschen, Pflaumen, Birnen oder Äpfeln haltbare Vorräte schaffen, die dir viele Monate Freude bereiten. Einkochen bedeutet, dass du Obst in Gläser füllst und es durch Erhitzen haltbar machst. Dabei entstehen leckere Kompotte, Fruchtaufstriche, Säfte oder sogar Marmeladen – ganz nach deinem Geschmack. Das Beste am Einkochen: Du weißt genau, was in deinem Glas steckt, kannst Zucker und Zutaten selbst bestimmen und verzichtest komplett auf Konservierungsstoffe. Das macht eingekochtes Obst nicht nur schmackhaft, sondern auch besonders gesund. Beim Einkochen steht die Hygiene im Mittelpunkt. Saubere Gläser, sorgfältig ausgewähltes Obst und die richtige Temperatur sorgen dafür, dass deine Vorräte wirklich lange halten. Du brauchst dafür weder viel Erfahrung noch spezielles Wissen – lediglich ein bisschen Geduld und Lust am Selbermachen. Egal ob du Marmelade liebst, gerne Kompott zum Dessert servierst oder einen gesunden Snack auf Vorrat magst: Einkochen lohnt sich! In diesem ausführlichen Leitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie du Früchte einkochst, welche Methoden es gibt und welche Fehler du vermeiden solltest. Am Ende erwarten dich viele nützliche Tipps, damit dein Obstvorrat garantiert gelingt.

Wie kocht man Früchte ein?
Inhaltsverzeichnis
- Warum solltest du Früchte einkochen?
- Welche Früchte eignen sich am besten?
- Die wichtigsten Utensilien fürs Einkochen
- Vorbereitung der Gläser und Deckel
- Früchte vorbereiten: Waschen, Schälen, Schneiden
- Einkochmethoden im Überblick
- Einkochen im klassischen Wasserbad
- Einkochen im Backofen
- Einkochen im Dampfgarer
- Zucker, Süßungsmittel & Alternativen
- Einkochen ohne Zucker – geht das?
- Fehler vermeiden: Hygiene & Haltbarkeit
- Tipps für aromatische Rezepte
- Einkochen mit Kindern – so macht’s Spaß
- Lagerung & Genuss: Das solltest du wissen
- Tabelle: Beliebte Früchte und Einkochzeiten
1. Warum solltest du Früchte einkochen?
Früchte einzukochen ist weit mehr als nur ein kulinarischer Trend. Du sicherst dir damit nicht nur die köstlichsten Aromen deiner Lieblingsfrüchte, sondern schaffst dir auch einen echten Vorrat für den Winter. Selbstgemachtes Kompott, eingeweckte Birnen oder Kirschen und sogar fruchtige Marmeladen stehen bereit, wann immer du Lust darauf hast. Ein weiterer Vorteil: Du reduzierst Lebensmittelverschwendung, denn übrig gebliebenes oder überreifes Obst landet nicht mehr im Müll, sondern wird zu einem leckeren Vorrat verarbeitet. Früchte einkochen hilft dir außerdem, bewusster einzukaufen und saisonal zu genießen.
Oft kommt die Frage auf, ob sich das Selbermachen wirklich lohnt. Die Antwort ist eindeutig: Ja! Du hast die volle Kontrolle über die Zutaten, kannst den Zuckergehalt selbst bestimmen und verzichtest komplett auf künstliche Zusatzstoffe. Gerade für Menschen mit Allergien oder einer speziellen Ernährungsweise bietet Einkochen individuelle Möglichkeiten. Auch geschmacklich profitierst du davon, denn eingekochte Früchte aus dem Supermarkt enthalten oft viele Zusatzstoffe und haben selten das volle Aroma. Deine eigenen Kreationen schmecken einfach frischer und intensiver. Außerdem macht das Einkochen Spaß und kann zu einem schönen Ritual werden – ob allein oder gemeinsam mit Freunden oder Familie.
Nicht zu vergessen: Eingekochtes Obst ist auch ein tolles Geschenk aus deiner Küche! Hübsch verpackt in kleinen Gläschen, mit einem selbstgemachten Etikett, sorgst du garantiert für Freude bei deinen Liebsten. Kurz gesagt: Es gibt viele gute Gründe, Früchte einzukochen – probiere es einfach aus!
