Baby-led Weaning in aller Kürze

Heutzutage entscheidet das Baby, was es wann isst und nicht die Eltern. Das Ganze nennt sich Baby-led Weaning (BLW).
Viele Jahre bekamen Babys zunächst Muttermilch oder die Babyflasche, dann Brei und innerhalb des ersten Jahres richtige Kost. Viele, die feststellen, dass ihr Baby sich intensiv für das Essen der Eltern interessiert, steigen direkt mit Fingerfood ein. Hier beginnt das Baby-led Weaning. Frei übersetzt bedeutet das „Baby geführte Entwöhnung“.

Baby-led Weaning in aller Kürze

Baby-led Weaning in aller Kürze

Keine Weltneuheit

Viele Familien, die so nebenher die Nahrungsaufnahme ihres Babys praktizierten, haben endlich einen Namen. Gerade wenn es in der Familie ältere Geschwister gibt, lässt sich Baby-led Weaning nicht verhindern. Babys wollen probieren, wollen, was das Geschwisterkind da so isst.

Funktionsweise

Satt werden wird das Baby in der Anfangsphase nicht, es spielt mit dem Essen oder lutscht daran. Stillen oder Milchnahrung ist weiterhin angesagt. Im Prinzip ist Baby-led Weaning nichts anderes als normale Beikost oder vegane Beikosteinführung. Allerdings reduziert das Baby mit der Zeit seine Milchmahlzeiten von allein.

Der Unterschied zur Brei-Beikost ist, dass es beim Baby-led Weaning keinen Beikostplan gibt. Alles läuft nach dem Willen des Kindes.

Spielen und Manschen

Baby-led Weaning ist aufgrund des Spielens und Manschens keine saubere Angelegenheit. Eine ordentliche Ausstattung mit Lätzchen, Bodenschutzmatten und abwaschbaren Unterlagen dämmt die Angelegenheit zumindest ein. Bruchsicheres, mit einem Saugnapf aus Silikon versehenes Kindergeschirr ist eine Anschaffung wert.

Richtiger Zeitpunkt

In der Regel interessieren sich Babys mit ungefähr sechs Monaten für das Essen der Älteren. Dies zeigt sich am interessierten Zuschauen, Mundaufreißen oder dem Versuch, an das Essen der anderen heranzukommen. Ist das Baby jünger als sechs Monate, zeigt es normalerweise wenig Interesse am Essen der Großen. Auch ist in diesem Alter das Verdauungssystem der Kleinen noch nicht in der Lage, Nährstoffe zu verwerten. Außerdem rät die Weltgesundheitsorganisation WHO, bis zum sechsten Monat komplett zu stillen beziehungsweise mit Milchnahrung zu füttern.

Gründe dafür

Babys sind neugierig und wollen alles ausprobieren. Das gilt besonders, wenn alle am Tisch beisammensitzen. Das Anfassen ist in diesem Alter wichtig für Babys. Für sie ist es eine tolle Erfahrung, zu erspüren, wie sich das Essen in den Händen und im Mund anfühlt.

Bis zum ersten Geburtstag probieren Kinder alles an Nahrung, was ihnen in die Hände fällt. Ab dem zweiten Lebensjahr werden sie wählerischer.

Gründe dagegen

Kein Baby sitzt ordentlich am Essenstisch und verzehrt das Essen gesittet. Manche Eltern kombinieren Brei mit Fingerfood. Letztendlich obliegt es der eigenen Entscheidung, welche Methode am praktikabelsten ist.

Geeignete Nahrungsmittel

Baby-led Weaning ist nicht so einfach, wie es zunächst klingen mag. Nicht alles, was die Großen verspeisen, ist für Babys gut.

Für den Baby Led Weaning-Start eignet sich folgendes:

  • weiche Birnen- und Apfelstückchen
  • gekochte Kartoffelstücke
  • Bananenstücke
  • Melonenstücke
  • gegartes Gemüse
  • angedrückter Babymais
  • angedrückte Zuckererbsen
  • Trauben
  • Salatgurke
  • gekochte Nudeln

Überhaupt nicht geeignet sind:

  • gesalzenes, gezuckertes und stark gewürztes Essen
  • Nüsse
  • Zähes Fleisch
  • Fertiggerichte
  • Honig
  • gewürzte, aromatisierte Snacks
  • Fisch und Räucherfisch

Verschlucken

Die Gefahr, sich zu Verschlucken ist beim Baby-led Weaning nicht höher als bei der Breifütterung. Verschluckt sich das Baby beim Baby-led Weaning pausenlos, heißt es noch zu warten.

Wichtig zu wissen ist, das Babys zu würgen beginnen, noch bevor überhaupt eine Gefahr besteht.

Zähne

Es gibt Babys, die mit sechs Monaten Zähne haben. Das Wachstum von Zähnen ist kein Indiz, ob es mit Baby-led Weaning losgeht. Ohne Zähne „kaut“ es mit dem Gaumen. Das Zeigen von Beikostreifezeichen ist ausschlaggebend.

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