Wofür braucht man Ösen?

Es ist ziemlich faszinierend, was wir alles herstellen können. Künstliche Diamanten, 3D-Drucker, Nahrungsmitteldrucker, künstliches Fleisch – und dennoch sollte man nicht vergessen, dass wir im Laufe unserer Zeit auf diesem Rotationsellipsoiden, den wir Erde nennen, seit jeher wirklich coole Dinge erschaffen haben. Schöne Beispiele dafür: das Internet, über das diese Seite gelesen wird, der Laptop, mit dem die Texte dafür geschrieben werden und das Telefon, mit dem man mit anderen Leuten Kontakt aufnehmen kann. Aber auch Bücher sind eine wirklich coole Erfindung – und alles, was man aus Metall herstellen kann. Schwerter, Pfeilspitzen, aber auch Ösen.

Wofür braucht man Ösen?

Ob auch beim Spider-Man-Kostüm mit Ösen gearbeitet wird?

Die Verwendung von Ösen

Um Stoff und Kordel zu verstärken, wie auch Löcher an Vorhängen, schweren Gardinen oder Jalousien, werden Ösen benötigt. Das Wort teilt sich seine Wortherkunft mit dem (Nadel-)Öhr. Beide gehen nämlich auf das „Ohr“ zurück.

Und da diese Ringe auch aus Metall gefertigt werden kann, stellt sich so manchem Betriebswirtschaftler die Frage, warum man diesen Rohstoff hier verwendet, anstatt ihn per swing-trade zu handeln.

Eigentlich ist es ganz einfach. So eine ordinäre Öse hat ein unglaublich weitreichendes Einsatzgebiet. Nicht nur in den schon oben erwähnten Dingen sind diese Gegenstände zu finden.

Nehmen wir einmal das LARP.

Hiermit ist ein „live action role play“ gemeint, also ein Rollenspiel, das beispielsweise auf Mittelalterfesten gespielt wird. Die Kostüme der Ritter, Burgfräulein, des Barden, der Amazonenprinzessin und des Samurais, der sich in der Zeit und der Geographie geirrt hat, müssen irgendwie daran gehindert werden, sich zu öffnen.

Denn, seien wir ehrlich: Nichts untergräbt die Moral des Königs, beziehungsweise seines Darstellers, so sehr, wie eine Hose, die im inopportunsten aller Momente beschließt, der Schwerkraft zu folgen. Also muss man die Kostüme am Rutschen hindern und sie vernünftig schließen.  Und da es Reißverschlüsse zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gab, ist das Zuschnüren mit Fäden, Kordeln oder Lederbändern die Option der Wahl.

Hier kommen die Ösen zum Einsatz, damit man die Kordel besser führen kann. Im Grunde liegt hier, wie auch bei dem Hoodie oder den oben genannten Vorhängen und Gardinen, dieselbe Grundtechnik vor.

Aber auch fernab des mittelalterlich‘ Spektakulums, in unserer Jetztzeit, können Ösen sehr nützlich sein. Beispiel: Die Elektrotechnik. Der Öse große Stunde kommt dann, wenn es darum geht, eindrähtige Leitungen, etwa bei Elektromotoren oder Steckdosen, befestigt werden müssen. Hierzu benötigt man die Zuhilfenahme einer Mutter oder Schraube. Außerdem muss die Öse in diesem Fall gesichert werden, was bedeutet, dass sie sie zwischen zwei sogenannte „Unterlegscheiben“ gelegt werden muss.

Sollten mehrere Ösen genutzt werden müssen, muss man diese ebenfalls – und zwar immer – durch Unterlegscheiben trennen.

Allerdings kann hier nicht jeder Werkstoff als Öse verwendet werden. Feindrähtige oder mehradrige Leiter könnten sich unter Druck verformen.

Oder nehmen wir Ringösen, wie sie bei Markisen verwendet werden. Diese bestehen in der Regel aus Metallringen, logischerweise rostfrei. Selbige verbindet man mit einem Schraubgewinde, wobei die Schraube in Führungsschiene, Leiste oder Decke eingeschraubt wird. Hernach kann das, was dort hängen soll, also Markise oder Vorhang, etwa im Krankenhaus, entweder per Haken oder Schlaufen eingehängt.