2. Welche Früchte eignen sich am besten?
Fast jede Obstsorte eignet sich zum Einkochen, aber einige Klassiker machen besonders viel Freude. Zu den beliebtesten Früchten zählen Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren, Johannisbeeren, Pfirsiche, Aprikosen, Zwetschgen, Pflaumen, Birnen und Äpfel. Je nach Saison und Verfügbarkeit kannst du natürlich auch exotischere Sorten wie Ananas, Mango oder Kiwi einkochen. Wichtig ist, dass das Obst reif, frisch und möglichst unbeschädigt ist. Faulige Stellen solltest du unbedingt entfernen, da sie den Geschmack und die Haltbarkeit beeinträchtigen können.
Achte darauf, Früchte zu wählen, die dir schmecken und die du später auch gerne verwendest. Für Marmeladen eignen sich besonders saftige Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren. Für Kompott kannst du festere Sorten wie Äpfel oder Birnen nehmen, während Kirschen und Pflaumen für Kuchenfüllungen ideal sind. Mischungen sind natürlich erlaubt – du kannst nach Lust und Laune experimentieren und neue Geschmacksrichtungen kreieren.
Ein kleiner Tipp: Je nach Obstsorte und Reifegrad kann sich die Kochzeit unterscheiden. Weiche Beeren sind schneller gar als feste Äpfel oder Birnen. Besonders lecker werden deine eingekochten Früchte übrigens, wenn du sie vorher mit etwas Zitronensaft beträufelst. Das sorgt nicht nur für eine frische Note, sondern erhält auch die leuchtende Farbe.
3. Die wichtigsten Utensilien fürs Einkochen
Zum Einkochen benötigst du keine ausgefallene Spezialausrüstung, sondern vor allem einige grundlegende Utensilien, die du wahrscheinlich bereits zu Hause hast. Das wichtigste Hilfsmittel sind die Einmachgläser – ob klassische Weckgläser, Twist-Off-Gläser oder Schraubgläser. Sie sollten hitzebeständig, unbeschädigt und sauber sein. Achte darauf, dass die Deckel oder Gummiringe dicht abschließen, damit sich beim Abkühlen das gewünschte Vakuum bildet.
Weiterhin brauchst du einen großen Topf oder einen speziellen Einkochautomaten, der groß genug ist, um mehrere Gläser gleichzeitig zu fassen. Eine Zange, um die heißen Gläser aus dem Wasser zu holen, ist ebenfalls sinnvoll. Zusätzlich erleichtern ein Trichter, ein Schaumlöffel sowie ein Messbecher die Arbeit. Für das Einkochen im Backofen benötigst du ein tiefes Backblech oder eine Bratreine, in die du Wasser füllst.
Ganz wichtig: Hygiene! Säubere alle Utensilien und Gläser gründlich und sterilisiere sie am besten vor dem Gebrauch. Ein sauberes Küchentuch, Handschuhe und eventuell ein Thermometer sind ebenfalls hilfreich. Je nach Rezept brauchst du Zucker, Zitronensäure oder Gewürze wie Vanille, Zimt oder Nelken, um den Geschmack zu verfeinern. Mach dich mit deinem Equipment vertraut, dann geht das Einkochen leicht von der Hand.
4. Vorbereitung der Gläser und Deckel
Die richtige Vorbereitung der Einmachgläser ist das A und O beim Einkochen, denn nur so kannst du die Haltbarkeit und Sicherheit deiner Vorräte gewährleisten. Zunächst solltest du alle Gläser und Deckel gründlich reinigen – entweder in der Spülmaschine bei hoher Temperatur oder mit heißem Wasser und Spülmittel von Hand. Spüle sie gut aus, damit keine Seifenreste zurückbleiben. Für ein Extra an Hygiene kannst du die Gläser nach dem Waschen noch auskochen: Dazu stellst du sie für zehn Minuten in kochendes Wasser oder lässt sie im Backofen bei 120 Grad rund 15 Minuten trocknen.
Die Deckel benötigen besondere Aufmerksamkeit. Twist-Off-Deckel und Weckringe solltest du ebenfalls mit kochendem Wasser übergießen. Kontrolliere, ob alle Deckel intakt sind und nicht rosten. Ein beschädigter oder verbogener Deckel sorgt dafür, dass das Vakuum später nicht hält – das würde deine Vorräte schnell verderben lassen.
