Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen

Haus- und Wohnungsbesitzer sollten sich bei Neubau, Umbau und Sanierung unbedingt Gedanken über die verschiedensten Möglichkeiten des Heizens der Räumlichkeiten machen. Es gibt mittlerweile sehr viele Systeme, die Vor- und Nachteile mit sich bringen. Hier gilt es genau abzuwägen. Gerade ein Heizsystem soll die nächsten 20-30 Jahre halten. Bei einer Fehlentscheidung kann man das Ganze später nicht mehr rückgängig machen. Eine sehr moderne und unkomplizierte Möglichkeit das Haus oder Wohnung zu heizen ist die Infrarotheizung. Unser Artikel klärt Sie über Vor- und Nachteile auf, gibt wertvolle Tipps und wird Ihnen wahrscheinlich sehr hilfreich bei der Kaufentscheidung sein.

Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen

Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen

Bei der Neuanschaffung eines Heizsystems, sollte man vorher genau überlegen, worauf es einem ankommt. Will man es möglichst komfortabel haben? Sollen die Anschaffungskosten möglichst gering sein? Sollen die laufenden Kosten möglichst günstig sein? Sollte die Anlage wartungsfrei und wenig reparaturanfällig sein? Will man unabhängig von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas sein? Will man möglichst umweltfreundlich heizen? Das sind alles wichtige Faktoren, die einen beim Kauf der Anlage beschäftigen, aber auch immer wieder während der Nutzdauer. Viele moderne Heizsysteme bieten Vorteile gegenüber den altbekannten Systemen wie Öl- oder Gasheizung. Aber gibt es auch Nachteile? Nachfolgend finden Sie die nötigen Informationen.

Doch kommen wir zuerst noch kurz zu ein paar Erläuterungen, wie eine Infrarotheizung überhaupt arbeitet. Bei herkömmlichen Heizungen wie Ölheizung, Gasheizung, Pellets oder Holzofen wird die kalte Umgebungsluft erwärmt und anschließend wieder in den Raum abgegeben. Bei der Infrarotheizung handelt es sich um ein anderes System. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Strahlungsheizung. Diese wandelt die Energie des Stroms in Infrarotstrahlung um. Sie erwärmt Objekte, auf die sie trifft. Das wären also Wände, Fußböden, Mobiliar und Einrichtung. Von dort aus strahlt die Wärme dann zurück in den Raum. Die Erwärmung ist an sich vergleichbar mit der Sonnenstrahlung. Sie erwärmt auf ähnliche Art und Weise die Wohnung bzw. Haus.

Vorteile von Infrarotheizungen

Der wohl größte Vorteil von Infrarotheizungen ist der Anschaffungspreis. Dieser ist immer niedriger als bei herkömmliche Gas- und Ölheizungen. Im Schnitt gut 40-50 Prozent. Wollen Sie also schon bei der Anschaffung sparen, haben Sie hier einen großen Vorteil.

Kommen wir zur Installation der Infrarotheizungen: Bei diesen benötigen Sie keinen Fachmann. Die meisten Infrarotheizungen werden einfach per Stecker in die Wandsteckdose gesteckt und sind auch schon einsatzbereit. Bei einer kompletten Installation von Heizkessel, Leitungen, Heizkörper bei Gas- oder Ölheizungen kommen schnell einige 1000 oder sogar 10.000 Euro zusammen. Die Installation kann hier also auch vom Nicht-Fachmann durchgeführt werden und ist somit praktisch zum Null-Tarif erhältlich.

Der zeitliche Aufwand für den Betrieb ist sehr überschaubar. Man schaltet die Heizung bei Bedarf einfach an und lässt sie laufen und dreht sie wieder ab, wenn der Raum genug geheizt ist. Man kann auch ein Wärmethermostat oder Zeitschaltuhr nutzen, welche dann den Betrieb selbständig regeln. Anders sieht es bei Ölheizungen oder Kohleöfen, Pellets-Öfen oder Kaminöfen aus. Hier muss regelmäßig für Nachschub an Brennmaterial (Kohle, Brennholz, Öl, Pellets) gesorgt werden. Diese müssen eingelagert werden. Man benötigt also dafür extra Platz im oder am Haus.

Wie sieht es mit den Emissionen (Abgang von giftigen, gesundheitsschädlichen oder umweltgefährdenden Stoffen) an die Umwelt aus? Vor Ort haben Sie keinerlei Emission, da es nicht wie bei einer Ölheizung zu einem Verbrennungsvorgang kommt, wobei Abgase durch den Schornstein an die Umwelt abgegeben werden. Natürlich ergeben sich Emissionen in den Kraftwerken (Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke etc.) wo der Strom produziert wird, den man für den Betrieb der Infrarotheizung benötigt. Darüber kann man natürlich streiten, ob dort mehr schädliche Umwelteinflüsse entstehen, als beim Brennvorgang im Heizkessel im heimischen Keller.

Auch wenn es extrem selten passiert, aber eine Gasheizung kann explodieren oder es kann, bei einem Defekt, Gas entweichen. Dadurch können unter Umständen Leib und Leben bedroht sein. Eine Infrarotheizung hat diese Nachteile nicht und ist in der Regel ungefährlich.

Eine Infrarotheizung ist sinnvoller für Stauballergiker als viele andere Heizsysteme. Da es zu keinem Luftstrom kommt, wird auch nicht ständig der Hausstaub aufgewirbelt. Das sieht bei einer Gas- oder Ölheizung mit Heizkörpern in den Zimmern schon anders aus.

Wie sieht es mit Wartungen für die Infrarotheizungen aus? Diese liegen praktisch auch bei null. Gibt es keinen Defekt an der Elektrik, kann man die Heizung ewig lange betreiben. Normal verschleißt an der Anlage kaum etwas und die Wartungskosten bei einem eventuellen Kabeldefekt oder kaputtem Schalter halten sich sehr in Grenzen. Fast alle anderen Heizsysteme müssen von Zeit zu Zeit gewartet werden, ob nun Kaminofen, Gasheizung (Kessel und Brenner), Solaranlage, Wärmetauschpumpe, Ölheizung (Kessel und Brenner).

Nachteile von Infrarotheizungen

Der wohl einzige Nachteil ist, dass Sie die Infrarotheizungen mit Strom betreiben müssen. Je nach Gerät, Stromanbieter und Tarif schlagen diese höher zu Buche. Strom ist im Vergleich zu Gas, Holz, Pellets, Kohle oder Heizöl relativ teuer. Sie werden also aller Voraussicht nach wohl höhere monatliche Kosten haben, haben aber wie eingangs erwähnt deutlich geringere Anschaffungskosten und weniger Wartungs- oder Reparaturkosten. Gerade im Dauerbetrieb kann eine IR-Heizung schon richtig viel Strom verbrauchen. Sind Sie z.B. als Single tagsüber auf der Arbeit und nur abends und am Wochenende zu Hause und das Haus ist ausreichend gedämmt, können sich die Stromkosten gut in Grenzen hält. Ist die Anlage z.B. nur für ein Wochenendhaus oder einzelne Zimmer gedacht macht die Anschaffung hier eine Menge Sinn. Es gilt also abzuwägen, ob das System für Sie geeignet ist.

Ein Fachbetrieb kann nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen in Bezug auf eine bestimmte Anlage in etwa den Verbrauch pro Monat oder Jahr ausrechnen und anhand Ihres Stromtarifs dann auch die Betriebskosten. So haben Sie bereits vorab einen recht guten Anhaltspunkt, was monatlich, neben den Anschaffungskosten auf Sie zukommt.

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