Wie man Ösen anbringt

Um nun eine solche Markise oder ähnliches Material aufhängen zu können, muss der Ring erstmal mit dem Stoff verheiratet werden. Man benötigt also eine Lochstanze, einen Schlagstempel und eine Unterschale. Auf die Aufgabe bezogen ist der Begriff „Lochstanze“ ziemlich sprechend, denn sie tut genau das und stanzt ein Loch in den Stoff. Dann wird das Ösenoberteil von oben in das Loch eingeführt und das Ösenunterteil auf der Unterschale positioniert.

Hernach legt man das Material, das die Öse erhalten soll, auf das Ösenunterteil, bringt den Schlagstempel auf das Ösenoberteil und schlägt so lange auf den Stempel, bis sich die beiden Ösenteile verbunden haben. 

Können Stoffstücke, in denen sich Ösen befinden, gewaschen werden?

Das Thema „Ösen“ ist und bleibt ein faszinierendes. Nehmen wir einfach mal das Problem, dass man eine Gardine auch irgendwann mal waschen möchte – wie sieht es da mit den Ösen aus? Müssen diese vorher herausgenommen werden?

Nein, es reicht, zunächst die Ösen zusammenzubinden und danach das Stofferzeugnis mitsamt der Metallwerkstücke in einen Wäschebeutel zu verbringen. So werden die Ösen das Stoffgewebe nicht angreifen. Anschließend gilt es, die Wäsche bei dreißig Grad in der Maschine reinigen zu lassen.

Gibt es Nachteile von Ösen?

Der große Nachteil ist, dass einige Metall- oder Plastikringe sich auch gerne mal von ihrer unkooperativen Seite zeigen. Man schlägt die Öse ein und sie bleibt einfach nicht da, wo sie soll. Also muss man halt doch auf hochwertigeres Material setzen und, so möglich, das Ösenloch verstärken.

Worauf man doch achten sollte

Freilich ist der Erwerb einer Öse eine recht einfache Sache, aber im Vorfeld muss man sich schon einige Gedanken machen. Hauptsächlich den einen, den wichtigen: Welchen Durchmesser soll die Öse haben? Um dies genauer zu beleuchten, geben Hersteller sowohl den Innen-, als auch den Außendurchmesser an, was auch deshalb notwendig ist, damit die richtige Zange im Einsatz kommt. Immerhin muss diese ja das Loch in den Stoff stanzen.

Auch die Ösenhöhe ist wichtig, daher muss schon darauf geachtet werden, was man mit dieser Gerätschaft vorhat. So könnte man beispielsweise Papier zusammenheften, aber eben auch dickes Leder, oder andere Materialien. Daher: Immer auf die Dicke des zu heftenden Materials achten und die Öse entsprechend kaufen.

Ebenfalls gilt es darauf zu achten, wie die Ösenform nach Anbringung aussehen soll. Es gibt hier einmal die Ringroll-Variante, bei der beide Seiten recht glatt sind und die sogenannte „sternspaltende Variante“. Hier ist die eine Seite, jene, die nach außen zeigen sollte, schöner. Aber aufpassen: Es gibt eine scharfe Kante und man könnte sich eventuell verletzen.

Ferner gilt es auch, auf die Qualität des Produktes zu achten. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass im Zuge der Verformung, also der Arbeit mit dem Stempel, Lach abspringt.

Faszinierend ist übrigens, dass es sowohl Ösen gibt, die mit Edelsteinen gefertigt wurden (etwa einem Türkisstein auf der Außenöse) wie auch Ösen, die für Edelsteine gefertigt wurden, damit man sie schön sichtbar tragen kann. Und vielleicht könnten entsprechend präparierte Ösen auch helfen, eine gewisse Grundordnung in eine große Edelsteinsammlung zu bringen. Immerhin muss man sich schon hin und wieder der Frage stellen, wie man diese Naturkunstwerke sicher und gut aufbewahren kann.

Fazit

Um die Frage vom Anfang aufzugreifen: Wir brauchen Ösen für viele, unterschiedliche Sachen. Da wäre die Sortierung, das Zusammenbinden oder auch das Einhaken und vieles mehr.

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