Sobald Gläser und Deckel sauber und abgetrocknet sind, solltest du sie bis zum Befüllen möglichst nicht mehr mit den Fingern berühren. Nutze eine saubere Zange oder Handschuhe, um Keime zu vermeiden. Am besten stellst du die Gläser direkt auf ein sauberes Küchentuch und füllst das vorbereitete Obst sofort ein. So bleibst du auf der sicheren Seite – und das Einmachen wird zum vollen Erfolg.
5. Früchte vorbereiten: Waschen, Schälen, Schneiden
Bevor du deine Früchte einkochst, solltest du sie gründlich waschen und von eventuellen Verschmutzungen oder Rückständen befreien. Besonders Beeren, die direkt aus dem Garten kommen, sind oft sandig oder von kleinen Insekten bewohnt. Nutze dazu ein Sieb und lauwarmes Wasser. Hartschalige Früchte wie Äpfel, Birnen oder Pfirsiche kannst du vor dem Waschen schälen, wenn du magst – das ist jedoch Geschmackssache.
Anschließend werden alle Früchte entkernt, entsteint und nach Bedarf klein geschnitten. Die Größe der Stücke hängt davon ab, was du später mit den eingekochten Früchten machen möchtest: Für Kompott kannst du größere Stücke lassen, für Marmelade sollten sie möglichst klein sein. Obst, das schnell braun wird – wie Äpfel oder Birnen – beträufelst du am besten sofort mit etwas Zitronensaft. Das bewahrt die Frische und verhindert unschöne Verfärbungen.
Vor dem Einkochen kannst du das Obst nach Wunsch noch kurz blanchieren. Dazu tauchst du die Früchte für wenige Minuten in kochendes Wasser, um Enzyme zu inaktivieren, die später die Farbe oder den Geschmack beeinträchtigen könnten. Nach dem Blanchieren schrecke die Früchte in eiskaltem Wasser ab. So bleibt alles schön knackig und aromatisch.
6. Einkochmethoden im Überblick
Es gibt verschiedene Methoden, um Obst haltbar zu machen – jede mit ihren eigenen Vorteilen und Eigenheiten. Die gängigste Methode ist das Einkochen im Wasserbad, das besonders schonend ist und für fast alle Obstarten funktioniert. Daneben gibt es das Einkochen im Backofen sowie im Dampfgarer, beide Methoden sind bequem und ermöglichen das gleichzeitige Einkochen mehrerer Gläser. Moderne Haushalte nutzen auch spezielle Einkochautomaten, die Temperatur und Zeit automatisch regulieren.
Beim klassischen Wasserbad werden die gefüllten Gläser in einen großen Topf gestellt und mit Wasser bedeckt. Das Wasser wird dann langsam erhitzt, wodurch die Temperatur im Glas steigt und Keime abgetötet werden. Im Backofen funktioniert das ähnlich, allerdings sorgt hier das heiße Wasser in einer Bratreine oder auf einem tiefen Blech für die nötige Temperatur. Der Dampfgarer bietet eine besonders gleichmäßige Hitzeverteilung und ist ideal, wenn du regelmäßig größere Mengen einkochst.
Alle Methoden haben eines gemeinsam: Es entsteht ein Vakuum im Glas, das für die lange Haltbarkeit sorgt. Welche Methode für dich am besten geeignet ist, hängt von deinem Equipment, der Obstsorte und der Menge ab, die du einkochen möchtest. Probiere dich ruhig aus – mit etwas Übung wirst du deine Lieblingsmethode finden.
7. Einkochen im klassischen Wasserbad
Das Einkochen im Wasserbad ist die älteste und wohl auch zuverlässigste Methode. Hierbei stellst du die mit Obst gefüllten Gläser in einen großen Topf und füllst so viel Wasser ein, dass die Gläser zu mindestens drei Vierteln bedeckt sind. Das Wasser sollte lauwarm sein, damit die Gläser nicht springen. Decke den Topf zu und erhitze das Wasser langsam, bis es die gewünschte Temperatur erreicht. Je nach Rezept und Fruchtsorte liegt diese meist zwischen 80 und 100 Grad Celsius.
Die Einkochzeit beginnt erst, wenn das Wasser die erforderliche Temperatur erreicht hat. Für weiche Beeren genügt oft schon eine Viertelstunde, während Äpfel, Birnen oder Pflaumen bis zu 30 Minuten brauchen. Achte darauf, dass das Wasser während des Einkochens nicht sprudelnd kocht, sondern nur leicht siedet – das ist schonender für das Obst und verhindert das Platzen der Gläser.
Nach der Einkochzeit nimmst du die Gläser vorsichtig mit einer Zange aus dem Topf und stellst sie auf ein Küchentuch. Lass sie in Ruhe abkühlen – beim Abkühlen bildet sich das Vakuum, das deine Vorräte haltbar macht. Kontrolliere nach einigen Stunden, ob alle Deckel fest verschlossen sind. So hast du die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Obstvorrat.
8. Einkochen im Backofen
Das Einkochen im Backofen ist eine praktische Alternative zum Wasserbad und besonders dann empfehlenswert, wenn du viele Gläser auf einmal haltbar machen möchtest. Du benötigst ein tiefes Backblech oder eine Bratreine, die du etwa zwei Zentimeter hoch mit Wasser füllst. Die vorbereiteten und befüllten Gläser stellst du in das Wasserbad – achte darauf, dass sie sich nicht berühren, damit genug Hitze zirkulieren kann.
Heize den Ofen auf 150 bis 160 Grad Ober-/Unterhitze vor (bitte keinen Umluft verwenden, da die Gläser sonst zu schnell austrocknen). Die Einkochzeit hängt von der Obstsorte und der Glasgröße ab – Beeren und kleine Gläser sind nach 15 bis 20 Minuten fertig, größere Gläser oder festere Früchte brauchen rund 30 Minuten. Kontrolliere währenddessen immer wieder den Wasserstand, damit die Gläser nicht trocken stehen.
Nach der Einkochzeit schaltest du den Ofen aus und lässt die Gläser noch etwa 30 Minuten im geschlossenen Ofen stehen. Anschließend holst du sie mit Topfhandschuhen heraus und stellst sie auf ein Tuch. Auch hier gilt: Nicht erschrecken, wenn es beim Abkühlen knackt – das ist das Vakuum, das sich bildet und die Gläser sicher verschließt.
9. Einkochen im Dampfgarer
Der Dampfgarer ist eine moderne, besonders schonende Methode, die vor allem für empfindliche Früchte wie Beeren, aber auch für exotische Sorten wie Mango oder Ananas ideal ist. Im Dampfgarer kannst du mehrere Gläser gleichzeitig einkochen und profitierst von einer besonders gleichmäßigen Hitzeverteilung. Stelle die befüllten Gläser in den Garraum, achte darauf, dass sie sich nicht berühren, und wähle das Programm „Einkochen“ oder „Dämpfen“ bei etwa 90 bis 100 Grad.
Die Einkochzeiten ähneln denen des Wasserbads: Beeren sind nach 15 Minuten fertig, größere Obststücke benötigen bis zu 30 Minuten. Vorteil: Im Dampfgarer brauchst du kein zusätzliches Wasserbad, und die Gefahr, dass Gläser springen, ist minimal. Nach dem Garvorgang lässt du die Gläser im geschlossenen Garraum langsam abkühlen – so entsteht ein sicheres Vakuum.
Der Dampfgarer ist zwar nicht in jedem Haushalt vorhanden, lohnt sich aber für passionierte Einkochfans. Die Methode spart Energie, Wasser und Zeit und garantiert dir ein perfektes Ergebnis mit schönem Aroma und toller Konsistenz.
10. Zucker, Süßungsmittel & Alternativen
Beim Einkochen von Früchten denken viele automatisch an viel Zucker – doch das muss nicht sein! Zwar ist Zucker ein natürlicher Konservierungsstoff und sorgt für eine lange Haltbarkeit sowie einen intensiveren Geschmack, aber gerade wer es weniger süß mag oder auf seine Ernährung achtet, kann die Zuckermenge flexibel anpassen. Es ist sogar möglich, ganz ohne Zucker oder mit Alternativen wie Honig, Agavendicksaft oder Stevia einzukochen.
Traditionell wird Obst im Verhältnis 1:1 mit Zucker eingekocht, besonders bei Marmeladen oder Gelees. Für Kompott oder eingelegte Früchte reicht oft deutlich weniger, manchmal sogar nur ein Löffel pro Glas. Wer komplett auf Zucker verzichten möchte, kann mit natürlichen Geliermitteln arbeiten – etwa Apfelpektin oder Agar-Agar. Zitronensaft hilft, die Farbe zu erhalten und bringt zusätzliche Frische.
Alternativ kannst du zuckerarme Früchte mit Apfelsaft oder Birnendicksaft aufgießen oder eine Mischung aus Saft und Wasser verwenden. Beachte jedoch, dass die Haltbarkeit bei zuckerarmen Rezepten etwas kürzer ist. Wichtig: Immer besonders auf die Hygiene achten und die Gläser nach dem Einkochen gut kontrollieren, denn Zucker ersetzt nicht die Sorgfalt beim Einkochen. Mit etwas Experimentierfreude findest du genau die Süße, die dir schmeckt!
11. Einkochen ohne Zucker – geht das?
Ja, du kannst Früchte auch komplett ohne Zucker einkochen! Gerade, wenn du Wert auf eine natürliche Ernährung legst, Obst für Babys haltbar machen möchtest oder einfach keine Lust auf Süßungsmittel hast, ist das eine tolle Option. Viele Früchte, wie zum Beispiel reife Erdbeeren, Kirschen oder Pfirsiche, bringen von Natur aus genug Fruchtzucker mit, um eingekocht ein aromatisches Ergebnis zu liefern.
Beim Einkochen ohne Zucker solltest du besonders auf die Qualität und Reife der Früchte achten, denn unreifes oder überreifes Obst kann den Geschmack beeinflussen. Du kannst das Obst mit etwas Zitronensaft, Vanille oder Zimt verfeinern, um ein intensiveres Aroma zu bekommen. Wichtig ist, dass du die Gläser nach dem Einkochen regelmäßig kontrollierst – hält das Vakuum nicht, solltest du den Inhalt bald verbrauchen oder im Kühlschrank lagern.
Bei zuckerfreiem Einkochen ist die Haltbarkeit in der Regel etwas kürzer, meistens halten sich die Früchte aber problemlos einige Monate. Für mehr Sicherheit kannst du sie nach dem Öffnen direkt aufbrauchen oder einfrieren. Wer mag, kann auch einen kleinen Teil Apfelsaft oder Traubensaft als natürliche Süße verwenden. So gelingt dir ein fruchtiger Vorrat ganz ohne zugesetzten Zucker – gesund, lecker und vielseitig!
12. Fehler vermeiden: Hygiene & Haltbarkeit
Das Wichtigste beim Einkochen ist absolute Sauberkeit. Wenn Keime ins Glas gelangen, können sich Schimmel oder Gärprozesse bilden, die deine Vorräte ungenießbar machen. Wasche deine Hände gründlich, sterilisiere alle Utensilien und Gläser, bevor du beginnst. Arbeitsfläche und Küchentücher sollten sauber sein – das klingt selbstverständlich, wird aber oft unterschätzt.
Achte außerdem darauf, nur einwandfreie, frische Früchte zu verwenden. Schneide schlechte Stellen großzügig heraus. Nach dem Einkochen ist es wichtig, die Gläser sofort zu verschließen und auf den Kopf zu stellen – so verteilt sich die Hitze im Deckel und trägt zur Versiegelung bei. Kontrolliere nach dem Abkühlen, ob sich das Vakuum gebildet hat: Der Deckel sollte fest nach innen gezogen sein und beim Draufdrücken nicht „klicken“.
Bewahre die Gläser kühl, dunkel und trocken auf. Der Keller, eine Speisekammer oder ein Vorratsschrank sind ideal. Eingekochtes Obst hält sich so meist zwölf Monate, manchmal sogar länger. Prüfe vor dem Öffnen immer, ob das Glas noch fest verschlossen ist und der Inhalt gut riecht. Im Zweifel gilt: Im Zweifel lieber entsorgen! Mit etwas Sorgfalt sicherst du dir aber lange Freude an deinen selbst eingekochten Früchten.
13. Tipps für aromatische Rezepte
Beim Einkochen sind deiner Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Neben den klassischen Varianten – wie Birnen in Zuckersirup, Kirschkompott oder Apfelmus – kannst du mit Gewürzen und Kräutern herrlich experimentieren. Ein Zweig Rosmarin, ein Stück Vanilleschote oder etwas Zimt verleihen deinen Früchten eine ganz besondere Note. Auch ein Schuss Rum, Likör oder Amaretto passt zu vielen Obstsorten und sorgt für ein ausgefallenes Aroma.
Für ein besonderes Geschmackserlebnis kannst du verschiedene Früchte kombinieren. Erdbeeren und Rhabarber, Birnen mit Ingwer, oder Zwetschgen mit Nelken und Rotwein – solche Kombinationen sind oft spannender als das Einkochen einer einzigen Sorte. Wer mag, kann Zitrusabrieb hinzufügen oder das Obst vor dem Einkochen mit Gewürzen marinieren.
Nicht nur Kompotte, sondern auch Fruchtpürees, Chutneys oder Fruchtsaucen lassen sich hervorragend einkochen. So hast du immer einen Vorrat für Desserts, Pfannkuchen oder den Frühstücksjoghurt. Schreibe dir deine Lieblingsrezepte auf, notiere, was dir besonders geschmeckt hat, und probiere immer wieder neue Varianten. So wird das Einkochen zur kreativen Entdeckungsreise!
14. Einkochen mit Kindern – so macht’s Spaß
Einkochen ist eine wunderbare Aktivität für die ganze Familie. Kinder lieben es, Früchte zu waschen, zu schneiden oder später die Gläser zu verzieren. Mit ein wenig Vorbereitung wird das Einkochen zu einem echten Erlebnis, das allen Spaß macht und ganz nebenbei Wissen über gesunde Ernährung, Hygiene und Lebensmittel vermittelt.
Wichtig ist, die Aufgaben altersgerecht zu verteilen. Kleinere Kinder können Beeren abzupfen oder mit dem Schaumlöffel helfen, ältere Kinder dürfen vielleicht schon Früchte schneiden oder Gläser befüllen – natürlich immer unter Aufsicht. Das Einkochen schult die Feinmotorik, Geduld und sorgt für Stolz, wenn das Ergebnis später auf dem Frühstückstisch steht.
Bastelspaß kommt mit selbst gestalteten Etiketten oder Stoffdeckchen für die Gläser hinzu. Schreibe das Datum, die Fruchtsorte und vielleicht den Namen des kleinen Einkoch-Profis dazu – so weiß jeder, was im Glas steckt. Gemeinsames Einkochen schafft schöne Erinnerungen und weckt oft schon bei den Kleinsten die Liebe zum Selbermachen. Und ganz nebenbei entstehen Vorräte, die beim Naschen immer an den gemeinsamen Tag erinnern.
15. Lagerung & Genuss: Das solltest du wissen
Deine eingekochten Früchte sind fertig – jetzt geht es an die richtige Lagerung und den Genuss. Nach dem vollständigen Abkühlen sollten die Gläser an einem dunklen, kühlen und möglichst trockenen Ort stehen. Der Keller ist perfekt, ein Vorratsschrank oder die Speisekammer funktionieren ebenso gut. Achte darauf, dass die Gläser nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind, damit Geschmack und Farbe erhalten bleiben.
Beschrifte alle Gläser mit Inhalt und Datum. So weißt du immer, wie alt deine Vorräte sind und kannst sie rechtzeitig verbrauchen. Die meisten eingekochten Früchte halten sich problemlos ein Jahr oder länger – je nach Obstsorte, Zuckeranteil und Hygiene sogar noch länger. Kontrolliere die Gläser gelegentlich auf Undichtigkeiten oder Trübungen – das kann ein Hinweis auf Gärung sein und sollte zur Sicherheit entsorgt werden.
Zum Genuss eignen sich die eingekochten Früchte pur, als Topping auf Eis, Joghurt, Porridge oder Pancakes, als Füllung für Kuchen oder Strudel oder als Zutat für Desserts und Milchshakes. Besonders lecker: Ein Klecks auf warme Waffeln oder in Quark gerührt! So wird das Einkochen nicht nur zur Vorratshaltung, sondern zum echten Genussmoment im Alltag.
Tabelle: Beliebte Früchte und Einkochzeiten
Hier ist eine alphabetisch sortierte Tabelle mit 50 Früchten, die du einkochen kannst – jeweils mit empfohlener Einkochzeit, Temperatur und einem kurzen Hinweis:
| Frucht | Empfohlene Einkochzeit (min) | Temperatur (°C) | Besonderheiten bzw. Hinweise |
|---|---|---|---|
| Ananas | 20–25 | 90–95 | Schälen, in Stücke schneiden |
| Apfel | 25–30 | 90–95 | Schälen, entkernen, in Spalten |
| Aprikose | 20–25 | 90–95 | Halbieren, entsteinen |
| Banane | 15–20 | 85–90 | In Scheiben, nur sehr reife Früchte |
| Birne | 25–30 | 90–95 | Schälen, vierteln, Zitronensaft |
| Blaubeere | 15–20 | 85–90 | Auch Heidelbeere genannt |
| Brombeere | 15–20 | 85–90 | Ggf. leicht zuckern |
| Cherimoya | 20–25 | 90–95 | Schälen, entkernen, in Stücke |
| Cranberry | 15–20 | 85–90 | Mit Zucker einkochen |
| Dattelpflaume | 25–30 | 90–95 | Entsteinen, in Stücke |
| Drachenfrucht | 15–20 | 85–90 | Schälen, würfeln |
| Durian | 20–25 | 90–95 | Nur für Liebhaber, vorher entkernen |
| Feige | 20–25 | 90–95 | Ganz oder halbiert |
| Granatapfel | 15–20 | 85–90 | Kerne verwenden, wenig Zucker nötig |
| Grapefruit | 20–25 | 90–95 | Filetieren, wenig Zucker |
| Guave | 15–20 | 85–90 | In Stücke, ggf. passieren |
| Hagebutte | 25–30 | 90–95 | Entkernen, zu Mus verarbeiten |
| Heidelbeere | 15–20 | 85–90 | Siehe Blaubeere |
| Himbeere | 15–20 | 85–90 | Sehr empfindlich, vorsichtig erhitzen |
| Holunderbeere | 15–20 | 85–90 | Nur gekocht verwenden (giftig roh) |
| Honigmelone | 15–20 | 85–90 | Schälen, würfeln |
| Johannisbeere | 15–20 | 85–90 | Stiele entfernen |
| Kaki | 20–25 | 90–95 | Schälen, entkernen, in Scheiben |
| Kirsche | 20–25 | 85–90 | Entsteinen oder ganz einkochen |
| Kiwi | 15–20 | 85–90 | Schälen, in Scheiben |
| Kornelkirsche | 20–25 | 90–95 | Entsteinen, ideal für Kompott |
| Kumquat | 15–20 | 85–90 | In Scheiben, mit Schale |
| Limette | 15–20 | 85–90 | Filetieren oder in Scheiben |
| Litschi | 15–20 | 85–90 | Schälen, entkernen, in Stücke |
| Mango | 15–20 | 85–90 | Schälen, entkernen, würfeln |
| Maracuja (Passionsfrucht) | 15–20 | 85–90 | Kerne mit Fruchtfleisch verwenden |
| Maulbeere | 15–20 | 85–90 | Wie Himbeere, vorsichtig behandeln |
| Mirabelle | 20–25 | 90–95 | Halbieren, entsteinen |
| Mispel | 20–25 | 90–95 | Schälen, entkernen |
| Nashi-Birne | 20–25 | 90–95 | Schälen, vierteln, Zitronensaft |
| Nektarine | 20–25 | 90–95 | Halbieren, entsteinen |
| Orange | 20–25 | 90–95 | Filetieren, Schale entfernen |
| Papaya | 15–20 | 85–90 | Schälen, entkernen, würfeln |
| Pfirsich | 20–25 | 90–95 | Häuten, entsteinen, halbieren |
| Pflaume | 25–30 | 90–95 | Halbieren, entsteinen |
| Physalis | 15–20 | 85–90 | Hüllen entfernen, ganz einkochen |
| Preiselbeere | 15–20 | 85–90 | Mit Zucker einkochen |
| Quitte | 30–40 | 90–95 | Schälen, entkernen, würfeln |
| Rambutan | 15–20 | 85–90 | Schälen, entkernen |
| Rhabarber | 15–20 | 85–90 | In Stücke, ggf. zuckern |
| Sanddornbeere | 15–20 | 85–90 | Mit Zucker, ggf. passieren |
| Sauerkirsche | 20–25 | 85–90 | Entsteinen oder ganz einkochen |
| Stachelbeere | 15–20 | 85–90 | Enden entfernen, ggf. zuckern |
| Traube | 15–20 | 85–90 | Kernlose Sorten bevorzugen |
| Wassermelone | 15–20 | 85–90 | Schälen, würfeln |
| Zwetschge | 25–30 | 90–95 | Halbieren, entsteinen |






